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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juli 1883.
Erst als der Wind abermals durch N nach NE gedreht war, hielt er sich in
diesem Quadranten nnd wurde Passat. Die nördliche Grenze desselben schien
am 15. Februar in der Nähe von 26,5° N-Br in 121,5° W-Lg zu Hegen. Ein
höchster Luftdruck von 768,8mm wurde unweit 23° N-Br abgelesen; beim Ein
setzen des Passats hatte das Barometer auf 766,1mm gezeigt. Der recht kräftig
wehende Passat begleitete das Schiff bis nach 6,8° N-Br in 117° W-Lg. In
dem hier am 21. Februar betretenen Stillengürtel verbrachte „Roland* zwei
Tage. Nach Verlauf derselben erreichte man in 5° N-Br und 117° W-Lg den
SE-Passat wieder, welcher das Schiff bis zum 26. Februar zu der in 120,8° W-Lg
überschrittenen Linie führte. Der 26. Februar war der 18. bis dahin auf See
zugebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 30° N-Br in 123,2° W-Lg
am 13. Februar, 20° N-ßr in 119,5° W-Lg am 17. Februar und 10° N-Br in
117,1° W-Lg am 20. Februar gekreuzt.
Der in südlicher Breite anfänglich noch sehr flaue Passat wurde, nachdem
4° S-Br überschritten worden war, etwas kräftiger und wehte überall aus
raumer, fast stets das Einhalten eines rechtweisenden Südkurses erlaubender
Richtung. Sein Gebiet dehnte sich südwärts aus bis nach 30° S-Br in 120° W-Lg.
In der Nähe dieses Punktes gerieth „Roland“ am 12. März in Windstille.
Nachdem diese zwei Tage lang, au denen das Barometer auf 771,0mm gezeigt
hatte, angehalten hatte, folgte wieder ein leichter östlicher Wind, der sich erst
südlich von 38° S-Br durch N nach W veränderte. Aus letzterer Richtung
wehte der Wind für mehrere Tage kräftig, doch war er nicht von langer Dauer,
denn bald stellten sich wieder östliche Winde ein. Durchstehende Westwinde,
welche das Schiff bis zum 5. April in Sicht von Diego Ramirez führten, wurden
erst südlich von 52° S-Br angetroffen. „Roland“ hatte am 5. April 38 Tage
in südlicher Breite zugebracht und dort: 10° S-Br in 124,7" W-Lg am 3. März,
20° S-Br in 123,6° W-Lg am 8. März, 30° S-Br in 120° W-Lg am 12. März,
40° S-Br in 116° W-Lg am 20. März und 50° S-Br in 108® W-Lg am 27. Mäi’z
gekreuzt.
Im Südatlantischen Ocean verlief die Reise infolge dort zunächst an
getroffener stürmischer Winde in unruhigerer Weise, als cs im Stillen Ocean
der Fall gewesen war. Da der nun vorherrschend aus nördlicher Richtung
wehende Wind sich auch nicht selten im nordöstlichen Quadranten hielt, erfolgte
der Fortgang des Schiffes nicht in erwünscht rascher Weise. Am 9. April
stürmte es unweit 54° S-Br in 55° W-Lg bei einein niedrigsten Luftdruck von
742,6mm heftig aus N, und am 12. April wurde unweit 51,5° S-Br in 47° W-Lg
wieder ein orkanartiger Weststurm überstanden, bei dem das Barometer bis
auf 732,5 mm sank. Noch einen anderen Sturm beobachtete „Roland“ am
19. April in der Nähe von 44,5° S-Br und 35,5° W-Lg. In demselben, welchem
ganz schwacher NE-Wind voranging, veränderte sich der Wind später, nachdem
der Luftdruck mit 731,5 mm seinen niedrigsten Stand erreicht hatte, durch N
nach WNW. Aus NE und WNW wehte der Wind in fast orkanartiger Stärke,
während die Windstärke, als der Wind N war, nur 4 betrug. Durch diese
häufigen Nordwinde wurde „Roland“ ziemlich weit nach Osten hin abgedrängt;
dagegen wurden die südlich vom Passatgebiete in diesem Meerestheile sonst so
häufig auftretenden leichten Nordwinde nicht angetroffen. Am 5. Mai wurde
bei einem höchsten Luftdruck von 767,4mm die in der Nähe von 23,2° S-Br
und 23,7 "W-Lg liegende polare Pagsatgrenze überschritten. Nördlich von der
selben, wo der anfänglich mir noch sehr flaue Wind bald an Stärke zunahm,
wurde das Schiff bis zum 14. Mai zu der in 28,2° W-Lg übersehritteneu Linie
geführt. Um zu derselben vom Kap Horn zu gelangen, waren 39 Tage erforder
lich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 50° S-Br in 45° W-Lg am
13. April, 40° S-Br in 28,5° W-Lg am 23. April, 30° S-Br in 24,9° W-Lg am
30. April, 20° S-Br in 24,3° W-Lg am 7. Mai und 10° S-Br in 27° W-Lg am
10. Mai geschuitteD. Am 12. Mai war in 30° W-Lg die Hamburger Bark
„Magellanwelche sich am 12. April beim Kap Horn befunden hatte, von
südlicher in nördliche Breite übergegangen. Als dieses Schiff am 25. April in
41° S-Br und 37° W-Lg jenen, in ihrem Reiseberichte erwähnten heftigen Nord-
sturm erlebte, befand sich gleichzeitig „Roland“ in 36° S-Br und 28,5° W-Lg.
Bei diesem Schiffe wehte damals NNE-Wind in Stärke 5, während bei der Bark
Sturm von der Stärke 9—10 aus NNW herrschte. Nachdem sich der Sturm