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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

$46  Metou*vlögissi№  und  «ceanographiseiie  Beobachtungen  aut'  Jan  Mayen.

[  ]Datum
1  1883

Oberfl.

5m

10  m

30  m  ii

Mai  29  Temp.  °C,
Specif.  (Jew.
Salzgeh.  %

—1,4
1,02606
3,437

—1,5
1,026015
3,435

—1,5
1,02605
3,436

—1,65
1,02592  :
3,419  i

1  Juni  9  Temp.  °C.
Specif.  Gvw.
Salzgeh.  %

-0,42
1,02582
3,406

“—0,75
1,02580
3,403

—0,7
1,02582
3,406

—1,6  ;
1,02595  :
3,422

5  Juni  19  Temp.  °C.
Specif.  Gew.
Salzgeh.  %

0,8
1,02559
3,376

1,02564
3,382

0.25  “
1,02576
3,398

-—0,8  i
1,02585
3,410  |

Juni  24  Temp.  ®C.
]  Specif.  Gcw.
Salzgeh.  <>/.■>

2,25
1,02600
3,429

TT"
1,02599
3.428

1,52
1,02597
3,425

0  3  1
1,02599  1
3,428  i

'  Juli  19  Temp.  ®C.
Specif.  Gew.
I  Salzgeh.  %

1,02589
3,415

2,2
1,02602
3,431

2,0
1,02612
3,464

0,8  I
1,02618
3,467

3.  Die  Gezeitenbeobaehtungen  wurden  im  Winter  durch  Eis-Treiben  und
-Pressungen  und  durch  starke  Brandung  im  Sommer  1882  sehr  behindert;  erst
im  Frühjahr  1883  gelang  es,  an  dem  auf  festem  Untergründe  errichteten  Fluthmesser
  nahezu  vier  Lunationen  hindurch  stündliche  Ablesungen  zu  machen.  Bei
der  isolirten  Lage  der  Insel  Jan  Mayen  läfst  sich  annehmen,  dafs  die  Fluthwellen
  keinen  wesentlichen  örtlichen  Modifikationen  ausgesetzt  sind;  die  Fluthkurven
  zeigten  eine  grofse  Regelmäfsigkeit.  Die  mittlere  Fluthhöhe  wurde
gleich  1,02m  gefunden;  die  mittlere  Hafenzeit  beträgt  ll h  35,5 ra  (vorbehaltlich
einer  kleinen  Korrektion  nach  Berechnung  der  halbmonatlichen  Ungleichheit).
4.  Die  Eisverbältnisse  in  der  Gegend  von  Jan  Mayen  scheinen  während
des  Frühjahrs  und  Sommers  1882  wesentlich  andere  gewesen  zu  sein  als  im
Jahre  1883.  Ende  Mai  1882  wurde  die  Treibeisgrenze  etwa  120  Sm  südostwärts
  von  Jan  Mayen  gefunden;  das  im  Juli  1882  im  Umkreise  der  Insel  angetroffene ­
  Eis  reichte  durchschnittlich  1  bis  2  rn  über  Wasser,  war  jedoch
selten  aus  mehr  als  1  in  dicken  Bruchstücken  zusammengesetzt  und  zeigte
später  einen  sehr  gelockerten  Zustand;  am  26.  Juli,  13  Tage  nach  der  Landung,
war  die  Insel  ganz  eisfrei  und  verblieb  so  bis  zur  Neubildung  des  Eises  am
14.  Dezember  1882;  an  diesem  Tage  trieb  der  Nordwind  Eisbrei  und  Eisbrocken
von  10  bis  15  cm  Dicke  und  30  bis  60  cm  Durchmesser  an  dio  Küste;  rasch
wuchsen  dieselben  bis  zur  zwei-  bis  dreifachen  Flächenausdehnung  und  der
doppelten  Dicke  an;  binnen  weniger  Stunden  war  die  ganze  Bucht  mit  Eiakonglomerat
  bedeckt,  welches  die  Brandung  hemmte;  nach  einigen  Tagen  war
das  Eis  bis  auf  einige  Seemeilen  nordwärts  von  der  Küste  vorgeschritten,  So
lange  nördliche  Wände  wehten,  blieb  die  Nordseite  von  Jan  Mayen  während
des  Winters  stets  bis  auf  Sehweite  (10  bis  15  Sm)  mit  Eis  bedeckt;  auf  der
Südseite  blieb  das  Meer  noch  lange,  bis  Ende  Januar,  eisfrei  bis  auf  Sehweite;
nur  bei  Windstille  oder  leichten  Wänden  aus  NE  und  B  war  die  Küste  vorübergehend ­
  von  Eis  besetzt.
Gegen  Ende  April  zeigte  das  Eis  an  der  Nordseite  bereits  einen  mehr
gelockerten  Zustand,  und  Anfangs  Mai  war  nach  den  meisten  Richtungen  hin
Wasserhimmel  sichtbar,  doch  blieb  die  Küste  immer  noch  von  Eis  blockirt,
bis  gegen  Ende  Mai  die  Eisdecke  im  Umkreise  der  Insel  nie  mehr  ganz  geschlossen ­
  war.  Am  13.  Juni  löste  sich  das  letzte  Eis  von  der  Küste  ab.
5.  Vom  5.  September  1882  bis  14.  April  1883  wurden  im  Ganzen  iu
124  Nächten  634  Nordlichterscheinungen  beobachtet;  sie  zeigten  sich  in  der
Zeit  von  Oktober  bis  März  (einschliefslich)  in  jeder  wolkenfreien  Nacht,  so  dafs
man  zu  der  Annahme  berechtigt  ist,  dafs  während  dieser  sechs  Monate  allnächtlich ­
  Nordlichterscheinungen  sich  entfaltet  haben.  Im  Dezember  1882  hatte
eine  derartige  Erscheinung  eine  Dauer  von  17  Stunden.  Das  grofse  Nordlicht
vom  17.  November  1882,  welches  in  Europa  und  Amerika  sichtbar  war,  machte
sich  auf  Jan  Mayen  durch  grofse  magnetische  Störungen  bemerkbar.  In  der
Regel  kündigte  sich  der  Eintritt  der  Nordlichterscheinungen  grösserer  Intensität
durch  ein  unruhiges  Verhalten  der  magnetischen  Deklinationsnadeln  an.
            
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