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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc». Juli 1883. 
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SW-SpHze von Australien in 45,2° S-Br am 30. September gekreuzt. Das Voll 
schiff „Industrie“ hatte sich schon am 26. September beim Kap Otway befunden, 
ln der Nacht vom 2. auf deD 3. Oktober war an Bord des sich in 40,3° S-ßr 
und 75° O-Lg befindenden „Canopus“ ein sehr helles Südlicht beobachtet worden, 
dessen Mittelpunkt in recht südlicher Richtung vom Schiffe peilte. Eine ganz 
ähnliche Erscheinung wurde damals gleichzeitig auch von dem in 45,5° S-Br 
und 128° O-Lg stehenden „Herkules“ gesehen, obgleich dieses Schiff über 
2300 Sm in Länge vom Mitsegler entfernt war. 
Am 22. Dezember verliefs „Campus“ den Hafen von Sydney wieder, um 
nach Levuka zu segeln. Man traf zu Anfang dieser Reise frische NE- und N- 
Winde an, die anhielten bis man am 24. Dezember nach 34,5° S-Br iu 158,2° 
O-Lg gelangt war. Unweit dieses Punktes veränderte sich der für kurze Zeit 
Haue und unbeständige Wind nach SE, nahm bald nachher wieder an Stärke 
zu und giug schliefslich ohne vorhergehende Störung in den Passat über. Die 
in dieser Weise durch keinen Gegenwind verzögerte Reise nahm einen raschen 
Verlauf und endete durch die am 4. Januar 1883 erfolgte Ankunft des Schiffes 
im Bestimmungshafen. Um denselben von Sydney ab zu erreichen, waren nur 
13 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 30° S-Br iu 
17,4° O-Lg am 30. Dezember und 20° S-Br in 180° Länge am 3. Januar, wie 
160° O-Lg in 33,5° S-Br am 25. Dezember und 170° O-Lg in 32,3° S-Br am 
29. Dezember gekreuzt. 
Am 1. März wurde au Bord des „Canopus“ wieder der Anker gelichtet 
und die Rhede von Levuka verlassen, um nach Hamburg zurückzukehren. Nach 
dem die offene See erreicht worden war, traf mau dort zunächst leichte West 
winde an, bei denen ein südlicher Kurs verfolgt wurde. So wie man auf dem 
selben vorrückte, veränderte sich der Wind nach rechts, und indem er schliefs 
lich unweit 22° S-Br in 179° O-Lg durch N drehte, nahm er östliche Richtung 
au und schien zum Passat werden zu wollen. Als dieser mäfsige, beständige 
Wind das Schiff nach 34° S-Br in 197° O-Lg geführt hatte, drehte er nach 
NE zurück, und indem er die Drehung nach links später noch weiter ausführte, 
wurde die Windrichtung Dach einiger Zeit wieder eine südöstliche. Durch 
stehende Westwinde wurden erst südlich von 44° S-Br in 147° W-Lg au 
getroffen. Bei diesen zwar oft stürmisch, aber in keinem Falle mit allzu grolser 
Heftigkeit wehenden Winden nahm die Reise dann einen befriedigend raschen 
Verlauf. Am 11. April, dem 42. seit dem Antritt der Reise verflossenen Tage, 
überschritt „Canopus“ bei leichtem Westwinde die Länge des Kap Horn. Auf 
dem Wege zu derselben war: 20° S-Br iu 179,4° O-Lg am 4. März, 30° S-Br 
iu 178,7° O-Lg am 8. März, 40° S-Br in 160° W-Lg am 18. März und 50° S-Br 
iu 123,5° W-Lg am 29. März, wie ISO 0 Länge in 33° S-Br am 10. März, 150° 
W-Lg in 42,6° S-Br am 22. März, 120° W-Lg in 50,7° S-Br am 30. März und 
90" W-Lg in 56° S-Br am 6. April geschnitten worden. 
Im Atlantischen Ocean nahmen die seit längerer Zeit wehenden West 
winde bald ein Ende. Nachdem am 13. April in der Nähe von 55,5° S-Br iu 
•'»9,5° W-Lg für einen Tag ganz leiser Zug geherrscht hatte, folgte auf diesen 
nordöstlicher Wind von mehreren Tagen Dauer. Am 17. April kam, nachdem 
cs vorher windstill gewesen war, wieder Westwind durch, bei dem die Bark 
während der nächsten 6 Tage eine befriedigend rasche Fahrt erzielen konnte. 
Nachdem bei demselben 44° S-ßr überschritten worden war, veränderte sieh 
der Wind nach NNW, und indem der dann allmählich an Stärke zuuahrn, wehte 
er am 25. April, in der Nähe von 42,5° S-Br und 35° W-Lg, als orkanartiger 
Sturm ans N. Kapitän Loose beschreibt denselben als einen der schwersten 
von ihm in seiner langjährigen Fahrzeit erlebten Stürme. Während seiner Dauer 
war die Gewalt des Windes zeitweise so grofs, dafs das Schiff mit seiner Lee 
seite gänzlich im Wasser lag. Der Luftdruck erreichte seinen niedrigsten Staud 
von 739,4mm, um etwa IO* p. in. des 25. April. Sobald das Barometer zu 
steigen beganu, mäfsigte sich der Sturm, und zur selben Zeit veränderte sich 
daun auch die Windrichtung nach NW und später nach SW. Unter mehreren 
Mitseglern, welche diesen Sturm auch erlebten, befand sich die eiserne Elsflether 
Bark „Triton“, welche auf einer Reise von Neu-Seeland nach England begriffen 
war, und die sich am 16. April iu der Nähe des Kap Horn befunden hatte. 
Auch dieses damals etwa 50 Sm von „Canopus“ entfernt stehende Schiff bcob-
	        
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