accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Eingänge von »eteorologisollen .Tmirnalen etc,, Juli 1883, 
665 
bei „Maaellan“ geniäfsigt hatte, wurde die Bark durch die folgenden Winde 
gegen „Roland“ ganz besonders begünstigt. Am Mittage deä 2. Mai, als das 
Vollschiff in 26,8° S-Br und 24,8° W-Lg stand, befand sich gleichzeitig die 
Bark in 26,5° S-Br und 32° W-Lg. Jenes Schiff konute an diesem Tage nur 
49 Sin nach Norden hin zurücklegen, während die Bark deren 106 durchsegelte. 
Im Passatgebiete traf „Magellan“ später auch frischere Winde an, als „Roland“ 
sie fand. 
Den letzten, in nördlicher Breite liegenden Reiseabschnitt legte „Roland“ 
unter ähnlichen Verhältnissen zurück, wie sie die mitsegelnde Bark und manche 
andere Schiffe, deren Reiseauszüge schon veröffentlicht worden sind, angetroffon 
hatten. „Magellan“ gewann indessen auch hier gegen „Roland“, so "d als am 
Mittage des 7. Juni, als das Vollschiff sich in 37,4° N-Br und 36,3° W-Lg 
befand, die Bark schon nach 43,9° N-Br in 29,4° W-Lg vorgerückt war. Die 
hei „Magellan“ an diesem Tage einsetzenden, bei „Roland“ sich aber erst am 
8. Juni unweit 40° N-Br in 32,5° W-Lg einstellenden Ostwinde traten bei dem 
Vollschiffe aber so viel günstiger als bei der Bark auf, dafe jenes bis zum 
17. Juni Mittags nach 51,7° N-Br in 7,3° W-Lg segeln konnte, während gleich 
zeitig „Magellan“ nach 49,4° N-Br in 8,1° W-Lg gelangt war. „Roland“ hatte 
die Reise bis zum St. Georgs-Kanal in 129 Tagen vollendet. Im Nordatlantischen 
Ocean waren von dieser Zeit 34 Tage zugebracht worden; 10° N-Br hatte man 
in 33,8° W-Lg am 24. Mai, 20° N-Br in 38,5° W-Lg am 28. Mai, 30° N-Br in 
41,7° W-Lg am 1. Juni und 40° N-Br in 32,5° W-Lg am 8. Juni gekreuzt. 
7. Reise des Bremerliavener Vollseliitfes „Blücher“, Rapt. H. Schumacher. 
Am 20. Februar 1883, 13 Tage später, als von der Weser aus eine Reise 
nach New-York angetreten worden war, befand sich die Bark „Blücher“ in der 
Nähe von Lizard. Dort angetroffene Gegenwinde erlaubten auch während der 
nächsten Tage kein rasches Fortschreiten nach Westen, und geschah dasselbe 
erst, nachdem der Wind am 23. Februar östliche Richtung angenommen hatte. 
Kapt. Schumacher, der sich für die Passatroute entschieden hatte, liefs dann 
einen südwestlichen Kurs steuern. Man rückte auf demselben, da die später 
angetroffenen Winde fast nur östliche oder raume westliche waren, in befriedigend 
rascher Weise vor, und schliefslicb stellte sich, indem der kräftige Wind unweit 
20,2° N-Br iu 34° W-Lg von NNW durch N nach NNE drehte, der Passat 
ein. Man beobachtete in der Nähe von dessen polarer Grenze einen auf 765,5mm 
gestiegenen Barometerstand. Der anfänglich recht kräftig und beständig wehende 
Passat erlitt, nachdem das Schiff von ihm bis zum 20. März nach 20,2° N-Br 
in 52,5° W-Lg geführt worden war, eine längere Zeit anhaltende Störung. Der 
ganz schwach gewordene Wind veränderte sich dort durch S nach W, um diese 
Richtung für länger als eine Woche beizubehalteu. Erst am 29. März kam 
unweit 21,5'* N-Br in 63° W-Lg wieder ein, später indessen nur sehr unbeständig 
bleibender, den Namen Passat in keiner Weise mehr verdienender Ostwind 
durch. Bei umlaufenden Winden von mäfsiger Stärke legte man don letzten 
Theil der Reise zurück, ohne auf demselben von Stürmen beunruhigt zu werden. 
Am 10. April, 49 Tage später, als der Kanal verlassen worden war, ankerte 
„Blücher“ im Hafen von New- York. Während der Reise zu demselben war: 
40° N-Br in 17,8° W-Lg am 1. März, 30® N-Br in 27,7° W-Lg am 8. März, 
20° N-Br in 34,5° W-Lg am 13. März und zum zweiten Male 30° N-Br in 
71,1® W-Lg am 4. April, wie 30° W-Lg in 26,3® N-Br am 10. März, 50° W-Lg 
in 19,9® N-Br am 19. März, 60® W-Lg in 19,8° N-Br am 27. Märe und 70° W-Lg 
in 27,6® N-Br am 2. April gekreuzt worden. Mitsegler, welche damals ihre 
Reise auf der Nord um Schottland führenden Route ausführten, waren im Stande, 
die Fahrt über don Ocean in kürzerer Zeit zu vollenden, als „Blücher“ es gethau 
hatte. Unter denselben befand sich die Bremer Bark „Olbers“, welche am 
17. Februar die Wfeser-Mündung verlassen und die sieh am 26. Februar bei 
Fair Island befunden hatte. Dieselbe erreichte ihren Bestimmungsplatz New- 
York am 27. März, 29 Tage später, als man sich bei der Nordspitze von Schott 
land befunden hatte. 
Am 13. Mai verliefe der nun auf der Rückreise nach London begriffene 
„Blücher“ den Hafen von New-York wieder. Derselbe traf während dieser Fahrt 
über den Ocean keine längere Zeit anhaltende Westwinde an, sondern die der 
Ann. 4 HydT, etc., 1883, Heft Xi.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.