Kleine hydrographische N 'iizen.
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Ankerplatz S. M. S. „Leipzig*, in den Peilungen: „Niegata Leucktthurm SSOV-iO
und i Vcviuki auf Sado NW */sW“ } ist als ein sehr guter zu empfehlen.
4. Temperaturheobachtungen im Agulhas-Strom. Kapt. z. See
Karelier, Kommandant S. M. S. »Carola“, hat auf der Reise von Mauritius
naeh Kapstadt (29. Juli bis 13. August) in den Tagen vom 9. bis 13. August
nachstehende Beobachtungen im Agulhm-Strom gemacht. Vom 9. August
S 11 a. m. bis zum 13. August Mittags wurden die Wussertemperalureu zwei
stündlich gemessen. Am 9. August stieg die Temperatur von 18,8° bis 19,1®
(6 h p. m.) und hielt sieh am 10. und 11. August zwischen 19° und 20,5°; am
letzteren Tage betrug sie um 6 1 ' p. in. noch 18,8°, fiel aber um 8 h p. m. bis
auf 16,8°; bis 6 !l a. m. am 12. August befand sich „Carola“ in einem kalten
Strombaude mit einer Temperatur von 16,2° bis 16,5°. Hierauf stieg die
Temperatur in den nächsten zwei Stunden wieder bis 18° und sank alsdann
bis zum Morgen des 13. August wieder schnell bis zu 14,5 . lu der Tafelbai
selbst wurde die Wasscrtomperatur zwischen 11° und 13° gefunden.
5. (D. S.j Eis im südöstlichen Th eil dos Südatlantischen
Oceans. ’) Kapt. J. Jarck vom deutschen Vollschiff „Constanze* passirte auf
seiner Reise von Hamburg nach Rangoon am 12. Februar 1883 um 9 Uhr
5 Minuten Vormittags auf 42° 45' S-Br und 9® 2' O-Lg einen Eisberg, welcher
etwa 4 Sm in nördlicher Richtung entfernt war. Nachdem 13 Sm zurückgelegt
waren, verschwand der Berg in der Kimm, bei einer Augeshöhe von 5,4 m
(18 Fnfs). Der Kapitän schätzte die hänge und Breite desselben auf 120 bis
150m (400 bis 500 Fufs). Vögel waren nicht mehr als gewöhnlich vorhanden.
Die Wassertemperatur, welche um 8 Uhr Morgens 12° C. betrug, fiel um 9 Uhr
5 Minuten, als der Eisberg quer war, auf 14,9° C. und um 12 Uhr Mittags auf
42® 51' S-Br und 19° 39' O-Lg auf 10,7° C.
6. (I), S.) Eis im östlichen Theil des Südatlantisehen Oceans. 3 )
Das deutsche Schiff' „MelpomeneKapt. Chr. Thiemig, stund auf seiner Reise
von Hamburg nach Rangoon am 20. Dezember 1882 um 7 Uhr Morgens auf
44° 41' S-Br und 0° 50' O-Lg und gewahrte, als der bis dahin herrschende
Nebel aufklarte, zwei kleine Eisberge dicht in der Nähe. Bald kamen mehrere
Eisberge in Sicht, von denen einige wohl eine Höhe von über 60 m (200 Fufs)
haben mochten. Kapt. Thiemig war oftmals genöthigt, um vom Eise frei zu
segeln, den Kurs dos Schiffes zu ändern. Um 8 1 /* Uhr Abends den 21. De
zember wurde auf 44° 19' S-Br und 7° 44' O-Lg der letzte Eisberg querab
gesehen. Die Anzahl der Eisberge, welche bis dahin passirt waren, schätzt
Kapitän Thiemig auf mehr als 200.
Die Temperatur der Meeresoberfläche scheint durch das Vorhandensein
des Eises nur in einem geringen Grade beeinflufst worden zu sein. Dieselbe
betrug am Mittag des 19. auf 44° 32' S-Br und 1° 44' W-Lg 9,1® C. und sank
um 4 Uhr Morgens den 20. auf 44® 40' S-Br und 0° 8' O-Lg bis 7,2® C. Um
8 Uhr Morgeus den 20., also eine Stunde, nachdem die ersten beiden Eisberge
passirt waren, und als man sich in der Nähe vieler Eisberge befand, war die
Wassertemperatur wieder auf 8,0° C. gestiegen. Im Lauf dieses und des
nächsten Tages hielt sich die Wassertemperatur fast auf gleicher Höhe und
ging dann um 8 Uhr Abends den 21., eine halbe Stunde vor dem Passiren des
letzten Eisberges, auf 7,2“ C. und um 12 Uhr Nachts auf 7° C. herunter.
Von jetzt an erfolgte wieder eine langsame Zunahme der Wassertemperatur.
7. Flaschenpost, a) Von S. M. S. „ Vineta“, Kapt. z. See Zirzow,
wurde am 22. Oktober 1881 um l h 30 ra p. m. iu 10® 14' N-Br und 20® 32' W-Lg
eine mit Sand beschwerte Flasche über Bord geworfen; diese Flasche ist am
15. September 1883 von einem Mr. F. Ha vor vor der Spitze lsabel, 8 Sm ober
halb der Mündung des Rio Grande, am Strande der Insel Padre aufgefunden
worden.
Unter der Voraussetzung, dafs die Flasche nicht schon längere Zeit am
Strande gelegen hatte, hat dieselbe in 693 Tagen einen Weg von ca 4500 Sm
*) In dem Heft IX dieser Annalen, pag. 664, Kleine Notiz No. 11, ittuf* es heifsen: 28. De
zember 1882 statt 28. September.
2; Man vergleiche mit diesem Bericht die Berichte der Kapitäne Jost und van der Vring,
welche auf pag. 398 und 664 dieses Jahrganges der Annalen veröffentlicht sind.
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