692
Versuche mit registrirenden Dogapparaten.
Der verhältnifsmäfsig geringe Procentsatz an kohlensaurcm Kalk und
anorganischen Thierresten in dem Nordmeere unterscheidet überhaupt dieses
scharf von den südlicheren Meeren des Atlantischen Oceaus, in welchen nach
den Analysen von Prof, ßrazier der Globigerinensclilamm in seiner Haupt
masse aus kohlensaurem Kalk besteht (s. Wyv, Thomson: „The Atlantic“,
Vol. II, App. A; hiernach ist die Angabe in diesen Annalen, 1881, pag. 581,
Anm. 4, zu berichtigen).
3. Der flache Meeresboden zwischen Norwegen, der Bären Insel, Spitz
bergen und Nowaja Semlja bis nur 400 m Tiefe ist mit einem homogenen feinen
und leicht zerreibbaren dunkelgrünen Thon von nur geringer Mächtigkeit
bedeckt, dessen Hauptbestandteil scharfkantige Quarzpartikelchen sind. Er
enthält nur wenige Thierreste, unter ihnen herrscht aber das zu den Foramini
feren gehörende Geschlecht der Rhabdammina vor, weshalb Schmelck diesen
Thon Rhabdamminen-Thon genannt hat. An vielen Stellen lagert er über
der Bodenschicht von grauem Thon; südlich von der Bären Insel (zwischen
20° und 25° O-Lg) geht er ganz in diesen grauen Thon über; nördlich von dieser
Insel erstreckt er sich bis zur Südküste von Spitzbergen, In seinem chemischen
Verhalten zeichnet er sich durch grofsen Kieselreichthum und den geringen
Grad seiner Oxydirung aus. Die grüne Farbe rührt von dem Gehalt an Eiscn-
oxydul her.
Versuche mit registrirenden Logapparaten und dem gewöhnlichen Log.
Seitens der Kaiserlichen Werft zu Kid sind auf Veranlassung des Hydro
graphischen Amtes Versuche angestellt worden, durch welche die Brauchbar
keit der verschiedenen, in der Kaiserlichen Marine gebräuchlichen Systeme
registrirender und gewöhnlicher Logapparate als Weg-, wie als Fahrtmesser
erprobt werden sollten. 1 )
Zur gleichzeitigen Feststellung der Vor- und Nachtheile der verschiedenen
Form der Schraubenflügel, sowie der Stellung des Zählwerks zum Propeller
kamen zur Verwendung:
a) das Massey’sehe Log mit nachgeschlepptem Zählwerk,
b) das Massey'sche Decklog,
beide mit nicht gekrümmten Schraubenflügeln,
c) das ßliss’sehe Dccklog mit gekrümmten Schraubenflügeln.
Angestellt wurden die Versuche bei größerer Fahrt von S. M. A. „Blitz“,
bei Geschwindigkeiten unter 3 Sm von dem Werftwasserfahrzeug aus unter sonst
völlig gleichen Bedingungen.
Der wahre zurüekgelegte Weg wurde theils durch Winkelmessung von
Landobjekten, theils durch Ablaufen von gemessenen Meilen unter sorgfältiger
Berücksichtigung des zur Zeit herrschenden Stromes berechnet. Zur Fest
stellung der wirklichen Fahrt diente das Reolingslog, welches sich bei Be
nutzung von Tertienzähler und besonderer Visireinrichtung am Anfang uud Ende
der 118 Meridiantertien langen Basis selbst für grofse Geschwindigkeiten als
sehr zweckmäfsig erwiesen hatte.
Durch Versuche war zuvor festgestellt worden, dafs mit demselben bei
Benutzung mehrerer hinter einander beobachteter Zeiten sich die Fahrt durch
das Wasser auch bei Geschwindigkeiten vou 14 Sm p. h. noch bis auf 0,1 Sm
genau bestimmen läfst.
1. Einflufs der Leinenlänge auf die Fahrtmessung bei Deck
logs. Zweckmäfsigste Leine für letztere. Zur Feststellung der zweck
mäßigsten Leineulänge für S. M. Av. „Blitz“ und des Einflusses der Leineu-
Jänge auf die Fahrtmessung bei Dccklogs wurden zwei Logs Bliss’scben Systems
gleichzeitig in Thätigkeit gesetzt. Dieselben ergaben nachstehende Resultate:
! ) Da das End ergebnes der Verwiche zeigt, dafs keines der geprüften Instrumente als ein
allen Anforderungen genügender Logapparat bezeichnet werden kann, liegt es in der Absicht, noch
meiere I.o■'Systeme der Prüfung zu unterziehen.