Versuche mit regisrnremk-n Logapparatelt,
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Nach den erlangten Resultaten rangiren die geprüften Logapparatc hin
sichtlich ihrer Güte in nachstehender Reihenfolge: Bliss’ Docklog, Massey’s
Decklog, Massey’s Log mit nachgeschlepptem Zählwerk. Allo geprüften Logs
sind indefs noch so unvollkommene Instrumente, vor Allem veränderlichen Ein
flüssen in so hohem Grade unterworfen, dafs allgemein gültige Regeln und
Formeln zur Bestimmung der richtigen Distanzen aus den Angaben der Logs
kaum aufgestellt werden können: nur das Bliss-Log allein kauu bei richtiger
Behandlung für die allgemeinen Bordvorkältuisso bei allen Sebilfsgeschwindig-
keiten über 3 Sm als ein genügend genauer Wegmesser angesehen werden.
Als hauptsächlichste Mängel der Massoy’sehen Logs gegenüber dem
Bliss’scheu haben sich ergeben für:
a) Massey’s Decklog:
a. Komplicirtes und in der Zusammensetzung unübersichtliches Räder
werk und daher schwierige Reinigung.
ß. Mangelhafte Bearbeitung der einzelnen Theilo des Räderwerkes; er
höhte Reibung für die Triebwelle.
y. Sehr ungünstige Aufhängung des Zählwerks, dessen ganzes Gewicht
erst von der Leine überwunden werden muß, ehe letztere sich so weit in <iio
Verlängerung der Triebwelle stellen kann, dafs sic eine Drohung derselben
hervorzurufen vermag.
d. Zu geringer Abstand der Thcilstriche des Zifferblattes für volle
Seemeilen.
£. Unzweckmäßiger Rotator; derselbe ist leicht einem Verbiegen aus
gesetzt und im Verhältnifs zu seinem Gewicht so groß, dafs er bei großer
Fahrtgeschwindigkeit, fast unbeeinflußt durch Leincnlänge, an der Oberfläche
dos Wassers schwimmt ünd schon bei geringem Seegang über dieselbe hinaus-
springt.
b) Massey’s Log mit nachgeschlcpptem Zählwerk.
«. Zu großes Gewicht, welches bei verschiedener Schußgeschwindigkeit
den Propeller in verschiedene Tiefen bringt.
ß. Wasser allein als Schmiermittel ist nicht ausreichend; bei Anwendung
weiteren Schmiermaterials wird dieses und damit der Gang des Räderwerks
durch das eindringeude Wasser beeinflufst.
Von Wichtigkeit bei Konstruktion und Gebrauch registrirender Decklogs
überhaupt erscheint eine derartige Aufhängung, daß das Gewicht des Zählwerks
möglichst balancirt wird. Die Konstruktion muß ferner ein leichtes Offenlegen
der beweglichen Theilo und bequemes Reinigen der Friktionskugeln resp.
Scheiben nebst Platten, sowie des Zählwerks gestatten. Die Theilo des Zähl
werks, welche beim Gebrauch besonderer Reibung ausgesetzt sind, müssen aus
härterem Material als bisher (etwa aus Glockenmetall) hergesteilt werden.
Beim Gebrauch müssen die Mechanismen metallrein und gut geölt sein. Die
bei den jetzt gebräuchlichen registrirenden Logs vorhandenen Selimicrlöcher
genügen nicht. Ist ein Logzählwerk eine Zeit lang in Gebrauch gewesen, so
bildet sich eine klebrige, von Metalloxyd und durch mechanische Abnutzung
gefärbte Schmiermasse, welche den Gang unbedingt sehr beeinflußt.
Im Ansehlufs hieran seien die Erfahrungen gegeben, welche der Führer eines englischen
Dampfers nach siebenjährigen Beobachtungen mit dem Wa IkerVUen Log gemacht und in dem
Oktoberheft des „Nautieal-Magazine“, Jahrg. 18S3, pag. 770, veröffentlicht hat. Nach seiner Ansicht
ist das eine Oelloeh in der Schraube nicht ausreichend, sondern cs ist vielmehr gegenüber demselben
eine andere Oeffnung anzubringen, welche den Austritt des verunreinigten Oeles gestattet. Zum
guten Funktioniren des Logs niufs dasselbe alle 12 Stunden (mit Crane’s Maschinenöl) frisch geölt
werden; es sind dazu ein Paar Tropfen reinen Oeles in das obere Schmierloch zu gleisen, und ist
sodann dev Schaft zum Vertheilen des Oeles zu drehen. Dies ist so lange zu wiederholen, bis das
aus dem unteren Oelloch abfliefsende Oel völlig rein ist. Hierauf sind beide Oefftutugen zu ver-
schliefsen, um das Eindringen fremder Gegenstände zu verhindern. Alle drei Wochen niufs der
Schaft in allen seinen Theilen auseinander genommen und sorgfältig gereinigt, das Räderwerk be
sichtigt und eventuell ebenfalls gesäubert und geölt werden. Zwei bis drei Mal im Jahre ist das
ganze Log zu zerlegen und zu versehen. Bei Beobachtung dieser Vorsichtsmafsregeln hat das Log
bei Windstille und ruhiger See in dem angegebenen Weg« einen Felder von dVtt'Vo, hei frischem
Gegenwind und entsprechender See solchen Ms zu hei frischem raumem Winde und gleicher
See eine Abweichung von 4% gezeigt.