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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Ami. <1. Hydr. et«., XI. Jalirg. (1883), Heft XII. 
G85 
Die drei norwegischen Nordmeer-Expeditionen 1876—78. 
in. 1 ) 
Von der Abtheilung IX „(Jhemi“ des „Generalbcriehtes der Norwegischen 
Nordmeer-Expeditionen“ sind bis jetzt zwei Hefte mit Abhandlungen der 
Chemiker der Expedition, der Herren Hercules Tornöe und Ludwig 
Schmelck, erschienen. Das erste Heft enthält zwei werdivollo Arbeiten von 
II. To rnöo; 1) „Speeifisches Gewicht und Salzgehalt des norwegischen Nord 
meeres“; 2) „Luft- und Kohlensäuregehalt des norwegischen Nordmeeres“. 
Christiania 1880. 
(Jeher die erstere dieser beiden Abhandlungen haben wir bereits in 
diesen Annalen 1881, pag. 640 - 648, Bericht erstattet; wir rekapitnüren hieraus 
Folgendes: Im Ganzen sind während der drei Expeditionen 1876, 1877 und 1878 
335 Bestimmungen des specifischcu Gewichtes und des Salzgehaltes an der 
Oberfläche und iu verschiedenen TicfeD gewonnen worden; die Vcrtheilung des 
Salzgehaltes an der Oberfläche des norwegischen Nordmeeres ist eine ungleich 
mäßige und abhängig von den verschiedenen warmen und kalten Strömungen, 
von dem Säfswasserzuflufs an den Küsten und von der Nähe von Eis oder 
Gletschern. Für den Salzgehalt iu grölseren Tiefen bat Tornöe die be- 
merkenswerthe Thatsache konstatirt, dafs das in den südlicheren Theilen des 
Nordmeeres befindliche Tiefenwasser über weite Strecken hin einen Salzgehalt 
besitzt, welcher ziemlich genau demjenigen in dem atlantischen Oberflächen- 
wasser entspricht, dafs es also mehr oder weniger deutlich einen atlantischen 
Charakter besitzt, während das salzärmere Wasser der Eismeertiefe seinen 
polaren Ursprung auzeigt. Hinsichtlich der Beantwortung der Frage, in welcher 
Weise das Wasser der oberen Schichten auf den Meeresgrund gelaugt, nimmt 
Tornöe an, dafs das atlantische Wasser unter beständiger Abkühlung durch 
das eiskalte Wasser hindurchsinkt und dieses verdrängt, indem das Meerwasser 
bei seiner Abkühlung unter 0° sich seinem Dichtigkeitsmaximum nähert. 
Diese Ansicht wird bestätigt durch das Verhalten der Stickstofimengen 
am Meeresboden, welches Tornöe in seiner zweiten Abhandlung nachgewiesen 
hat. Iu dieser theilt er nach einer ausführlichen historischen Einleitung und 
Beschreibung der in Anwendung gelangten Methoden und Apparate (darunter 
des Wasserschöpfers von Kapt. Wille (s. diese Annalen pag. 449) eine Reihe von 
Versuchen mit, welche die Bestimmung der Absorptious-Koöfficienten der Luft 
im Seewasser und ihre Abhängigkeit von der Temperatur zum Zwecke haben. 
Die Mittclvveilhe dieser Bestimmungen sind in folgender Tabelle zu 
sammengestellt, in welcher die Gasmengen in ecin pro Liter Wasser, auf 0 Ö 
und 760mm reducirt, ausgedrückt sind: 
0° 
5° 
10° 
15° 
o 7.77 
6,93 
6,29 
5,70 
N ....... 14.41 
13,22 
12,08 
11,01 
0 4- N = 100; 0 — Pro«. 35.03 
34,39 
34,24 
34,11 
i) I. s. diese Annalen, Heft VIII, pag. 448—453; II. Heft X, pag. 565—571.
	        
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