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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Kleine  hydrographische  Notizen.  —  Anzeige.

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Als  wir  uns  recht  in  Lee  der  Hauptmasse  des  Eises  bel'andeu  und  Eisschollen ­
  nicht  weiter  als  9—12m  (30—40  Fufs)  vom  Schiff  entfernt  trieben,
betrug  die  Temperatur  der  Meeresoberfläche  10,5°  C.  und  war  nur  0,4°  bezw.
0,1°  C.  niedriger,  als  die  mittlere  Temperatur  des  Wassers  an  dem  vorhergegangenen
  und  folgenden  Tage,  während  welcher  kein  Eis  in  Sicht  kam.  Ich
bin  daher  zu  der  Ansicht  gelangt,  dafs  man  nicht  immer  durch  die  beobachtete
Wassertemperatur  in  den  Stand  gesetzt  wird,  einen  sicheren  Schlufs  auf  die
Nähe  von  etwa  vorhandenen  Eismassen  zu  ziehen.
Da  es  mir  schien,  dafs  wir  uns  an  der  Nordseite  von  ausgedehnten  Eisrnasseu
  befanden  und  der  Wind  wieder  westlicher  geholt  hatte,  steuerte  ich
anfangs  einen  nördlicheren  Kurs  und  lief  danu  in  40°—41°  S-Br  die  Länge  ab,
wobei  koin  Eis  mehr  angetroffen  wurde.
Die  Lagerung  des  Eises  in  den  einzelnen  Triften  war  von  SO  nach  NW
gerichtet.  Nach  meiner  Meinung  haben  die  verschiedenen  Eistriften  früher  eine
dicht  zusammengedrängte  Masse  gebildet“  ')
2.  Flaschenpost,  a)  Durch  Herrn  Rud.  Rabeuhorst  von  Woermamrs
Faktorei  in  Malimba  ist  ein  von  den  Eingeborenen  am  14.  September  d.  J.  bei
der  A/a/iV»A«-Faktorei,  in  ungefähr  3°  26'  N-Br  und  9°  50'  O-Lg,  aufgefundener
Flaschenpostzettel  eingesandt  worden,  welcher  am  23.  Juli  d.  J.  um  12 h  30 mia
Mittags  auf  0°  29'  S-Br  und  8°  9'  O-Lg  vou  S.  M.  S.  „ElisabethKommandant
Kapt.  z.  See  Holl  mann,  auf  der  Reise  von  Kapstadt  nach  dem  Flusse  Gaboon
über  Bord  geworfen  ist. 2 )
Unter  den  bekannten  Voraussetzungen  hat  die  Flasche  in  53  Tagen
einen  Weg  von  ungefähr  256  Sm  nach  rvv.  N  23°  14'  0  zurückgelegt.
b)  (D.  S.)  Durch  Vermittelung  der  Herren  Cahn  Frères  u.  Co.  in
Parahyba  (Brasilien)  ist  der  Seewarte  ein  Flaschenpostzettel  zugegangen,
welcher  von  dem  deutschen  Dreiinastschoner  „Ventilia“,  Kapt.  H.  Oertmann,
auf  der  Reise  vou  Hamburg  nach  Rio  de  Janeiro  am  17.  September  1883  auf
7°  8'  S-Br  uud  31°  37'  W-Lg  über  Bord  geworfen  und  am  6.  Oktober  1883
bei  Praia  de  Pavttna,  12  Sm  nördlich  von  Bahia  da  Traiçao,  auf  6°  29'  S-Br
und  34°  58'  W-Lg  durch  Herrn  Mauoel  dos  Santos  aufgefunden  wurde.
Unter  den  bekannten  Voraussetzungen  hat  die  Flasche  in  19  Tagen
203  Sm  nach  WzN  zurückgelegt.
•)  Man  vergleiche  mit  diesem  die  Berichte  der  Kapitäne  K.  Jost,  W.  van  der  Vring
und  Clir.  Thiemig,  welche  auf  pag.  393,  564  und  623  dieses  Jahrganges  der  ,Ann.  d.  Hydr.  etc.“
gegeben  sind,  sowie  ferner  die  Berichte  der  Kapt.  A.  Leopold  und  J.  Jarck.
*)  Vgl.  pag.  647.

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Diesem  Hefte  XI  der  „Ann.  d.  Hydr.  ote.“  sind  beigegeben:
Tafel  Id.  Ansichten  von  der  Guinea-Küste,  zwischen  Kap  Th  ree  Points  und
Wbydah.  Änfgeoommen  von  S.  M.  S.  „Elisabeth“,  Kapt.  z.  See  Hollmauu,
  durch  Scekadett  Lautonberger,  1883.
Tafel  14.  Chile-West-Kanal  (mit  Plänen  der  Caraceiolo-und  Rayo-Bueht).  Aufnahmen ­
  S.It.M.  Korv.  „CaraceioloKomm.  Carlo  de  Amezaga,  1882.

Gedruckt  uud  in  Kommission  bei  K.  S.  Mittler  &  Sohn.
Königliche  Hofbuchhandlung.
Kocbstrafse  69/70.
            
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