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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Aim. <1. Hydr. etc., XI. Jalirg. (1883), Heft XI. 
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Die täglichen Aenderungen der Windstärke über dem Lande und 
dem Meere. 
Von Dr. ff. Koppen. 
(Mittheilnng von der Deutschen Seeicnete.) 
Nachdem die tägliche Periode nicht nur der Temperatur und des Luft 
drucks, sondern auch einer Anzahl anderer meteorologischer Elemente schon 
seit einer Reihe von .Jahrzehnten dor Gegenstand eingehenden Studiums 
gewesen war, ist erst in den letzten Jahren auch die tägliche Periode der 
Windstärke ins Auge gefafst worden. Und doch linden sich in derselben, wie 
sich dabei heransgcstellt hat, Züge von so grofser Entschiedenheit und All 
gemeinheit, wie sie bei keinem anderen Elemente, mit Ausnahme der Temperatur 
und etwa der relativen Feuchtigkeit, vorhanden sind; an instruktiver Bedeutung 
ist die tägliche Periode der Windstärke jener der letzteren Elemente sogar noch 
überlegen. Der am meisten in die Augen fallende unter diesen Zügen ist die 
Verstärkung des Windes zur wärmsten Tageszeit an fast allen Festlandstationen 
mit Ausnahme hoher und freigelegener Berggipfel. In früheren Jahren glaubten 
die Meteorologen, das Wesen der täglichen Periode des Windes überall in den 
Aenderungen der Windrichtung oder der nach dem Parallelogramm der Kräfte 
ermittelten Resultirenden der verschiedenen Richtungen mit ihren respektiven 
Stärkesummen suchen zu müssen, und betrachteten sie deshalb die erwähnte 
mittägliche Verstärkung des Windes als nur gewissen Richtungen angehörend, 
obwohl schon 1840 und 1865 Follet Osler die Ausdehnung dieser Stärke 
periode auf alle Winde durch Berechnung und graphische Darstellung der Auf 
zeichnungen zu Birmingham und Wrottesley nach den einzelnen Winden deutlich 
gezeigt hatte, und Espy sic schon 1840 als unabhängig von der Windrichtung 
behandelt hatte. 1 * * * * * * ) Erst 1876 wurde die Frage wieder in Flnfs gebracht, indem 
CI. Ley zeigte, dafs an einem und demselben Orte diese Erscheinung sowohl 
für östliche als für westliche Winde gilt, und wenige Jahre später, 1879, bewies 
Hann an einer grofsen Sammlung von Beobachtungen ans allen Zonen, dafs 
dieselbe den Festländern in allen Klimaten und Windgebieten gemeinsam ist. 8 ) 
Das Hauptmaximum der Windgeschwindigkeit wird (im Jahresmittel) 
erreicht: in Upsala, Krakau, Hamburg und Dresden um 1" p. m., in Wien, 
Birmingham, Liverpool, Toronto, Calcutta und auf Ascension um lVs 1 * P- na., 
in Prag, Oxford, Zikawoi (Shanghai), Batavia und Melbourne um 2 U p. m , in 
Petersburg, Nukuss (Central-Asien), in Halifax und auf Mauritius um S'/* k P- na., 
in Bern um 3 h p. m. und in Rom um 3 , / 5 . 1> p. m. Die ganze Schwankung in 
l) Vgl. „Reports of the British Association*, 1840, Seite 345; 1865, Seite 264. 
Hann: „Die tägliche Periode der Geschwindigkeit und der Richtung des Windes“. 
Sitzungsbericht der Wiener Akademie, LXXiX, 2. Bitte sehr tieifsige, aber wegen der Sprache und 
der Art ihrer Publikation schwer zugängliche Arbeit, die int Jahre 1877 erschien, ist die akademische 
Abhandlung von S. A. Hjeltström: ,Om den dagliga fSrändringen i vindens hastighet*; in der 
selben wer den die Anemometer-Aufzeichnungen von Upmht eingehend diskntirt und besonders die 
Beziehungen zur Temperatur und Bewölkung verfolgt; das Vergleichsmateriai ans anderen Gegenden 
der Krde, aber das der Verfasser verfügte, war aber noch nicht bedeutend genug, um zu allgemeinen 
Schlüssen zu führen.
	        
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