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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Reiseberichte S. M. S. „Elisabeth“. 
Brandung wurde auf allen durch Tonnen bezeichneten Untiefen, die 
South 2?asf-Bank ausgenommen, beobachtet, obgleich nur noch geringer Ebb 
strom lief und die See wenig Bewegung hatte. 
Betreffs der beiden für Gaboon benutzten Karten, Tit VI, No. 159 und 
157 (Br. Adm.-Karte No. 1877 und 1361), ist zu melden, dafs sie in Länge und 
Breite der einzelnen Punkte differiren. No. 157 giebt sie über 2' zu östlich 
gegen No. 159. 
Die im Penelope-Pate gelotheten Tiefen waren durchweg gröfser, wie nach 
den Kartenangaben, der Unterschied betrug bis zu 8m an einzelnen Stellen und 
immer über 2m im eigentlichen Pafs; nur bei Tonne No. 1 und in der Nähe 
der Rhede von Libreville entsprachen die gelotheten Tiefen ungefähr den Karten. 
Ueber die Gezeitenverhältnisse in Gaboon hat nichts in Erfahrung gebracht 
werden können. Der französische Marine-Offizier, der die hydrographischen 
Angelegenheiten des Hafens zu leiten hat und darüber hätte Auskunft geben 
können, war nicht atu Orte anwesend, die eigenen Berechnungen ergaben ziem 
lich mit den Beobachtungen übereinstimmende Gezeiten. Die gröfste Stärke 
des auf der Rhede von Libreville geloggten Stromes (S. M. S. »Elisabeth“ lag 
in der Mitte zwischen dem auf der Karte Tit, VI, No. 159, eingezeichneten 
äufsereu Anker und dem Wachtschilf) betrug für Ebbe 1,6 Sm pro h, für Fluth 1,5. 
Die Ebbe setzte hier mifsweisend nach NW, die Eluth nach SE, zwischen beiden 
Strömungen war das Wasser nahe 1 Stunde im Stillstand. Die Temperatur 
des Wassers war dieselbe, wie im ganzen Golf von Guinea, ca 25,5°; die 
Temperatur der Luft war im Maximum 26,0°, das Minimum 23,0° (8 h früh), 
dabei war die Luft frisch und trocken, auch zu den Zeiten der Windstillen. 
Die Seebriese setzt Nachmittags zwischen 12—2 h aus W—WNW ein und hält 
8—11 Stunden an, Vormittags sind leichte südöstliche bis südsüdwestliche 
Winde beobachtet. Die Luft sah zeitweise sehr rogendrohend aus, doch soll 
nach Aussage älterer Residenten in dieser Jahreszeit niemals Regen fallen. 
Ein Lauden mit Booten wird wohl immer an den Stellen des Strandes, 
wo keine Steine (Schiefer und Eisensteine) liegen, zu bewerkstelligen sein; für 
Kriegsschiffsboote ist sonst auch die Benutzung der Mole bei dem französischen 
Marine-Arsenal erlaubt, doch ist dieselbe bei niedrigem Wasser wegen der im Wege 
liegenden Steine nicht zugänglich. Nördlich dieser Mole befindet sich eine kleine 
gerade Steinmole, anscheinend für Prähme etc. bestimmt, an welcher bei jedem 
Wasserstando Boote anlegen können. Die nördliche Mole ist Nachts durch 
eine rothe Laterne gekennzeichnet, die südliche durch eine grüne (vgl. „Leucht 
feuer -Verzeichnifs“ Tit. VI, No. 159). 
Whydah.') Eine zugleich mit Insichtkommen von Häusern am Strande 
beobachtete Länge gab Sicherheit, dafs diese Häuser die Strandfaktoreien 
von Whydah waren; sonst ist ein Zurechtfinden an dieser flachen, nichts Charak 
teristisches und Hervortretendes aufweisenden Küste, aufser durch Anfragen 
per Signal, für Fremde kaum ausführbar. Das Signalisiren mit allen Faktoreien 
der Sklaven- und Goldküste ist möglich; diese sind fast sämmtlieh im Besitz des 
internationalen Signalkodex und der Signalflaggen. Die auf den Karten, sowie 
in dem Buch „West Coast of Afriea“, Part II, herausgegeben vom hydrographischen 
Amte in Washington (1875) enthaltenen Vertonungen sind ganz unrichtig und 
zeigen, soweit diesseits konstatirt werden konnte, gar keine Aehnlichkeiten 
mit der Wirklichkeit. 2 ) Das üppige Wachsthum der Bäume, das häufige Um 
bauen der Häuser, hinzugekommene neue Faktoreien u. s. w. lassen diese Bilder 
so unähnlich und unbrauchbar wie möglich erscheinen; auch die Lothungen geben 
keinen Anhalt, da der Grund auf ganz kurzen Strecken zu sehr ändert (Schlick, 
grober und feiner Sand von verschiedenen Farben, Kies, Steine, Muscheln und 
Korallen wechseln schnell und bunt durcheinander). Die Tiefen an der Sklaven 
küste sind aber ziemlich gleichmäfsig in gleicher Entfernung vom Ufer. Wo 
man bei Whydah ankert, ist ziemlich gleichgültig. S. M. S. „Elisabeth“ lag in 
12,5 m Wasser, Grund; Schlick mit feinem Sand und Muscheln, in der Peilung: 
deutsche Faktorei N 5 /»0, westlichste französische Faktorei NzW. Die Faktoreien 
heifsen bei der Annäherung von Kriegsschiffen gewöhnlich ihre Flaggen. Das Landen 
*) „Afriea Pilot“, Part I, 1880, pag. 278. 
*) Vgl. Taf. 13 in diesem Heft.
	        
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