Tägliche Aenderunge» der Windstärke.
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bis 13V dafs 8 h a. ui. immerhin, namentlich im Sommer und Frühjahr, bereits
entschieden zum Tage gehört, wie denn dieses für diese Jahreszeiten auch nicht
anders zu erwarten war.
Die Kurven i und k der Tafel zeigen die tägliche Periode au heiteren
und an trüben Tagen.
Ueber einige Einwürfe des Herrn Hainberg bezüglich des Einflusses
der Bewölkung sprechen wir weiter unten.
8. Die interessanteste und am spätesten entdeckte Beziehung, welche die
tägliche Periode der Windstärke aufweist, ist jene zur täglichcu Schwankung
der Windrichtung, weil in diesem Falle eine Forderung der Theorie zur Auf
deckung eines bisher übersehenen, weit verbreiteten Phänomens im täglichen
Gange der Windfahne führte. Im zweiten Theile seiner „Untersuchungen über
den Wind“ hat Dr. Sprung zuerst auf einen Umstand hingedcutet, den er
später, in der „Zeitschr. f. Meteor.“ 1881, pag. 419, ausführlicher untersucht
hat, nämlich dafs Tergröfserung der Windstärke bei Gleichbleiben des Gradienten
im allgemeinen nur bei gleichzeitiger Vergrößerung des Ablenkungswinkels
denkbar ist. In der That zeigen die untersuchten 18 Stationen im Innern des
europäisch-asiatischen Kontinents am Vormittage durchschnittlich eine ent
schiedene Drehung des Windes im Sinne des D ove’sehen Drehungsgesetzes,
während am Nachmittage die demselben entgegengesetzten Drehungen ein
leichtes Uebergewicht haben. Das durch die Lage der nördlichen gemäfsigteu
Zone zu den vorherrschenden Zugstrafsen der barometrischen Minima bedingte
(vgl. diese Annalen 1882, pag. 343) Vorwalten der Winddrehungen mit der
Sonne bei uns wird an der Erdoberfläche am Vormittage verstärkt, am Nach
mittage aber abgeschwächt durch eine periodisch wirkende Ursache, als welche
wir den Eintritt der rascher und unter einem gröfseren Winkel zum Gradienten
bewegten obereu Luftmassen in die unterste Schicht erkennen. Wegen des
gröfseren Ablenkungswinkels weicht ja bekanntlich der Zug der Wolken durch
schnittlich nach rechts vom Winde ab. In der That deuteu die Beobachtungen
auf dem Puy de Dome und Schafberg, sowie diejenigen von Herrn A. Richter
über den Wolkenzug („Oesterr. Zeitschr. f. Meteor.“ 1882, pag. 145), die ent
gegengesetzte tägliche Periode der AViuddrehungen in den oberen Luftschichten
au, völlig analog der Umkehrung der Stärkeperiode daselbst.
Nachdem wir so gesehen haben, wie sich Glied an Glied zu einer für
die Meteorologie ungewöhnlich vollständigen Kette von Beweisen schliefst,
wenden wir uns im Folgenden zur Betrachtung der Auffassung einiger anderer
Schriftsteller, die in neuester Zeit über diesen Gegenstand geschrieben haben
und der gegen meine resp. Espy’s Anschauung vorgebrachten Einwände.
Seit der Veröffentlichung derselben im Jahre 1879 sind mehrere Auf
sätze über die tägliche Periode des Windes erschienen, in welchen wir bezüg
lich der Frage nach den Ursachen derselben einer, wie mir scheint, allzu
vorsichtigen Haltung begegnen und, statt des von mir gemachten Versuches
der Durchführung präciser Vorstellungen über die Mechanik des Phänomens,
im wesentlichen nur Umschreibungen der Thatbestände oder Ausdrücke von
sehr unklarer Allgemeinheit finden. So in dem Eingangs angeführten Aufsatz
von Buchan in der „Nature“, ferner in einem Aufsätze von Abercromby in
dem „Quart. Journ. of the Met. Soc.“ (Oktober 1882), und endlich in zwei
Arbeiten von Hamberg im „Bihang tili k. svenska vet. Akad. Handlingar“,
Bd. 5 und 6. Den beiden ersteren Gelehrten ist bereits von Prof. Douglas
Archibald, dem letzteren von Prof, üana entgegnet worden unter Hinweis
auf Espy’s und meine Auffassung der Sache, so dafs ich mich hierin kurz
fassen kann. Buchan begnügt sich, zu sagen, dafs die mittägliche Zunahme
der Windgeschwindigkeit herrühre von der starken Erwärmung der Bodenober
fläche und der infolge dessen eintretenden aufsteigenden Strömung der Luft,
welche die AVirkungen der Reibung und der A r iscosität der Luft vermindere; in
welcher Weise sie dieses thut, erklärt er nicht. Abercromby sagt: ..that the
mean diurnal increase of the wind’s velocity is explaiued by tho faet that for
the same gradient there is more wind by day than by night“; auf die Bemer
kung von Archibald, dafs hiermit „a mere aequivalent Substitution of fact for
faet“ gegeben sei, während die mit diosen Worten an die Stelle der täglichen
Periode der Windstärke substituirte tägliche Periode des Verhältnisses zwischen