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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., August 1883.
10,4° O-Lg den Parallel von 30° Süd wieder. Es waren damals 16 Tage ver
flossen, seit man dieselbe Breite im Indischen Ocean verlassen hatte. Während
der Fahrt über dieses Meer hatte die Bark: 10° S-Br in 102,5° O-Lg am
15. März, 20° S-Br in 82° O-Lg am 23. März und 30° S-Br in 34° O-Lg am
18. April; wie 90° O-Lg in 17° S-Br am 19. März, 60° O-Lg in 25,8° S-Br
am 6. April und 30° O-Lg in 32° S-Br am 20. April geschnitten.
Nachdem „Dido“ im Atlantischen Ocean zwischen 27° und 26° S-Br drei
Tage lang bei Stille und leisem westlichem Zuge zugebracht hatte, stellte sich
endlich am 11. Mai in etwa 23,5° S-Br und 5,1° O-Lg, bei einem Barometer
stände von 768,2 mm, der SE-Passat ein. Yon demselben wurde die Bark bis
zum 17. Mai zur Insel St. Helena, auf deren Rhede geankert wurde, geführt.
Nachdem man dort die erwünschten Erfrischungen erhalten hatte, setzte „Dido“
am 18. die Reise fort und legte bei dem später nur sehr schwachen Passat den
noch übrigen Theil des Weges zur Linie zurück. Am 4. Juni ging die Bark
in 24,2° W-Lg von der südlichen zur nördlichen Breite über. Es waren, um
die zwischen 30° S-Br und Linie liegende Strecke zu vollenden, 30 Tage
erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 20° S-Br in 0° Länge
am 14. Mai und 10° S-Br in 12,8° W-Lg am 25. Mai gekreuzt.
Der Uebergang des Schiffes vom SE- in den NE-Passat erfolgte, ohne
eine nennenswerthe Verzögerung der Reise zu verursachen. Unweit 6° N-Br
wehte der Ostwind für zwei Wachen als ganz leiser Zug, der, indem er sich
nach NE veränderte, auffrischte und Passat wurde. Als dieser zunächst frisch
und beständig wehende Wind „Dido“ bis zum 15. Juni nach 19,5° N-Br in
36,5° W-Lg geführt hatte, endete er in Stille. Am Mittage dieses Tages befand
sich in 19,1° N-Br und 34,8° W-Lg die von Accra nach Bremen bestimmte
Bark „Cantonund vollendete später „Dido“ unter den im Reiseauszuge jener
Bark schon angegebenen Verhältnissen den letzten Reiseabschnitt. „Dido“ er
blickte Tilgbar-Fener am 12. Juli, während „Canton“ die Aanai-Mündung am
8. Juli erreicht hatte. Am 4. Juli hatte auch das eiserne Bremer Vollschiff
„Hermann“ die Länge von Lizard gekreuzt. Dasselbe hatte den Aequator in
21,9° W-Lg am 21. Mai verlassen. „Dido“ hatte die Reise von Manila zum
St. Georgs Kanal in 143 Tagen vollendet. Im Nordatlantischen Ocean waren
38 Tage zugebracht, und: 10° N-Br in 30,7° W-Lg am 10. Juni, 20° N-Br in
36,4° W-Lg am 16. Juni, 30° N-Br in 40,8° W-Lg am 22. Juni und 40° N-Br
in 35,3° W-Lg am 1. Juli geschnitten worden.
7. Reise der eisernen Bremer Bark „Fulda“, Kapt. H. W. Bohlmann.
Die auf einer Reise von Newcastle nach Portland begriffene Bark „Fulda“
verliefs am 17. Juni 1882 den Kanal. Dieselbe segelte bei mäfsigen West
winden, die meistens die Einhaltung eines Südkurses erlaubten, bis zum 25. Juni
nach 36,7® N-Br in 12,8° W-Lg. Nachdem die in der Nähe dieses Punktes
eintretende Stille eine Wache lang angehalten hatte, entwickelte sich aus ihr
ein leiser östlicher Zug, der bald an Stärke zunahm und Passat wurde. Bei
diesem zwischen 32° und 17° N-Br am frischesten wehenden Winde verfolgte
„Fulda“ die östlich von der Kap Ernte-Gruppe nach Süden führende Route.
Als die Bark auf derselben am 4. Juli nach 14,8° N-Br in 21° W-Lg gelangt
war, trat aus nordnordöstlicher oder nordnordwestlicher Richtung kommende
Mallung ein, die anhielt, bis am 10. Juli in etwa 8,2° N-Br und 22,8° W-Lg
der nur schwach und unbeständig auftreteade SW-Monsuu an ihre Stelle trat.
Bei diesem von starker östlicher Strömung begleiteten Winde segelte „Fulda“
über B. B.-Bug, bis man sich am 13. Juli in 6,3° N-Br und 19,5° W-Lg befand.
Hier wurde bei frischem Südwinde gewendet und drei Tage darauf der Aequator
in 26,2° W-Lg überschritten. Um zu demselben von Lizard aus zu gelangen,
waren 29 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte mau: 40° N-Br
in 11,7° W-Lg am 23. Juni, 30° N-Br in 18° W-Lg am 28. Juni, 20° N-Br in
20.6° W-Lg am 2. Juli und 10° N-Br in 23,3° W-Lg am 8. Juli gekreuzt.
Im Südatlantischen Ocean wurde „Fulda“ bis nach 25,4° S-Br in 39,4°
W-Lg vom SE-Passate begleitet. In der Nähe dieses Punktes lief der für
kurze Zeit schwache Wind um nach NE und, aus dieser Richtung wieder auf
frischend, veränderte er sich bald weiter durch N nach W, um sich für längere
Zeit in westlicher und südlicher Richtung zu halten. Ostwind wurde nach
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