Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juni 1883
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10® S-Br in 29,2 W-Lg am 5. Juli, 20® S-Br in 38,5° W-Lg am 10. Juli und
30° S-Br in 35,6° W-Lg am 15. Juli geschnitten.
Beim Abläufen der Länge hielt der „ Prinz Albert“ sich zunächst zwischen
46° und 47° S-Br. Die dort angetroffenen Winde kameu fast bestäudig aus
westlicher Richtung und gewährten dem Schiffe eine günstige Gelegenheit zur
Förderung der Reise. Sturme, die einer besonderen Erwähnung werth er
scheinen, beunruhigten die Fahrt nicht. Die westlichen Winde begleiteten die
Bark, bis sie am 19. September nach 33° S-Br iu 149,5° W-Lg gelaugt war.
Nachdem der Wind in der Nähe dieses Punktes zum ganz leisen Zug hcrab-
gesunken war, nahm er östliche Richtung an. Zum Gebiete des in 25° S-Br
und 147° W-Lg beginnenden Passats gelangte »Prinz Albert“ am 23. September.
Derselbe entstand, indem die Haue Briese sich bei einem Barometerstände von
766,2 mm von SSW durch S nach SSE veränderte. Am 27. September, 4 Tage
nach dem Einsetzen des Passats, erreichte die Bark den auf Tahiti gelegenen
Hafen von Papeite. Um zu demselben von 50° N-Br her zu gelangen, waren
123 Tage erforderlich gewesen. Auf dem östlich vom Meridian von Greenwich
liegenden Thcil der Reise war: 20° O-Lg iu 45,7° S-Br am 6. August, 50° O-Lg
in 46,8° S-Br am 13. August, 80° O-Lg iu 46,5° S-Br am 19. August, die
Länge des Kap Leeuwin in 48,5“ S-Br am 27. August, die der Südspitzc von
Tasmanien iu 48,3° S-Br am 2. September, 180° Länge in 46,6° S-Br am
9. September und 150° W-Lg in 33,1° S-Br am 18. September; ferner 40° S-Br
in 160,5° W-Lg am 15. September, 30° S-Br iu 148,8° W-Lg am 20. September
und 20® S-Br in 148,7° W-Lg am 26. September geschnitten worden. Am
3. September hatte man in 48,5° S-Br und 152,5® O-Lg ein helles, sich im
Bogen von SSW nach SSO erstreckendes Südlicht beobachtet. Und ebenso
war eine ähnliche Erscheinung am 6. September, als inan sich in 49,8° S-Br
und 162,5° O-Lg befand, gesehen worden. Hagelböen, die bei stürmischem, am
10. September unweit 4(5® S-Br in 173® W-Lg herrschenden Westwinde auf
traten, waren von grellen Blitzen begleitet. Als die Bark am 7. September in
der Nähe von 50® S-Br uud 169° O-Lg stand, wurde dort fortwährendes Blitzen
im südlichen Horizont beobachtet.
Von der nahen Insel Raiatea aus trat „Prinz Albert“ am 29. Dezember
die nach Madeira als Orderhafen gerichtete Rückreise an. Während derselben
traf mau anfänglich flaue veränderliche Winde an, die vorherrschend aus nord
westlicher und westlicher Richtung kamen. Erst nachdem man südlich von
24° S-Br gekommen war, stellte sich Östlicher Wind ein. Derselbe besafs
zunächst nur sehr geringe Stärke, wurde jedoch bald etwas kräftiger und
herrschte dann für sehr lange Zeit mit der Regelmäfsigkeit des Passats. Erst
nachdem man am 14. Januar 1883 nach 39® S-Br in 150° W-Lg gelaugt war,
veränderte sich der Wind bei einem höchsten Barometerstände von 769,7 mm,
nach NE. Später vollendete der Wind einen Rundlauf durch N, W und S nach
SE zurück, um sieh jedoch im letzteren Viertel nur für kurze Zeit zu halten.
Südlich von 43,5° S-Br stellten sich die erwarteten durchstehenden Westwinde
ein, bei denen der Verlauf der Reise ein recht befriedigender wurde. Am
5. Februar überschritt der „ Prinz Albert“ den Meridian des Kap Horn. Der
5. Februar war der 37. Tag der bis dahin von keinem bedeutenden Stunn be
unruhigten Reise. 20® S-Br war von der Bark in 150° W-Lg am 31. Dezember,
30® S-Br in 149,4® W-Lg am 8. Januar, 40° S-Br iu 149,3 W-Lg am 16. Januar
und 50® S-Br in 106,3° W-Lg am 28. Januar; ferner 120° W-Lg in 49,7° S-Br
am 24. Januar und 90° W-Lg in 54° S-Br am 31. Januar gekreuzt worden.
Im Südatlantischen Oceau traf »Prinz Albert“ zunächst fast nur West
winde an. Dieselben erstreckten sich bis nach 42,5° S-Br in 34,5° W-Lg und
endeten dort, indem sie zuerst flau wurden und sich dann nach S veränderten.
Nördlich von diosem Punkte fand die Bark einen mehrere Tage lang anhaltenden
Ostwind, und schliefslich stellte sich, nachdem 37,5° S-Br überschritten worden
war, wieder westlicher Wind ein. Eine bedeutende Verzögerung der Reise
wurde durch die, auf der zwischen 34° und 30° S-Br liegenden Strecke an
getroffenen flauen, hoch nördlichen Wiade verursacht. Um jene zurückzulegen,
waren nicht weniger als 12 Tage erforderlich. Am 25. Februar war der
Schiffsort 134,3° S-Br in 28,6° W-Lg, und am 9. März befand mau sich noch
in 29,8° S-Br und 22,3° W-Lg. Indem an diesem letzteren Tage, unweit 30° S-Br