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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Reiseberichte S. M. S. ,Elisabeth“. 
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in Whydah ist in dieser Jahreszeit mit Schiffsbooten nicht ausführbar und auch 
mit den Surfbooten häufig unterbrochen und immer, wenn auch nicht gefährlich, 
ein wenig angonehmes Unternehmen; an vielen Tagen ist für Schiffe Kommuni 
kation mit dem Lande nicht möglich. Schiffe, die nicht, wie die hierherfahrenden 
deutschen und englischen Dampfer, sowie die englischen hier stationirten Kriegs 
schiffe, eigene Surfboote haben, müssen per Signal um ein Boot von Land 
bitten. Gewöhnlich wild als Signal hierfür eine rothe Flagge im Vortopp be 
nützt. Uobrigens kommt au allen Plätzen, die in englischem Besitz sind, gleich 
nach dem Ankern des Schiffes ein Begieruugsboot mit Zollbeamten an Bord, 
der Auskunft über das Schiff einholt und die erste Kommunikation vermitteln kann. 
Zur Zeit des Aufenthaltes S. M. S. „Elisabeth“ lagen ein Dampfer und ein 
Schoner deutscher Nationalität vor Whydah, und eine französische Bark traf 
ein; die Lichter der hier liegenden Schiffe könnten event. Nachts anderen 
Schiffen als Anhalt dienen, die Strandfaktoreien selbst sind Nachts unbewohnt, 
daher auch unbeleuchtet, denn die hier ansässigen Europäer sind gezwungen, 
in der ea 2 Sm vom Strande entfernt liegenden Stadt Whydah selbst zu 
wohnen und die Nächte zuzubringeu, und von dieser sind von See aus nur am 
Tage einige hohe Dächer und Flaggen, doch Nachts nichts zu bemerken. 
Ueber den auf Whydah - Khede gefundenen Strom giebt die im Schlufs 
stehende Tabelle Auskunft. Im Allgemeinen sei hier noch bemerkt, dafs der 
Strom dicht an der Küste immer nur gering gefunden wurde, dafs er aber in 
einiger Entfernung schnell zunimmt, daher empfiehlt es sich, besonders für 
langsam fahrende Dampfschiffe, bei westlichem Kurs sieb möglichst dicht (inner 
halb der 10 Faden- [18 m-] Linie) unter der Küste zu halten. 
Bei der Strandfahrt fährt man am besten, indem man sieh von Faktorei 
zu Faktorei weiter fühlt, aber auch dann noch können Irrtliümer Vorkommen, 
weil zu den in der Karte angegebenen Handelsniederlassungen noch neue hinzu 
gekommen sind. 
Quitta 1 ) ist ein gröfserer Platz und schon an der gröfseren Anzahl weifser 
Häuser, die theils vor, theils in einem Palmengehölz liegen, kenntlich; rechts 
und links von diesem Gehölz sind kahle, nur mit einzelnen Palmen bestandene 
dünenartig aussehende Sandstrecken von ca 3 bis 5 km Länge, die beide dann 
wieder - von kleinen Gehölzen begrenzt werden. Vor dem linken Gehölz steht 
ein auffallendes einzelnes weifses Haus (Fort oder Faktorei von Yellacaffee) und 
an dem linken Rande des rechten Gehölzes steht ein schuppenartiges flaches 
Gebäude mit Eisendach. Die Landung in Quitta ist mit Surfbooten leicht zu 
bewerkstelligen, das Kap St. Paul schützt schon recht wirksam vor der langen 
Dünung. Während der Nacht (vom 3. zum 4. August), die S. M. S. „Elisabeth“ 
vor Quitta zubrachte, wurden bis zum Tagwerden drei gut sichtbare Lichter 
in dem Ort bemerkt, der Ankerplatz war: Qwtito-Fort NW 5 /$W, Kap St. Paul 
SW’/sW, in 17 in schwarzem und gelbem Sande. 
Die Küste von Quitta nach Addah stellt sich ganz anders dar, wie die 
Karte Tit. VI, No. 126 (Br. Adm.-Karte No. 1360), sie giebt. Nach der Karte 
scheint die Küste nur mit wenigen Bäumen bestanden, einzelne Palmen sollen 
sich scharf hervorheben, vor Allem die Teebwy Trees, auch erwartet man Tebwy, 
Aviey und Atakoo als gute Orientirungsmarken vorzufinden. Thatsächlieh sieht 
man aber an der ganzen Küste bis zur Volta - Mündung kaum etwas Hervor- 
tretendes; die Küste ist in ziemlicher Gleichmäfsigkeit mit Bäumen dicht be 
wachsen, unter denen einzelne sieh nicht auszeichnen; die genannten Dörfer 
konnten, bis auf Atakoo, überhaupt nicht bemerkt werden, und auch dieser Ort 
ist schlecht zu sehen, uud nur in einzelnen Momenten tritt hier und da ein 
dunkles Dach aus den Bäumen hervor. 
Erst 3 bis 4 Sm östlich von Richard« Pt. (Mündung des Volta) findet 
sich ein Orientirungsobjekt, das aber nicht auf der Karte verzeichnet ist: näm 
lich ein gröfseres aus Strobhäusem bestehendes Dorf, welches sich an die 
westliche Kante eines durch Höhe und Dichtigkeit seiner Bäume sich aus 
zeichnenden Gehölzes anlehnt. Hinter dem Dorfe zieht der Wald sich etwas 
zurück und verläuft dann weiter nach Westen. Die Mündung des Volta konnte 
schon auf 5 Sm an der auf der Barre stehenden Brandung erkannt werden, 
') „Afrii-a Pilot“, Part 1. 1880, ftas». 275. Vgl. Taf. 13 in diesem Heft. 
AttB. d. t J; etc., 18S3, Heft Xi. 
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