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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Versuche mit regisrnremk-n Logapparatelt, 
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Nach den erlangten Resultaten rangiren die geprüften Logapparatc hin 
sichtlich ihrer Güte in nachstehender Reihenfolge: Bliss’ Docklog, Massey’s 
Decklog, Massey’s Log mit nachgeschlepptem Zählwerk. Allo geprüften Logs 
sind indefs noch so unvollkommene Instrumente, vor Allem veränderlichen Ein 
flüssen in so hohem Grade unterworfen, dafs allgemein gültige Regeln und 
Formeln zur Bestimmung der richtigen Distanzen aus den Angaben der Logs 
kaum aufgestellt werden können: nur das Bliss-Log allein kauu bei richtiger 
Behandlung für die allgemeinen Bordvorkältuisso bei allen Sebilfsgeschwindig- 
keiten über 3 Sm als ein genügend genauer Wegmesser angesehen werden. 
Als hauptsächlichste Mängel der Massoy’sehen Logs gegenüber dem 
Bliss’scheu haben sich ergeben für: 
a) Massey’s Decklog: 
a. Komplicirtes und in der Zusammensetzung unübersichtliches Räder 
werk und daher schwierige Reinigung. 
ß. Mangelhafte Bearbeitung der einzelnen Theilo des Räderwerkes; er 
höhte Reibung für die Triebwelle. 
y. Sehr ungünstige Aufhängung des Zählwerks, dessen ganzes Gewicht 
erst von der Leine überwunden werden muß, ehe letztere sich so weit in <iio 
Verlängerung der Triebwelle stellen kann, dafs sic eine Drohung derselben 
hervorzurufen vermag. 
d. Zu geringer Abstand der Thcilstriche des Zifferblattes für volle 
Seemeilen. 
£. Unzweckmäßiger Rotator; derselbe ist leicht einem Verbiegen aus 
gesetzt und im Verhältnifs zu seinem Gewicht so groß, dafs er bei großer 
Fahrtgeschwindigkeit, fast unbeeinflußt durch Leincnlänge, an der Oberfläche 
dos Wassers schwimmt ünd schon bei geringem Seegang über dieselbe hinaus- 
springt. 
b) Massey’s Log mit nachgeschlcpptem Zählwerk. 
«. Zu großes Gewicht, welches bei verschiedener Schußgeschwindigkeit 
den Propeller in verschiedene Tiefen bringt. 
ß. Wasser allein als Schmiermittel ist nicht ausreichend; bei Anwendung 
weiteren Schmiermaterials wird dieses und damit der Gang des Räderwerks 
durch das eindringeude Wasser beeinflufst. 
Von Wichtigkeit bei Konstruktion und Gebrauch registrirender Decklogs 
überhaupt erscheint eine derartige Aufhängung, daß das Gewicht des Zählwerks 
möglichst balancirt wird. Die Konstruktion muß ferner ein leichtes Offenlegen 
der beweglichen Theilo und bequemes Reinigen der Friktionskugeln resp. 
Scheiben nebst Platten, sowie des Zählwerks gestatten. Die Theilo des Zähl 
werks, welche beim Gebrauch besonderer Reibung ausgesetzt sind, müssen aus 
härterem Material als bisher (etwa aus Glockenmetall) hergesteilt werden. 
Beim Gebrauch müssen die Mechanismen metallrein und gut geölt sein. Die 
bei den jetzt gebräuchlichen registrirenden Logs vorhandenen Selimicrlöcher 
genügen nicht. Ist ein Logzählwerk eine Zeit lang in Gebrauch gewesen, so 
bildet sich eine klebrige, von Metalloxyd und durch mechanische Abnutzung 
gefärbte Schmiermasse, welche den Gang unbedingt sehr beeinflußt. 
Im Ansehlufs hieran seien die Erfahrungen gegeben, welche der Führer eines englischen 
Dampfers nach siebenjährigen Beobachtungen mit dem Wa IkerVUen Log gemacht und in dem 
Oktoberheft des „Nautieal-Magazine“, Jahrg. 18S3, pag. 770, veröffentlicht hat. Nach seiner Ansicht 
ist das eine Oelloeh in der Schraube nicht ausreichend, sondern cs ist vielmehr gegenüber demselben 
eine andere Oeffnung anzubringen, welche den Austritt des verunreinigten Oeles gestattet. Zum 
guten Funktioniren des Logs niufs dasselbe alle 12 Stunden (mit Crane’s Maschinenöl) frisch geölt 
werden; es sind dazu ein Paar Tropfen reinen Oeles in das obere Schmierloch zu gleisen, und ist 
sodann dev Schaft zum Vertheilen des Oeles zu drehen. Dies ist so lange zu wiederholen, bis das 
aus dem unteren Oelloch abfliefsende Oel völlig rein ist. Hierauf sind beide Oefftutugen zu ver- 
schliefsen, um das Eindringen fremder Gegenstände zu verhindern. Alle drei Wochen niufs der 
Schaft in allen seinen Theilen auseinander genommen und sorgfältig gereinigt, das Räderwerk be 
sichtigt und eventuell ebenfalls gesäubert und geölt werden. Zwei bis drei Mal im Jahre ist das 
ganze Log zu zerlegen und zu versehen. Bei Beobachtung dieser Vorsichtsmafsregeln hat das Log 
bei Windstille und ruhiger See in dem angegebenen Weg« einen Felder von dVtt'Vo, hei frischem 
Gegenwind und entsprechender See solchen Ms zu hei frischem raumem Winde und gleicher 
See eine Abweichung von 4% gezeigt.
	        
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