Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juli 1883.
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10. Juli, 60° N-Br in 19,5° W-Lg am 20. Juli, 20° N-Br in 25,5° W-Lg atu
24. Juli und 10° N-Br in 23,8° W-Lg am 30. Juli gokrouzt. Ebenfalls am
10. August, nur etwa 6 Stunden später als „Canopus“, passirte in 20,3° W-Lg
die eiserne Bark „Herkules 1 * den Aequator. Dieses auf einer Reise von London
naclt den it/i-lnscln begriffene Schiff hatte sich am 8. Juli in Sicht von Lizard
befunden und auffallender Weise später am 18. Juli zur nahezu gleichen Stunde
den Passat angetroffen, obgleich „Herkules“ damals in 38,3° N-Br und 13,7° W-Lg
etwa 150 Sm nördlicher stand als „Canopus“. Beide Schiffe verloren dann
auch fast gleichzeitig den Passat wieder, ~Herkules* am 28. Juli in 13° N-Br
und 26° W-Lg befindlich, nur etwa 4 Stunden später, als der in 12,5° N-Br
und 26,4° W-Lg stehende „Canopus 1 *. Die erstore Bark lag später bei dem
südwestlichen Monsun in einem Schlage südostwärts, bis sie am 7. August nach
4,6° N-Br in 14,8° W-Lg gekommen war, und wendete dort dann zur selben
Stunde, zu welcher es von „Canopus 1 * in 4,5° N-Br und 18,5° W-Lg geschah.
Noch ein anderer Mitsegler, das eiserne Elsflether Vollschiff „Industrie“, welches
von Liverpool nach Melbourne bestimmt war und das am 2. Juli 50° N-Br ver
lassen hatte, kreuzte deu Aequator in 20,7° W-Lg schou am 29. Juli. Dasselbe
hatte das Passatgebiet in 34,2° N-Br und 16,8° W-Lg am 10. Juli erreicht, es
am 21. Juli in 11,8° N-Br und 24,8° W-Lg wieder verlassen und später erst
gewendet, nachdem es vom SW-Monsuu in einem Schlage bis zum 26. Juli nach
6,6® N-Br in 15,8° W-Lg geführt worden war. „Canopus* hatte die zwischen
50° N-Br und Linie liegende Strecke in 39 Tagen, „Herkules* in 33 Tagen und
„Industrie* in 27 Tagen vollendet. Um von 10° N-Br aus die Linie zu erreichen,
waren für „Canopus* 11 Tage, für „Herkules* 10 Tage und für „Industrie*
7 Tage erforderlich gewesen.
Im Südatlantischen Oceau wurde „Canopus* von dem nicht sehr beständig
auftretenden Passate bis nach 28,8° S-Br in 35° W-Lg begleitet. In der Nähe
dieses verhältnifsmäfsig weit südlich gelegenen Punktes veränderte sich der
Wind am 24. August nach NE und, indem er später kräftiger wurde, weiter
durch N nach W. Am 30. August überstand „Canopus“ unweit 37° S-Br in
19° W-Lg einen heftigen NW-Sturm, bei dem der Luftdruck bis auf 746,1mm
abnahm, und welcher das Schiff zum Boidrehen zwang. Am 5. September ging
die Bark iu 40,4° S-Br von westlicher in östliche Länge über. Der 5. September
war der 26. bis dahin iu südlicher Breite zugebrachte Tag. Während dieser
Zeit hatte man: 10° S-I>r in 28,3° W-Lg am 14. August, 20° S-Br in 32,1° W-Lg
am 20. August und 30® S-Br in 33° W-Lg am 25. August überschritten. Der
Mitsegler „Herkules* war zum ersten Meridian in 41,6° S-Br am 3. September
gelangt. Den Sturm vom 30. August hatte der damals iu derselben Breite,
aber etwa 3 Grad iu Länge östlicher stehende „Herkules* auch erlebt. Doch
war dieses in ihm einen niedrigsten Luftdruck von 751,9mm beobachtende Schiff
nicht geuöthigt worden, beizudreheu. Das Vollschiff „Industrie* hatte westliche
Länge in 38,8® S-Br schon am 23. August verlassen.
Beim Zurücklegeu der erforderlichen Länge suchte „Campus* sich an
fänglich zwischen 40° und 41° S-Br zu halten. Nachdem man aber östlich von
35° O-Lg gekommen war, wurden dort längere Zeit anhaltende heftige Süd-
undSE-Winde angetroffen, welche die Bark wieder nördlich bis nach 37,5® S-Br
hin verdrängten. Als wieder raumere Winde wehten, suchte „Canopus* auch
wieder höhere Breiten auf. Im allgemeinen waren jedoch, obgleich Westwinde
die vorherrschenden waren, die angetroffenen Verhältnisse keine günstigen.
Durch Stürme wurde die Fahrt indessen nicht uennenswerth beunruhigt. Der
einzige von gröberer Stärke war derjenige, welcher am 29. September in der
Nähe von 41° S-Br und 65® Ö-Lg angetroffen wurde. Derselbe begann aus NE,
endete aus NW uud war von einem niedrigsten Luftdruck von 740,0mm begleitet.
Die Reise verlief in folgender Weise: 20® O-Lg wurde in 40,4® S-Br am 11. Sep
tember, 50® O-Lg in 39° S-Br am 25. September, 80® O-Lg in 40,4° S-Br am
4. Oktober uud die Länge des Kap Leeuwin in 39,7° S-Br am 14. Oktober ge
kreuzt. Zurüekgehalteu durch die östlich vom letzteren Meridiane herrschenden
ungünstigen Verhältnisse, gelangte die Bark erst am 31. Oktober in Sicht von
Kap Otway und am 8. November zum Hafen von Sydney. Um dahin vom
Kanal aus zu gelangen, waren 129 Tage erforderlich gewesen. Der Mitsegler
„Herkules* hatte 80° O-Lg in 46.1° S-Br am 21. September uud die Länge der