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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Knii'äiij'c vt>» flictcorologisclicii Jourualvn vtc., Juli 
Am 21. November, dem 20. bis dahin in südlicher Breite zugebruehteu Tage, 
ging „ Wilhelm int" in 42,4° S-Br von westlicher in östliche Länge über. Der 
Mitscgler „Zanzibar“ tliat dasselbe einen Tag später in 40,6° S-Br. Während 
der Zeit, in welcher die erforderliche Länge zurückgelegt wurde, hielt 
„ Wilhelmine“ sich zwischen 42° und 43° S-Br. Die dort angetroffenen Winde 
waren zwar vorherrschend westliche, doch traten östliche und nördliche Winde 
auch nicht selten auf. Durch neimenswerthe Stürme wurde die Fahrt nicht 
erschwert. Am 13. Dezember, dem 22. bis dahin in südlicher Breite zugebrachteu 
Tage, konnte der Meridian von 80° Ost in 35,4° S-Br überschritten werden. 
Der Westwind, bei dem das letztere geschah, veränderte sich später, indem er 
gleichzeitig stärker wurde, nach links und ging schliefslich, ohne dafs vorher 
eine Störung angetroffen wurde, in den Passat über. Unweit 30° S-Br in 
S7 4 O-Lg, wo am 15. Dezember die Windrichtung eine südöstliche wurde, schien 
die polare Passatgrenze zu liegen. Nördlich von derselben konnte bei dort 
herrschendem kräftigem Winde für längere Zeit ein sehr rascher Fortgang 
erzielt werden. Nachdem 13,5° S-Br überschritten worden war, verlor dor 
Passat seine Stärke, und schliefslich ging er am 23. Dezember in der Nähe von 
10,5° S-Br und 90,3° O-Lg in leise Mallung und Windstille über. Man konnte 
auch dann, da jene immer aus raumer Richtung wehte und zwischen 8° und 
5° S-Br selbst noch wieder ein frischerer Ostwind augetroffen wurde, in einiger - 
mafsen befriedigender Weise nach Norden hin fortschreiten. Als „ Wilhelmine“ 
am 29. Dezember nach 4,3° S-Br in 91° O-Lg gekommen war, nahm die Mal 
lung westliche Richtung au. Lehrreich war daun zu sehen, wie entsprechend 
dieser Veränderung der Windrichtung auch zugleich eine Kenterung der Strö 
mung stattfand. Während bei der leichten östlichen Mallung nur eine westliche, 
in 7 Tagen 84 Sin betragende Versetzung beobachtet worden war, trat in Be 
gleitung der westlichen Mallung nur östlicher, in 4 Etmalcn 47 Sm erreichender 
Strom auf. Die Temperatur des Meeres machte diese Veränderung durch keiueu 
Unterschied bemerkbar. Am 4. Januar 1883 ging „ Wilhelmine“ in 93,6° O-Lg 
von der südlicheu zur nördlichen Halbkugel über. Auf dem Wege zur letzteren 
war: 30° S-Br in 87° O-Lg am 15. Dezember, 20° S-Br in 89° O-Lg am 
19. Dezember und 10° S-Br in 90,2° O-Lg am 24. Dezember gesebnittou worden. 
In nördlicher Breite waren die dort zunächst angetroffenen Verhältnisse noch 
ungünstiger, als die zuletzt in südlicher Breite beobachteten; denn die höchst 
unbeständige Mallung war dort sehr häufig von laug anhaltender Windstille 
unterbrochen. Schliefslich entwickelte sich aus letzterer am 9. Januar in der 
Nähe von 2,3° N-Br und 92,7° O-Lg der NE-Monsun. Nachdem das bei ihm 
über B-B.-Bug segelnde Schiff bis zmn 13. Januar nach 10° N-Br in 88,6° O-Lg 
gekommen war, wurde öfters gewendet, so dafs mit diesem eben erwähnten 
Punkte aucli der erreichte westlichste Schiffsort angegeben ist. Am 26. Januar 
gelangte „ Wilhelmine“ in Sicht des Alyuada-Feuers, und am 28. Januar ankerte 
das Schiff in der Nähe vou China Buekeer. Zur Vollendung der Reise waren 
123 Tage erforderlich gewesen. 
12. Reise des eisernen Bremer Vollscltiftes „Hermann". Kapt. W. ßambacli. 
Am 19. September 1882, vier Tage später als von der Weser aus eine 
Reise nach Rangoon angetreten worden war, verliefs das Vollsehiff „Hermann“ 
den Kanal. Auf den kräftigen Nordwind, hei dem dasselbe geschah, folgte 
nach zwei Tagen ein leiser östlicher Zug, und aus diesem entwickelte sieh nach 
einiger Zeit ein kräftiger Westwind. Die Reise konnte aueh bei diesem letzteren 
in ziemlich befriedigender Weise gefördert werden, und schliefslich erreichte 
mau am 1. Oktober den unweit 34° N-Br iu 21,3° W-Lg beginnenden Passat. 
Beim Eiusetzeu desselben, welches iu der Weise erfolgte, dafs der für kurze 
Zeit ganz schwache Wind sieh von NNW durch N naeh NNE veränderte, zeigte 
das Barometer auf einen Stand vou 763,0mm. Derselbe nahm später zu, bis 
zu einem in der Nähe von 29° N-Br und 22,7° W-Lg beobachteten Maximum 
von 767,3mm. lrn Passatgebiete selbst wurde ein lnäfsiger beständiger Wind 
augetroffen, der „Hermann“ bis nach 12° N-Br in 25,7° W-Lg begleitete. Hier 
endete der Passat am 10. Oktober, indem der Wind durch N nach W drehte, 
ohne dafs Mallung dabei auftrat. Später wurde dieselbe jedoch noch augetroffen, 
und stellte sich einigermafsen beständiger SW-Monsuu erst unweit 7° N-Br ein.
	        
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