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K leine hydt'ographisehe Notiaoi.
„Mit einem sehr günstigen NW-Winde gelangten wir bei Tagesanbruch in
Hiebt von Nvia-Hiwa. Der Wind brachte uns bis zu einein Punkto mw. SSO
2 Sm von Point TtthiUchakofff wo cs um 8’ 1 a. m. plötzlich windstill wurde.
Der Strom setzte stark nach WSW (derselbe soll nie nach der Küste zu setzen).
Um weiter kommen zu können, muís ten wir wieder von der Küste ab arbeiten,
ln 6 Sm Abstand erhielten wir wieder leichte südwestliche und südliche Briese.
Die Vorsprünge der Insel, vier an der Zahl, sind deutlich zu unter
scheiden. Der fünfte, das Kap Martin, kommt erst in Sicht, wenn man den
westlichen Vorsprung an der Ntilca-Hiwa-Bai mw. NNO peilt. Die Insel YVcst-
Sentincl ist als solche schwer auszumachCD. Die Oefl'nnng innerhalb der Insel
wird man nur gewahr, wenn man nahe unter Land steht und sie in der Peilung
WNW bis NWzW V.’W am Kompaß bat. Jedoch sicht man die an der Südost-
soite von West-Sentinel liegende Klippe beim Näherkonnuen sehr deutlich.
Dem „South Pacific Directory“ zufolge soll man sich beim Einsegcln in
die Anna Maria- (Nuha-IJhca-) Bai auf der östlichen Seite des Fahrwassers
halten. Diese auch von mir befolgte Vorschrift wurde mir von den im Hafen
anwesenden Kapitänen der Küstenfahrer als falsch dargestellt, Sic empfahlen
vielmehr die Mitte oder selbst die Westseite des Fahrwassers m halten, weil
hier bei dem gewöhnlich herrschenden Passatwinde eine beständigere Briese an-
getroffen wird.
In zehn Fällen höchstens einmal wird man beim Binsegelu von be
ständigem Winde weiter als bis Point Arquée geführt. Hier treffen sieh ge
wöhnlich der Passat und die in der Bai herrschenden Winde. Letztere sind
bei Tage sehr unregelmäßig und laufen manchmal durch alle Striche des Kom
passes. Nachts weht dagegen immer leichte Briese vom Lande her.
Die Wassertiefc in der Bai ist überall genügend. Am besten ankert
man querab vom alten Fort, 1 Kblg vom Lande entfernt, in 9 Fad. (16m) Tiefe.
Während des Ladens ist das Schiff hinten vermittelst Leinen am Lande be
festigt. Bei Vollmond pflegt eine hohe Dünung herein zu setzen, welche oft
das Landen mit Booten unmöglich macht. Hierauf mufs mau beim Vertäuen
Bedacht nehmen und das Schiff nicht dem Lande zu Dahe legen.
Zum Anssegeln wählt man am besten die frühen Morgenstunden, zwischen
l h und 3 h . Auch dabei halte man wieder die Mitte des Fahrwassers.
Ein Lotse ist vorhanden, derselbe versteht jedoch nicht gut mit einem
Schiffe zu manöveriren. Auch kann man sehr wohl ohne dessen Hülfe ein- und
aussegelu.
Die Fahrt von Papiete (Tahiti) nach Nuka-lliica machten wir bei leichten
westlichen Winden (Anfang April) in 11, die Rückfahrt bei frischem SE-Passat
(Anfang Mai) in 4 Tagen.“
11. Strom Verhältnisse an der Südküste von Klein-Asien.
(„Hydrografische Nachricht“, No. 51/346. Pola 1882.) Aus einem Bericht des
Kommandanten der österreichischen Fregatte „Laudon“, Linienschiffs-Kapitän
Julius Steyskal, ist über die Stromverhältnisse an der Südküsto von Klein-
Asien, während der Reise vom 26. September bis 8. Oktober 1882, folgendes
entnommen.
Der Südküste von Klein-Asien entlang wurde, in Uebereinstimmuug
mit der Angabe im „Mediterraneau Pilot“, Part II, 1877, pag. 275, eine west
liche Strömung von V» bis 2 Sm Geschwindigkeit beobachtet. Die Strömung
folgt in ihrer Richtung der Küstenformation und ist auf höchstens 20 Sm von
der Küste in größerem Mafse fühlbar.
In einem Abstand von 14 Sm von der Insel Hypsile wurde, während die
Fregatte in vollkommener Windstille lag, bis Mittag eine NW-Strömung von
2 Sm beobachtet, ohne dafs weder an den vorhergegangenen, uoch an den nach
folgenden Tagen irgend welche Unterbrechung im regelmäßigen Sommerwetter
eingetreten war; Nachmittags wurde keine Strömung mehr wahrgenommen.
Zwischen Kara dash l'urnu und Ras Khanzir war die Strömung mehr nördlich;
die Fregatte, die bei flauer Briese einen südlichen Kurs steuerte, wurde
stark gegen Kara dash Burma versetzt. Dieser Umstand ist insofern erwähnens-
werth, als Kara dash Burnu von flachem niedrigen Lande, mit einzelnen Baumen
besetzt, gebildet wird, und der hohe gebirgige Hintergrund, besonders bei
Nacht, leicht zu Irrungen in der Abstandsschätzuug Veranlassung geben kann.