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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Jnli 1883.
hältnifsmäfsig häufig östliche Winde beobachtet; auch war die Windstärke un
erwünscht oft eine geringe. Durch Stürme wurde die Fahrt nicht beunruhigt.
Am 1. Dezember, 22 Tage später als man östliche Länge erreicht hatte,
gelangte „Hermann“ nach 80° O-Lg in 38,2° S-Br. Von den beiden Mitseglern
war ¿Urania“, die vorher als südlichsten Punkt 42,6° S-Br in 54° O-Lg berührt
hatte, nach 80° O-Lg in 37,5° S-Br am 28. November gelangt und „Wilhelm“,
der seine Länge zwischen 43° und 44° S-Br abgelaufen hatte, überschritt jenen
Meridian in 36,3° S-Br am 29. November.
Auf dem Wege zum Gebiete des Passats wurde „Hermann“ von west
lichen Winden begünstigt, die anfänglich kräftig, nördlich von 32° S-Br aber
nur in geringer Stärke auftraten. Indem dieser Wind sich am 6. Dezember, in
geringer Entfernung von 27,5° S-Br und 88° O-Lg, durch S nach SSW ver
änderte, entstand aus ihm der Passat, ohne dafs vorher eine Störung beob
achtet wurde. Der Luftdruck, welcher, als der Wind südöstlich wurde, auf
761,7 mm zeigte, erreichte später in der Nähe von 22° S-Br einen höchsten
Stand von 764,8 mm. Der bis nach 12,5® S-Br recht kräftig wehende Passat
begleitete das Schiff bis nach 8,4° S-Br in 89,3° O-Lg. Nachdem derselbe
hier ein Ende genommen, folgte leichte, vorherrschend aus südwestlicher
Richtung kommende Mallung, bei der man nur in langsamer Weise nach Norden
fortschreiten konnte. Nachdem 1,5° S-Br erreicht worden war, wurde man
durch mäfsigen beständigen NW-Wind begünstigt, bei dem auch am 21. De
zember in 93,7° O-Lg der Aequator passirt wurde. Auf dem Wege zu dem
selben w r ar: 30° S-Br in 87° O-Lg am 4. Dezember, 20° S-Br in 89,4° O-Lg
am 8. Dezember und 10® S-Br in 89,6° O-Lg am 12. Dezember gekreuzt worden.
„Urania“ hatte nördliche Breite in 93,2° O-Lg am 17. Dezember erreicht, und
„ Wilhelm“ hatte dasselbe in 92° O-Lg am 16. Dezember gethan. Die äqua
toriale Grenze des SE-Passats hatte „Hermann“ in 8,4° S-Br und 89,3° O-Lg
am 13. Dezember, „ Urania“ in 6,1° S-Br nnd 91,2° O-Lg am 13. Dezember
und am nämlichen Tage auch „ Wilhelm“ in 5,3° S-Br und 89,6° O-Lg angetroffen.
Die auffallende, auch an anderer Stelle schon hervorgehobene Erscheinung, dafs
der Passat gleichzeitig bei in Breite doch verhältnifsmäfsig weit entfernten
Schiffen eintritt oder endet, trat auch hier auf. In nördlicher Breite erreichte
„Hermann“ am 24. Dezember in 4,8° N-Br und 94,3° O-Lg den NE-Monsun.
Bei demselben wurde in einem Schlage über B. B.-Bug gesegelt, bis man am
29. Dezember nach 14° N-Br in 90,6° O-Lg gelangt war. Nach dieser Zeit lag
das von nun an nach Osten kreuzende Schiff häufiger über St. B.-Bug. Am
5. Januar 1883 gelaugte es in Sicht vom A/^wada-Feuer und am 8. Januar
erreichte dasselbe die Mündung des Raw^oen-Flusses. Um dahin von Ldzard
aus zu gelaugeu, waren 111 Tage erforderlich gewesen. Im Busen von Bengalen
war: 5° N-Br in 94® O-Lg am 24. Dezember, 10° N-Br in 92° O-Lg am
27. Dezember und 15° N-Br in 92,4° O-Lg am 1. Januar gekreuzt worden.
Der Mitsegler „Urania“ war nach China Bücher am 4. Januar gelangt, und
„ Wilhelm“, welcher sich östlich von den Nikobaren und Andamanen hielt,
ankerte in der Nähe der Lotsenstatiou am 3. Januar. Für alle drei Schiffe
waren, um vou der Linie aus Rangoon zu erreichen, 18 Tage erforderlich
gewesen.
Am l.März ging der mit Reis beladene ,,Hermann“ wieder von Rangoon
aus in See, um nach einem englischen Orderhafen zurückzukehren. Leichte,
meist aus nordwestlicher Richtung kommende Winde führten denselben in lang
samer Fahrt südwärts. Nachdem am 8. März bei mäfsigem Nordwinde der
Zehngrad-Kanal passirt worden war, nahm der Wind nordöstliche Richtung an,
ohne jedoch an Stärke zuzunehmen. Südlich von 2® N-Br gerieth das Schiff
in leichte, wiederholt von Stillen unterbrochene westliche Mallung, und bei
dieser letzteren wurde auch am 17. März in 90° O-Lg der Aequator über
schritten. Zwei Tage früher war in 89,5° Ö-Lg dasselbe von dem am 28. Fe
bruar vou Rangoon aus in See gegangenen eisernen Vollschiffe „Polynesia“
geschehen, und am 16. März ging in 89,5° O-Lg auch die am 24. Februar von
Rangoon aus die Heimreise antretende Bark „Cuba“ von der nördlichen zur
südlichen Halbkugel über.
ln südlicher Breite frischte bei „Hermann“ der nach NW inngelaufeno
Wind nach kurzer Zeit auf, gleichzeitig wurde das Wetter regnerisch und böig,