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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Lothungen umt Temperaturmesanngen in der Farö-Shetland-Rinne, 1882, 
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genannt, zu erforschen, welche sich nördlich vod Schottland bis zu den Farö- 
Fischerb&uken erstreckt und in Tiefen von unter 460m (250 Fad.) das kalte 
arktische Wasser von dem warmen Wasser des Nordatlantic absperrt, und 
welche die durch die Expeditionen der „Lightning“ (1868) und „Porcupine“ 
(1869) aufgedeckto Thatsache der Scheidung zweier benachbarter, unterhalb 
einer Tiefe von 460m (250 Fad.) bis zum Boden reichenden Gebiete von ver 
schiedenem thermischen und biologischen Charakter, eines warmen und eines 
kalten Gebietes (warm aud cold area), zu erklären vermag, während in diesen 
beiden Gebieten die Temperaturen von der Oberfläche bis zu der erwähnten 
Tiefe ebenso hoch sind, wie in dem warmen Wasser dos benachbarten Nord 
atlantic, welches sich in nordöstlicher Richtung über diese Bodeusclnvelle hinweg 
bewegt. 
Auf Veranlassung des verstorbenen Sir Wyville Thomson wurde das 
kleine Vermessungs-Fahrzeug „Knight Errant“ im August 1880 nach der Farö- 
iSAef/firrtd-Rinno ausgesendet, um daselbst Lothungen und Tempcraturmessuugen 
auszuführen; diese haben allerdings die Existenz dieser unterseeischen Boden 
schwelle bestätigt, aber ihre Ausdehnung uieht bestimmen können. 1 ) 
Die wissenschaftlichen Arbeiten der Expedition des „Triton“ (1882) 
wurden von Mr. John Murray geleitet, der schon früher deu „Challenger“ auf 
dessen Weltumsegelung (1873—1876) und den „Knight Errant“ auf dessen 
Kreuzfahrt, 1880, begleitet hatte und nach Sir Wyville Thomson’s Tode die 
Herausgabe der „Challenger Reports“ fortgesetzt hat. 
Der Kommandant des „Triton“ (wie 1882 des „Knight Errant“), Staff- 
Commander H. Tizard, rühmlich st bekannt durch seine physisch-oceanische 
Untersuchungen an Bord des „Challenger“ (s. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1874—1877), 
hat neuerdings in den „Proc. of tbe It. Soc.“, Vol. 35, No. 225, pag. 202—226, 
einen ausführlichen Bericht über diese Expedition veröffentlicht; derselbe ist 
begleitet von 5 Tafeln mit einer Skizze des Sir Wyville Thomson-Rückens 
uud der fünf Durchkreuzungen desselben, und von mehreren Diagrammen von 
Temperaturkurven, welche die Yertheiluug der Temperatur von der Oberfläche 
bis zum Boden darstellcu. 
Wir entnehmen diesem Berichte und den Diagrammen nachstehende 
Angaben: 
Von Stornoway aus machte der „ Triton“ vom 25. Juli bis 4. September 1882 
drei Kreuzfahrten von je 10 Tagen Dauer in dem Farö-Sketland-Kanal. Trotz des 
im allgemeinen ungünstigen Wetters wurden fünf Lothuugsschnitte quer über 
deu Sir Wyville 27«w»so»-Rüeken genommen und zahlreiche Lothungen, Temperatur 
reihen uud Dredgungeu auf uud zwischen diesen Schnitten gewonnen, im gauzen 
135 Lothungen, 14 Temperaturreihen und 17 Dredgungeu. 
Die Lothungsschnitte orgaben, dafs der Sir Wyville Themeon - Rückeu 
von der Kante der Nordbank der Insel Rona bis zur Fischerbank südwestlich 
von den Färöern sich erstreckt, in einer Länge von 100 Sra und einer Breite 
von 10 Sm. Die Tiefen desselben betragen im allgemeinen 460 bis 510m 
(ca 250—280 Fad.); doch zeigen sich hier und da flachere Stellen; an einer 
Stelle des Rückens befindet sich eine sattelförmige Vertiefung von 7 Sm Breite 
mit Tiefen von 550—605m (300—330 Fad.). Zu jeder Seite des Rückens nehmen 
die Tiefen bis 1100m und darüber zu. Der Boden dieses Rückens besteht aus 
Stein und Kies, während nordöstlich von diesem Rücken in dem „kalten Gebiete“ 
der Boden aus hartem blauen Schlamm und südwestlich von ihm, in dem 
„warmen Gebiete“, aus einem weicheren grauen Schlamm besteht. 
Der Sir Wyville Thomson ■ Rücken scheint einer zum gröfsteu Thoile 
untergetauehten Hügelkette anzugehören, welche sich in unterbrochenen Linien 
von der Bank an der NW-Küste von Schottland nach den Färöern, Island und 
Grönland hinzieht; die Tiefen zwischen den Färöern und Island und zwischen 
dieser Insel und Grönland betragen bekanntlich auch nur 365m (200 Fad.). Das 
Fehlen von Schlamm auf den höchsten Stellen des Rückens kann dadurch erklärt 
werden, dafs das über denselben nach Nordost fliefsende Wasser alle kleineren 
Partikel wegspült. 
') S. „Ann. <3. Hydr. «te.% 1880, pag. 400—403. Die Detail.-; dieser Expedition sind ver 
öffentlicht in den »Pros, of the U. Soc. of Edinburgh*, 1881—82. 
Atm. il. Hyilr. f'tv.. 18&Ï, lief! X. 
7
	        
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