accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

724 
Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Augnst 18S3. 
Am 19. JaDuar 1883 vcrliefs die mit Mehl beladene und nach einem 
englischen Orderhafen bestimmte „Fulda“ den Coiwm£>i«-Flufs wieder. Sie über- 
schritt: 40° N-Br in 126,8° W-Lg am 28. Januar, 30° N-Br in 122,7° W-Lg am 
1. Februar, 20° N-Br in 120° W-Lg am 5. Februar und 10° N-Br in 118,5° W-Lg 
am 8. Februar. Am 13. Februar, an welchem Tage der Aequator in 120,5° 
W-Lg erreicht, wurde wieder mit der Führung des meteorologischen Journals 
begonnen. Nachdem in südlicher Breite noch zwei Tage bei leichter östlicher 
Mallung und Stille verbracht worden waren, traf „Fulda“ am 15. Februar in 
der Nähe von 0,6° S-Br in 121,2° W-Lg den SE-Passat an, bei dem das Schiff 
bis zum 23. Februar nach 18,2° S-Br in 123,7° W-Lg segelte. In der Nähe 
dieses Punktes endete der Passat. Der Wind veränderte sich dort nach NE 
und hielt sich darauf für längei’e Zeit vorherrschend in hoch nördlicher Richtung. 
Südlich von 44° S-Br stellten sieh durchstehende Westwinde ein, die das Schiff 
in rascher Fahrt zur Länge des Kap Horn führten. Dieselbe wurde am 21. März, 
36 Tage später als der Aequator verlassen worden war, überschritten. Auf 
dem Wege zu derselben hatte man: 10° S-Br in 124,8° W-Lg am 19. Februar, 
20° S-Br in 123,4° W-Lg am 24. Februar, 30° S-Br in 121° W-Lg am 1. März, 
40° S-Br in 116,5° W-Lg am 6. März und 50° S-Br in 105,5° W-Lg am 12. März 
f eschnitten. Am 14. März hatte „Fulda“ in der Nähe von 52° S-Br und 95° 
7-Lg einen von orkanartigen Hagelböen begleiteten SSW-Sturm überstanden, 
durch den das Schiff zum Beidrehen gezwungen wurde. 
Im Südatlantischen Ocean traten die hier zunächst meistens aus nördlicher 
Richtung wehenden Westwinde nicht so beständig auf, wie man sie im Grofsen 
Ocean beobachtet hatte. Unweit 53,5° S-Br in 53,5° W-Lg wehte der Wind 
am 25. März stürmisch aus E und am darauf folgenden Tage herrschte leichte 
östliche Mallung. Im Allgemeinen waren jedoch die Verhältnisse keine un 
günstigen und daher der Fortgang des Schiffes auch ein befriedigender. Nach 
dem 44° S-Br überschritten worden war, veränderte sich der Wind nach SW, 
und nördlich von 34° S-Br stellte sich abermals Ostwind ein. Derselbe entstand, 
indem der frische Wind durch S nach SE drehte, und führte er dann im Laufe 
der folgenden Tage diese Drehung noch weiter aus, bis seine Richtung NNE 
geworden war. Nachdem dieser Strich unweit 22° S-Br erreicht worden war, 
hielt der Wind in seiner Drehung eiD, und indem er langsam nach NE zurück 
ging, entstand in dieser ungewöhnlichen Weise aus ihm schliefslich der Passat. 
In der Nähe von 19,5° S-Br in 32° W-Lg, wo die Windrichtung am 11. April 
eine östlich von NE liegende wurde, schien die polare Passatgrenze zu liegen. 
Als später der nur zwischen 13,5° und 5,5° S-Br kräftig herrschende Passat 
das Schiff bis zum 20. April nach 2,1° S-Br in 29,5° W-Lg geführt hatte, endete 
derselbe in leichte Mallung und Stille. Der in diesem Falle so weit in südliche 
Breite hinüberroichcnde Stillengürtel, in welchem ein starker Oststrom beobachtet 
wurde, war so schwierig zu überschreiten, dafs „Fulda“ nicht eher als am 
24. April zu der in 27,9° W-Lg gekreuzten Linie gelangen konnte. Um zu 
derselben vom Kap Horn zu gelangen, waren 34 Tage erforderlich gewesen. 
Während dieser Zeit hatte man: 50° S-Br in 48,2° W-Lg am 28. März, 40° S-Br 
in 32° W-Lg am 2. April, 30° S-Br in 28,3° W-Lg am 6. April, 20° S-Br in 
31,8° W-Lg am 10. April und 10° S-Br in 31° W-Lg am 16. April geschnitten. 
In nördlicher Breite dehnte sich der Stillengürtel aus bis nach 1,1° N-Br 
in 27° W-Lg. Nachdem sich der Passat unweit dieses Punktes am 27. April 
eingestellt hatte, nahm die Reise bei diesem frisch und beständig wehenden 
Winde wieder für längere Zeit einen befriedigenden Verlauf. Nachdem 24,5° N-Br 
überschritten worden war, wurde der Passat flauer, uud als „Fulda“ am 11. Mai 
nach 28,7° N-Br in 39,5° W-Lg gekommen war, ging derselbe in leisen süd 
östlichen Zug über. Es schien, als ob schon hier die polare Passatgrenze er 
reicht sei; doch wurde später noch wieder ein längere Zeit anhaltender, passat 
ähnlicher NE-Wind angetroffen. Durchstehender Westwind stellte sich erst ein, 
nachdem die Bark am 25. Mai nach 43,5° N-Br in 37,5° W-Lg gelangt war. 
Nachdem „Fulda“ von diesem Winde bis zum 1. Juni in Sicht der irischen 
Küste geführt worden war, bewirkte dort angetroffener leichter Ostwind noch 
eine Verzögerung der Reise von mehreren Tagen. Erst am 4. Juni gelang es, 
den Hafen von Queenstown zu erreichen. Es waren damals 136 Tage nach dom 
Antritt der Reise verflossen. Von dieser Zeit waren 41 Tage im Nordatlantischen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.