Eingänge vtm ineteuioIogiNchen Journalen cU*., Juli J58&3.
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iu 40,3° W-Lg und sank dort sohliefslich am 23. Juni, bei einem auf 773,0 mm
gestiegenen Barometerstaude, '¿um ganz leisen Zuge herab. Auf diesen folgte
nach kurzer Zeit ein mäfsiger NW-Wind, und bei Winden, die vorherrschend
aus diesem Quadranten kamen, wurde auch der letzte Th eil der Reise zurück
gelegt. Am 8. Juli 47 Tage später als auf der Rhede von Accra der Anker
gelichtet worden war, befand sich „Canton* in der Nähe vou Lizard. Auf dem
Wege dahin war: 10° N-Br in ‘29,7° W-Lg am 11. Juni, 20° N-Br in 35° W-Lg
am 16. Juni, 30° N-Br iu 39° W-Lg am 21. Juni und 40° N-Br in 30° W-Lg
am 29. JuDi gekreuzt worden.
17. Reise der Bremer Bark „Rossini“, Kapt. H. Alkers.
Die auf einer Reise von Cardiß nach Hongkong begriffene Bark „Rossini*
überschritt am 22. Mai 1882 den Parallel vou 50° N. Der* dort damals wehende
frische SE-Wind veränderte sich am nächsten Tage, indem dabei gleichzeitig
Luftdruck und Windstärke abnahmen, nach links, und später folgten mehrere Tage
an denen der Wind stürmisch aus SW wehte. Der Fortgang des Schiffes nach
Süden wurde durch diesen Umstand in solcher Weise verzögert, dafs am 30. Mai
der Schiffsort noch 47,6° N-Br in 13,4° W-Lg war. Da sich an diesem Tage
wieder Ostwind einstellte, konnte die Bark in raseherer Weise nach Süden hin
vorrücken und bis zum 6. Juni nach 35,5° N-Br in 15,5° W-Lg gelangen. Un
weit dieses Punktes drehte der Wind, bei einem höchsten Luftdrucke von
771,1mm, von NNW durch N nach NNE und wurde Passat. Im Gebiete dieses
sich nicht weiter al3 nach 13.2° N-Br in 24,8° W-Lg erstreckenden Windes
nahm die Fahrt infolge dort beobachteter geringer Windstärke nur einen lang
samen Verlauf. Als die Bark bis zum 19. Juni nach dem letzteren Punkte ge
langt war, sank der nördliche Wind zum ganz leisen Zuge herab, so dafs schon
dort eigentlich der Stillengürtel erreicht war. Zwischen 11° und 9,5° N-Br
traf „Rossini* jedoch später noch wieder frischen Ostwind an. Unweit 7,5° N-Br
in 23,5° W-Lg stellte sieh am 26. Juni frischer SW-Monsun ein, bei welchem
über B. B.-Bug gesegelt wurde, bis man am 28. Juni in 6° N-Br und 18,6° W-Lg
stand. Der mäfsige SSE-Wind, bei dem in der Nähe dieses Punktes gewendet
worden war, wurde am 29. Juni noch wieder durch Stille und leisen Zug unter
brochen, so dafs man erst am 2. Juli iu 22,8° W-Lg bei dem am 30. Juni
wieder kräftiger gewordenen Passat die Linie überschreiten konnte. Um zu
derselben von 50° N-Br her zu gelangen, waren 41 Tage erforderlich gewesen.
Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 15° W-Lg am 3. Juni, 30° N-Br
iu 18,9° W-Lg am 9. Juni, 20° N-Br in 24,5° W-Lg am 15. Juni und 10° N-Br
in 24,4° W-Lg am 22. Juni gekreuzt. Am 1. Juli war in 24° W-Lg die eiserne
Hamburger Bark „Prinz Albert* von der nördlichen zur südlichen Halbkugel
übergegangen. Dieses auf einer Reise von Cardiff nach Tahiti begriffene
Schiff hatte 50° N-Br am 28. Mai verlassen und sich am Mittage des 15. Juni
in 19,9° N-Br und 25,5° W-Lg befunden, während „Rossini* gleichzeitig in
19,7° N-Br und 24,6° W-Lg stand. Den sich bei der letzteren Bark am 19. Juni
einstellenden leichten östlichen Zug traf der sich etwa 100 Sm westlicher
haltende „Prinz Albert* zwar auch an, aber da derselbe hier doch etwas grölserc
Stärke bcsafs, begünstigte er diese Bark vor „Rossini* iu solcher Weise, dafs,
als ihr Schiffsort am 22. Juni 8,4° N-Br in 24,6° W-Lg geworden war, „Rossini*
sich gleichzeitig noch in 9,6° N-Br und 24,3° W-Lg befand. Noch ein anderer
Mitsegler, die Bremer, von Cardiff nach Acapulco bestimmte Bark „Niagara*,
passirte am 2. Juli in 24,8° W-Lg den Acquator. Dieselbo war am 31. Mai
von 50° N-ßr abgegaDgen, lmtto den Passat in 37° N-Br und 12° W-Lg am
6. Juni erreicht und war von ihm bis zum 18. Juni nach 13,8° N-Br in 25,6° W-Lg
geführt worden.
In südlicher Breite trat der Passat bei „Rossini* anfänglich nur in ge
ringer Stärke auf. Erst südlich von 4° S-Br fafsto er kräftiger durch, die Bark
dann bis zum 12. Juli nach 22,8° S-Br in 34,3° W-Lg führend. In der Nähe
dieses Punktes, wo ein Barometerstand von 770,6mm abgeloseu wurde, schien
für kurze Zeit herrschende leichte Mallung die polare Passatgrenze zu be
zeichnen. Nachdem jene ein Ende genommen hatte, stellte sich jedoch wieder
ein frischer Ostwind ein, bei dem der allmählich zunehmende Luftdruck einen,
unweit 28° S-Br in 34,8° W-Lg abgelesenen höchsten Stand von 773,1 mm er