Eiugang« von meteorologischen Jonrnalui etc.. J ult 1883.
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32,5° W-Lg abgelesen worden, und den anderen hohen Luftdruck beobachtete
man in der Nähe von 35° S-Br und 15,5° W-Lg. Südlich von diesem Punkte
führte der für mehrere Tage kräftig aus NE wehende Wind noch einmal eine
Drehung nach links aus, uud erst bei dem auf diese folgenden NE-Winde
überschritt „ Willy Rickmen“ am 3. Oktober in 37,9° S-Br den ersten Meridian.
Die Bark hatte bis dahin 21 Tage auf der südlichen Halbkugel verbracht und
dort: 10° S-Br in 31,3° W-Lg am 16. September, 20° S-Br in 31° W-Lg am
21. September und 30° S-Br in 27,4° W-Lg am 25. September geschnitten.
Der Mitsegler „Arcturus“, welcher bis nach 21° S-Br in 25° W-Lg vom Passat
begleitet worden war, beobachtete südlich von diesem Punkte keinen einzigen
Rundlauf des Windes. Bei ihm folgte auf die südlich vom Passatgebiete an
einem Tage beobachtete Windstille ein frischer SE-Wiud, der sieh später
allmählich nach links veränderte, bis seine Richtuug NW geworden war. Dann
bald wieder nach NNE zurückdrehend, hielt er sich für längere Zeit in diesem
Viertel, und bei fast stürmischem Nordwinde ging „Arcturus“ am 1. Oktober
von westlicher in östliche Länge über. Südlich von 22° S-Br, wo der Luft
druck fast immer mehr als 769,6 mm betragen hatte, war ein höchster Stand
von 776,6 mm unweit 35,5® S-Br in 8° W-Lg beobachtet worden. Fast genau
zur selben Zeit als dieser höchste Druck an Bord des Vollscliiffes beobachtet
wurde, las mau an Bord der mitsogelnden, in 35° S-Br und 15,5° W-Lg
stehenden Bark ein Maximum von 773,4 mm ab. Beide Schiffe befanden sich
damals in der westlichen Hälfte eines Gebietes hohen Luftdruckes. „ Willy
Rickmersder bei N-Wind in Stärke 7 segelte, war weiter vom Orte des
Maximums entfernt, als „Arcturus“, bei dem der Wind mit der Stärke 3 aus
NNW wehte.
Während der Zeit, in welcher die erforderliche Länge zurückgelegt
wurde, hielt „Willy Rickmers“ sich zwischen 41° und 42° S-Br. Die dort au-
getroffenen, fast nur aus westlicher Richtung kommenden, Winde wehten zwar
häufig stürmisch, doch nahmen dieselben in keinem einzigen Falle bis zum
heftigen Sturme zu. Am 22. Oktober, dem 19. bis dahin in östlicher Länge
verbrachten Tage, konnte „ Willy Rickmers“ 80° O-Lg in 38,2° S-Br über
schreiten. Der Mitsegler „Arcturus“, welcher den gröbsten Theil seiner Länge
iu der Nähe von 37° S-Br durchsegelte, gelaugte nach 80° O-Lg in der un
gewöhnlich nördlich gelegenen Breite von 27,8° Süd am 26. Oktober. Dieses
Schiff überstand am 9. Oktober, in der Nähe von 38,8° S-Br und 23,2° O-Lg,
einen sehr schweren Weststurm, bei dem der Luftdruck bis auf 747,3 mm sank
und der das Schiff zum Beidrehen zwang. Der am Mittage dieses Tages in
nahezu derselben Länge, aber etwa drei Breitengrade südlicher stehende
„ Willy Rickmers“ beobachtete dort zwar auch stürmischen Westwind und einen
niedrigsten Barometerstand von 736,0 mm, doch konnte derselbe bequem vor
dem Winde weglenzeu. Das Vollschiff traf 24 Stunden hindurch Windstärken
von 10 oder gar 11 an, während die Bark nur für wenige Stunden Windstärken
7 und 8 notirte. Von dem am 22. Oktober erreichten Punkte aus entschlofs
Kapt. Ortgiese, der Führer des „Willy Rickmers“, sich, den durch die Sunda-
Strafse führenden Weg zum Bestimmuugsplatze eiuzusehlageu, während „Arcturus“
Kurs für die NW-Spitze von Sumatra steuern liefe. Die Bark traf auf ihrem
Wege zum Passat später kräftige Westwinde an, die sich langsam uach liuks
veränderten und die schliefslich in den Passat übergingen, ohne dafs vorher
von Mallung auch uur eine Spur angetroffen wurde. Unweit 28,5° S-Br in
99,8° O-Lg, wo am 29. Oktober, bei einem höchsten Luftdruck von 769,6 mm,
der Wind eine östlich von Süd liegende Richtung annahm, schien die polare
Passatgrenze zu liegen. Kräftiger Passat, der erst in der Nähe des Landes
schwächer wurde, führte die Bark darauf rasch weiter nordwärts, bis schliefslich
am 6. November die SwWa-Strafse erreicht wurde. Auf dem Wege zu derselben
war: 30° S-Br in 97,8° O-Lg am 28. Oktober, 20° S-Br in 102,6° O-Lg am
1. November uud 10° S-Br in 104,5° O-Lg am 4. November gekreuzt worden.
Nachdem „ Willy Rickmers“ die Sunrfa-Strafse und Sundu-Sce bei leichten süd
lichen Winden durchsegelt hatte, passirte sie am 14. November die Banka-
Strafse, und bei flauen Südwinden legte sie schliefslich auch den letzten Theil
der Reise zurück. Am 21. November, 99 Tage später als 50° N-Br verlasseu
worden war, ankerte die Bark auf der Rhede von Sinyuyorc. Der Mitsegler