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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juli 1883. 
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25. April, in der Nähe von 42° S-Br in 36° W-Lg, in orkanartiger Stärke 
wehte. Als das Barometer dort mit 746 mm seinen niedrigsten Stand und der 
Wind seine gröfste Stärke erreicht hatte, veränderte sich der letztere, indem 
gleichzeitig auch der Luftdruck sehr rasch zunahm, nach W und verlor nun 
seine Stärke so schnell, dafs er in kurzer Zeit zur flauen Briese herabgesunken 
war. Nach diesem Sturme hielt sich der Wind für mehrere Tage im westlichen 
Halbkreise, die Bark bis zum 29. April nach 34,5° S-Br in 32° W-Lg führend. 
Nördlich von dieser Position wurden vorherrschend südöstliche Winde an- 
getroffeu, die an mehreren Tagen frisch, sonst aber meist nur in sehr geringer 
Stärke wehten. Als „Triton“ am 4. Mai nach 25° S-Br in 29,5° W-Lg 
E ekommen war, frischte der südliche Wind, bei einem auf 767,0 mm gestiegenen 
uftdrucke, auf und wurde Passat. Von diesem kräftig wehenden Winde wurde 
die Bark dann in rascher Fahrt zur Linie geführt. Am 13. Mai ging „ Triton“ 
in 29,8° W-Lg von der südlichen zur nördlichen Halbkugel über. Um vom 
Kap Horn aus den Aequator zu erreichen, waren 27 Tage erforderlich gewesen. 
Während dieser Zeit hatte man: 50“ S-Br in 49,5“ W-Lg am 21. April, 40° S-Br 
in 34,3° W-Lg am 27. April, 30° S-Br in 31° W-Lg am 1. Mai, 20° S-Br in 
29° W-Lg am 6. Mai und 10“ S-Br in 28,5° W-Lg am 9. Mai gekreuzt. Am 
12. Mai, einen Tag früher als „Tritonwar in 30° W-Lg der Mitsegler 
„Magdlan“ von der südlichen zur nördlichen Halbkugel übergegangen. Diese, 
von Iquique nach Hamburg bestimmte Bark hatte sich am 12. April in Sicht 
vom Kap Hom befunden. Noch ein anderer Mitsegler, die eiserne Hamburger, 
von Lemka nach Hamburg sogelnde Bark „Canopus“, die am 11. April beim 
Kap Horn gewesen war, erreichte nördliche Breite in 29,4° W-Lg am 14. Mai. 
Alle drei Schiffe hatten gleichzeitig in der zweiten Tageshälfte des 25. April 
jenen erwähnten heftigen Sturm überstanden. »Triton*, in 42° S-ßr und 35,6° 
W-Lg stehend, beobachtete au diesem Tage um 10* p. m. NW-Wind in Stärke 11 
und einen niedrigsten Barometerstand von 746,3 mm; „Magdlan“ hatte in 
40,9° S-Br uud 37,3° W-Lg NNW-Wind von der Stärke 9 bis 10 und einen 
bis auf 747,3 mm gesunkenen Luftdruck, während der sich um ll h p. m. des 
25. April in 42,5° S-Br und 35° W-Lg befindende „Canopus* von dort vollen 
Orkan aus NNW und einen auf 739,4 mm gesunkenen Barometerstand berichtet. 
Am Mittag des 1. Mai hatte „Triton“ sich in 28,9° S*Br und 30,9° W-Lg, 
„Magellan“ in 28,9° S-Br und 32,6° W-Lg uud „Canopus“ in 30,5° S-Br und 
32,3° W-Lg befunden. 
Den zwischen Linie und Kanal liegenden Theil der Reise legte „Triton“ 
bei fast denselben Verhältnissen zurück, wie sie im Reiseauszuge der Bark 
„Magellan“ schon kurz angegeben worden sind. „Triton“ traf den in 1 l h Tagen 
überschrittenen Stillengürtel auf der zwischen 1,5° N-Br in 29,8° W-Lg und 
3,5° N-Br in 39,8° W-Lg liegenden Strecke an uud wurde von dem sieh 
unweit des letzteren Punktes cinstellendeu NE-Passat bis zum 1. Juni nach 
35,5° N-Br in 44,5° W-Lg begleitet. Am 22. und 23. Mai war unweit 20° N-Br 
auch bei „Triton* der Passat ganz gestört gewesen. Am 17. Juni, einen Tag 
früher als der hölzerne Mitsegler es that, erblickte mau an Bord des „Triton“ 
Lizard. Zur Vollenduug der Reise waren 88 Tage, von denen man 35 in nörd 
licher Breite verbrachte, erforderlich gewesen. Während dieser letzteren Zeit 
hatte man: 10° N-Br in 37° W-Lg am 19. Mai, 20° N-Br in 41,8° W-Lg am 
23. Mai, 30° N-Br in 42,8° W-Lg am 29. Mai und 40° N-Br in 39,8° W-Lg 
am 4. Juni gekreuzt. Der Mitsegler „Canopus“ gelangte zur TLmaf-Mündung 
am 30. Juni. Der dem Anscheine nach sehr rasch segelnde „Triton“ hatte die 
ganze Erdumsegelung in der sehr kurzen Zeit von 171 Tagen vollendet. 
6. Reise des Brewer Vollsehiffes „Roland“, Kapt. Ad. Jftlicher. 
Am 8. Februar 1883 verliefe das nach Dublin bestimmte Vollschiff 
„Roland“ den Hafen von San Francisco. Dasselbe segelte bei dem auf See 
zunächst angetroffeuen frischen NW-Winde südwärts und beobachtete, wie es 
allmählich naeh dieser Richtung hin vorschritt, ein Drehen des Windes durch 
N nach NE. Es schien, als ob der Wind in dieser Weise ohne vorhergehende 
Störung Passat werden wollte. Nachdem jedoch unweit 33° N-ßr der Wind 
NE geworden war, hielt er nicht in seiner Drehung ein, sondern indem er sich 
weiter nach E und S veränderte, nahm er bald wieder westliche Richtung an.
	        
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