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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Kleine hydrographische Notizen. 
CU 
Beim Passheu des Kap Kkelidonia, auf 10 Hm Abstand, wurde eine west 
liche Strömung von nur ca ’/s Sm beobachtet. Im Allgemeinen herrschten bei 
sonst ruhiger See und heiterem und wolkenlosem Himmel flaue westliche und 
westsüdwestliche Winde vor, welche nur im Golf von Adalia durch NE-Winde 
bis zur Stärke 5 und 6 unterbrochen wurden. 
12. Reihentemperaturmessungen im Atlantischen Ocean. Kapitän 
W. Siegmund, Führer des Dampfers der Kosmos-Linie „Memphis“, hat uns 
nachstehende Reihontemperaturmessungen eingesendet, welche er mit den ihm 
für diesen Zweck vom Hydrographischen Amt geliehenen Instrumenten auf einer 
Reise nach West-Amerika gewonnen hat. 
Datum 
j 1882 
Stnnde 
Ort 
N-Br | W-Lg 
Tiefe 
m 
Temp. 
°C. 
Spee. Crew. 
red. auf 17^5° 
Bemerkungen 
j Ang. 10 
i 
Mittag 
30° 52' 
17° 11' 
0 
5 
50 
150 
250 
23.5 
23,0 
21.6 
17.4 
19.5 
1,0286 
1,0289 
MiLler-Casella 
Negretti-Zambra 
desgl. 
I Aug. 16 
Mittag 
9° 2z' 
28° 5' 
0 
5 
65 
214 
464 
28,2 
28,0 
22,3 
12,5 
8,6 
1,0273 
1,0285 
Miller-Casella 
Negretti-Zambra 
desgl. 
- 
13. (D.S.) Eis im südwestlichen Theil des Indischen und des 
Südatlantischen Oceans. Das deutsche Vollschiff „MelpomeneKapitän 
Chr. Thiemig, passirte am 19. Oktober 1881 um 10 Uhr Vormittags auf un 
gefähr 44° 26' S-Br und 24° 1' O-Lg und in einem Abstande von 2 Sm einen 
18 m (60 Fufs) hohen Eisberg. Die Temperatur der Meeresoberfläche, welche 
um 8 Uhr Morgens 7,8° C. war, zeigte bei Annäherung an den Eisberg keine 
Aenderung. 
Ferner passirte „Melpomene“ am 24. Oktober 8" Morgens in 44° 56'S-Br 
und 42° 49' O-Lg einen Eisberg von etwa 36 m (120 Fufs) Höhe. Die Tem 
peratur der Oberfläche des Meeres war zur Zeit 3,9°, die der Luft 3,1° 0. 
Auch dieses Mal wurde bei Annäherung an den Eisberg keine Abnahme der 
Wassertemperatur beobachtet. 
Am 14. Juli 1882 passirte die doutsche Bark „Patagonia“, Kapitän 
E. H. Hellwege, eine otwa3Sm lange, anscheinend SW—NO sich erstreckeude 
Eisinsel, welche an dem einen Ende 60m (200 Fufs), in der Mitte 30m (100 Fufs) 
und am anderen Ende 45 m (150 Fufs) hoch war, und deren Position zu 
uugefähr 49° 10' S-Br und 42° 33' W-Lg bestimmt wurde. Um 9 Uhr Morgens 
des genannten Tages, in 49° 12' S-Br und 42° 41' W-Lg, sah man die Eisinsel 
in ONO, 5 Sm entfernt, und um 12 Uhr Mittags, nachdem 20 Sm nach N0 $ /*0 
zurückgelegt waren, peilte das NO-Ende derselben SSO. Die beobachtete 
niedrigste Temperatur der Meeresoberfläche betrug 3,1°, die der Luft 2,1° C. 
Indem das Schiff nach NO‘/sN weiter segelte, nahm die Temperatur des Meer 
wassers — wie das in dieser Gegend fast stets der Fall ist — rasch zu und 
war um 12 Uhr Nachts, in 47° 35' S-Br und 40° 32' W-Lg, 6,7° C. 
14. CD. S.) Flaschenposten. 1) Durch Vermittelung des Herrn 
Belmiro Joaquim d’Oliveira in Alcobaca, Provinz Bahia, ist der Seewarto 
ein Flascheupostzettel zugegangen, welcher von der Deutschen Bark „ Amanda 
und ElisabethKapt. F. Föh, auf der Reise von Mozambique nach Hamburg 
am 7. Dezember 1880 auf 29° 24' S-ßr und 33° 0 х O-Lg, im Indischen Ocean 
an der Küste von Natal, über Bord geworfen und am 11. August 1882 bei dem 
Dorfe Alcobaca an der Küste von Brasilien auf ungefähr 17° 30' S-Br und 
39° 10' W-Lg durch den genannten Herrn aufgefuuden wurde. 
Auf dem nächsten Seewege hat die Flasche unter den bekannten Voraus 
setzungen in 612 Tagen etwa 4110 Sm zurückgelegt. Es ist indessen wahr 
scheinlicher, dafs dieselbe, nachdem sie mit der Аt/«/W-S trömung um Süd-Afrika 
herum bis zur Höhe des Kap der gxiten Hoffnung gelangt, zunächst bis nach 
etwa 15° S-Br und 10° W-Lg in nordwestlicher und dann erst in West- bis
	        
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