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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Meteorologische und »»cean ograpbisclie Beobachtungen auf Jan Mayen. 
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übrigen Stationen des Festlandes in eigenthümlicher Weise abweiclit. Auch 
für die zwar schwache, aber eigenartige tägliche Periode, welche der Passat 
auf dem Atlantischen Ocean sowohl als im Winter auf den südindischen Berg 
spitzen zeigt, mufs eine Erklärung erst gefunden werden. Doch dürfen wir 
sagen, dafs dies Details sind, welche gegenüber der grofsen, nach meiner Ueber- 
zeugung jetzt genügend erklärten Haupterscheinung zurücktreten. 1 ) 
Ueber einige meteorologische und oceanographische Ergebnisse 
der österreichischen Nordpolar-Beobachtungsstation auf Jan Mayen, 
1882-1883. 
Die auf Kosten des Grafen Hanns von Wilczek ausgerüstete öster 
reichische (internationale) Polar-Expedition, unter Leitung des Linienschiffs- 
Lieutenants Emil Edler von Wohlgemuth, hatte bei ihrem ersten Versuche, 
die Beobachtungsstation auf Jan Mayen zu besetzen, dies Ziel, durch Eis ge 
hindert, im Juni 1882 nicht erreicht. Erst am 13. Juli 1882 erreichte das 
Expeditions - Schiff „Pola u Jan Mayen und errichtete an der Mary ü/wso-Bucht 
in dem sogenannten TPVfczefc-Thale am Südabhange des Vogelberges den An- 
siedlnngsplatz mit der Beobachtungsstation. 
Am 15. August war diese vollständig eingerichtet, Die in dem Programm 
der internationalen Polar-Kommission als obligatorisch und in den für diese 
Station vorgeschriebenen Detail - Instruktionen bezeichneten Beobachtungen 
wurden fortan bis zur Rückkehr der Expedition, Anfang August 1883, regel- 
mäfsig ausgeführt. (Die letzte Beobachtung geschah am 3. August Nachmittags.) 
Am 4. August d. J. langte die „Po/a“, welche unter günstigeren Eisverhältnissen, 
als im Jahre 1882 am 30. Juli Reykjavik auf Island verlassen hatte, zur Ab 
holung der Mitglieder der Station von Jan Mayen an, nahm diese am 6. August 
an Bord und erreichte mit ihnen am 10. August Drontheim, am 19. August Hamburg, 
von wo aus die Mitglieder der Expedition nach Wien zurückkehrten. Abgesehen 
von den Beobachtern auf den beiden auf europäischem Boden errichteten 
Stationen, der norwegischen zu Bossekop am Altenfjord und der finländischen zu 
Sodonkyla, war die österreichische internationale Nordpolar-Expedition die erste, 
welche in die Heimath zurückkehrte. 
Der Leiter der Station, Lieutenant von Wohlgemuth, hat in der Bei 
lage zu „Mittheilungen aus dem Gebiete des Seewesens“, 1883, No. IX und X, 
einen vorläufigen Bericht über die während der Zeit der Ueberwinterung der 
österreichischen Polar - Expedition auf Jan Mayen 1882/83 ausgefühi ten Be 
obachtungen veröffentlicht (s. auch „Deutsche Rundschau für Geographie und 
Statistik“, VI. Jahrgang, Heft 1 u. 2), welchem wir im Anszuge Nachstehendes 
entnehmen. Zuvor sei noch bemerkt, dafs die Position des dem Stationshause 
für die absoluten Messungen nahegelegeuen Pfeilers des Passage-Instruments be 
stimmt wurde zu: 70° 59' 0" N-Br und 8° 28' 0" O-Lg, (vgl. diese Annalen 
{ >ag 453). Die Oberfläche der Steinplatte, welche das Passage-Instrument trug, 
iegt 10,94m über dem mittleren Meeresspiegel. Als Mittelwerthe der magnetischen 
Konstanten wurden gefunden: Deklination = 29° 31' W, Inklination = 79° 0', 
Horizontalintensität = 0,9760 absolute Einheit. Diese Daten wurden mit einem 
Mcifsel auf einer an dem Pfeiler angebrachten Kupferplatte eingravirt. 
Die Seehöhe der Cisternen der Quecksilberbarometer und der Aueroide 
beträgt 10,64 m. Die weiter unten angeführten Barometerangaben sind nicht 
auf das mittlere Meeresniveau redueirt. 
l) Während der Arbeit ist mir ein Aufsatz in russischer Sprache, von Herrn Dr. Wojeikoff, 
zugegangen, welcher die Resultate der Beobachtungen über die Windstärke aus den Jahren 1877—81 
von den Stationen zweiter Ordnung in Russland behandelt und an einem sehr reichlichen Material 
für die tägliche Periode der Windstärke zwar keiue neuen Gesichtspunkte, aber werthvolle Be 
stätigungen der hier dargelegtcn Thatsachen und Anschauungen bringt.
	        
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