Eingänge von meteorologische)) Journalen ete., Juli 1883.
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Stille ein leichter SE-Wind, der bald kräftiger und Passat wurde. Im Gebiet
desselben konnte man bei dem in mäfsiger Stärke auftretenden, beständigen
Winde für längere Zeit einen befriedigenden Fortgang erzielen, so dafs am
18. Februar der Standpunkt des Schiffes in 27,5° S-Br und 54,5° O-Lg war.
Dort endete bei regnerischem Wetter und einem Barometerstände von 762,7 mm
der Passat, indem der Wind rasch bis zum leisen Zuge abnahm und dann in
wenigen Stunden durch N, W und S drehte. Nach Vollendung dieser Drehung
nahm der Wind wieder zu an Stärke, um sich mehrere Tage hindurch ungestört
im östlichen Halbkreise zu halten. Nachdem der Wind später noch dreimal
einen ähnlichen Rundlauf nach links durch alle Striche des Kompasses
beschrieben hatte, blieb derselbe für längere Zeit westlich und hinderte dann
den Fortgang des nuu nicht weit mehr von der südöstlichsten Spitze Afrika’«
entfernten Schiffes. Da später jedoch bei der Umsegelung der letzteren wieder
südliche und südöstliche Winde vorherrschend waren, erfolgte dieselbe in
befriedigend rascher Weise. Am 8. März gelangte „Rossini“ bei frischem SW-
Winde in Sicht des Tafelberges und am 11. März wurde bei mäfsigem WSW-
Wiude in 11,5° O-Lg der Parallel von 60° Süd wieder überschritten. Südlich
von demselben hatte die Bark 16 Tage zugebracht, und während der Fahrt
über den Indischen Ocean war: 10° S-Br in 103,2° O-Lg am 27. Januar,
20° S-ßr in 81° O-Lg am 6. Februar und 30° S-Br in 43,5° O-Lg am 23. Fe
bruar, ferner 90° O-Lg in 17,7° S-Br am 3. Februar, 60° O-Lg in 26,2° S-Br
am 15. Februar und 30° O-Lg in 32,4° S-Br am 1. März geschnitten worden.
Im Atlantischen Ocean mufste „Rossini“ verhältnifsmäfsig weit nach
Norden hin vorrücken, bevor es gelang, den SE-Passat anzutreffen. Nachdem
die Bark bei leichten südwestlichen und südöstlichen Winden bis zum 18. März
nach 23° S-Br in 3° O-Lg gesegelt war, hielt sich der Wind dauernd im süd
östlichen Quadranten und wurde Passat. Der dort 765,7 mm betragende Luft
druck erreichte einen Tag nachher in geringer Entfernung von 21,5° S-Br
einen höchsten Stand von 767,0 mm. Bei dem später nur in sehr unbefrie
digender Stärke angetroffenen Passat segelte „Rossini“ bis zum 8. April zu dem
in 28,1° W-Lg überschrittenen Aequator. Um zu demselben von 30° S-Br aus
zu gelangen, waren 28 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte
man: 20° S-Br iu 0,5° W-Lg am 20. März und 10° S-Br in 17,5° W-Lg am
31. März gekreuzt. Unweit 12° S-Br trat der Passat derart schwach auf, dafs,
um von 13,1° S-Br in 11° W-Lg nach 11,1° S-Br in 15° W-Lg zu gelangen,
vier Tage erforderlich waren.
Eine unverhältuifsmäfsig lange Zeit gebrauchte „Rossini“ auch, um in
nördlicher Breite vom Gebiete des SE- in das des NE-Passats zu gelangen.
Nachdem man das erstere am 9. April, in der Nähe von 0,8° N-Br und 28,4°
W-Lg, verlassen hatte, vergingen nicht weniger als sechs Tage, bevor es gelang,
in 3,7° N-Br uud 32° W-Lg das letztere wieder zu erreichen. Bei dem frisch
wehenden NE-Passat konnte dann zum ersten Male seit langer Zeit wieder ein
befriedigend rascher Fortschritt erzielt werden. Das Gebiet dieses Windes
dehnte sieh jedoch nicht weiter als bis nach 22° N-Br in 60° W-Lg aus.
Nachdem sich der Wind in der Nähe dieses Punktes, wo ein Luftdruck von
763,0 mm abgelesen wurde, nach SE verändert hatte, ging derselbe kurze Zeit
darauf in leise, wiederholt von Stillen unterbrochene Mallung über. Als die
Bark nördlich von 25° N-Br gelangt war, stellte sich dort ein frischer, sich
später nach SW verändernder Südwind ein, bei dem der gröfste Theil der noch
zu vollendenden Strecke durchsegelt wurde. Am 15. Mai erreichte „Rossini“
den Hafen von New- York. Es waren dann 129 Tage seit dem Antritt der
Reise verflossen. Nachdem die Stmdu-Stiafse verlassen worden, waren 113 Tage
vergangen, und von dieser Zeit hatte man wieder 37 Tage in nördlicher Breite
zugebracht. 10° N-Br war dort in 42° W-Lg am 19. April, 20° N-Br in
57° W-Lg am 25. April und 30° N-Br in 68° W-Lg am 5. Mai geschnitten
worden.
Von Neiv- York aus trat „Rossini“ am 12. Juni die Heimreise nach Bremen
an. Auf leichten, zu Anfang derselben webenden Westwind folgte am 3. auf
See zugebrachten Tage ein östlicher Wind, der mehrere Tage laug anhielt.
Man legte später die ganze Reise über den Ocean bei umlaufenden Winden
von mäfsiger Stärke zurück, ohne dabei von stürmischem Wetter belästigt zu