Eingänge von iiKiixtrologiscJieu Jimrimk-H etc., Juni iifeä).
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See zugebrachte Tag. Auch iu südlicher Breite traf „Alice Ricbners“ noch
ähnliche Verhältnisse, wie die zuletzt nördlich vom Aequator beobachteten au.
Die dort herrschende Mallung kam jedoch meist aus westlicher Richtung und
besafs auch eine etwas größere Stärke. Südlich von 3,5° S-Br nahm die Reise
bei den dort herrschenden, von Regen und häufigen Gewitter» begleiteten West
winden einen rascheren Verlauf. Und indem dieser nach einiger Zeit recht
kräftig gewordene Wind sich durch S nach SE veränderte, entstand aus ilun
unmittelbar der Passat. Unweit 8,5° S-Br in 87° O-Lg, wo am 16. März die
Windrichtung eine südöstliche wurde, schien die äquatoriale Passatgrenze zu
liegen. Zur selben Zeit, als „Alice Rickmers“ sic überschritt, geschah es auch
von der mitsegcludcn, am 22. Februar von Rangoon ans iu See gegangenen
Bark „Richard RickmersDieses Schilf, ■welches den Aequator in 88,2° O-Lg
am 10. März gekreuzt hatte, stand am 16. März Mittags in 8,5° S-Br und
88,2° O-Lg, während sich „Alice Ricbners“ gleichzeitig in 8,4° S-Br und
87,5° W-Lg befand. Später segelten beide Schiffe für längere Zeit iu geringer
Entfernung von einander, und nachdem man am 25. März südlich von der un
weit 21,6° S-Br in 68° 0 Lg liegenden polaren Passatgrenze gekommen war,
führte der südlich von derselben wehende kräftige NE-Wind die beiden Barken
in Sicht von einander. Am Mittage des 26. März wechselten sic iu 23° S-Br
und 64,2° O-Lg Signale mit einander aus. Bei umlaufenden, vorherrschend öst
lichen Winden legten die beiden sich nahe zusammcnhaltendcu Barken daun
auch noch einen weiteren Theil ihrer Reise zurück, und als „Alice Rickmers“
am 17. April bei heftigem SE-Windo die Länge der Kapstadt überschritt,
sichtete an demselben Tage auch „Richard Rickmen“ das Kap Agulhas. Der
kräftige SE-Wiud begleitete „Alice Rickmen“ bis nach etwa 33° S-Br in
13,5° O-Lg. Unweit dieses Punktes stellte sich eiu stürmischer NW-Wind ein,
durch den die Reise noch wieder eine Verzögerung erlitt. Diese Veränderung
des Windes fand am Mittage des 19. April bei beiden Schiffen gleichzeitig statt,
doch wurde der damals schon in 32,5° S-Br und 13,1° O-Lg stehende „Richard
Ricbners“ durch die folgenden, bei ihm raumeren und weniger heftig wehenden
NW-Winde mehl- als der Mitscgler begünstigt. Als Folge dieser verschiedenen
Verhältnisse erreichte „Alice Rickmen“ 30° S-Br in 13,9° O-Lg am 21. April,
etwa 18 Stunden später als „Richard Ricbners“ denselben Parallel am 20. April
iu 13,4° O-Lg gekreuzt hatte. „ Alice Rickmen“ hatte auf der zwischen Linie
im Indischen Ocean und Südspitze Afrikas liegenden Strecke: 10° S-Br in
85,7° O-Lg am 17. März, 20 c S-ßr in 70,4° O-Lg am 24. März und 30° S-Br in
36° O-Lg am 9. April, wie 60° O-Lg iu 23,8’ S-Br am 28. März und 30° O-Lg
in 32° S-Br am 13. April gesekuitten. Südlich von 30° S-Br hatte die Bark
12 Tage zugebracht.
Nördlich von 30° S-Br im Atlantisdien Ocean veränderte sich bei beiden
Schiffen der Wind zuuächst nach NE und später, indem er wieder durch N
lief, nach NW. Man konnte dabei nur in langsamer Weise nach N hin ver
rücken. Erst nachdem der Wind sich am 25. April nach W und bald darauf
nach SW verändert hatte, nahm die Reise einen rascheren Verlauf. Indem
später der Wind von SW durch S nach SSE drohte, wurde derselbe bei beiden
Mitseglern zum Passat. Die polare Passatgrenze wurde von „Alice Rickmers“
am 27. April in der Nähe von 24,2° S-Br uud 8,5° O-Lg angetroffen, während
dieselbe von „Richard Ricbners“ am 26. April in 25,4° S-Br und 9,8° Ö-Lg er
reicht worden war. Am 26. April hatte in 26,7° S-Br uud 8° O-Lg der am
l. März von Rangoon abgegaugeue Mifcsegler „M ad de ine Rickmen“ das Passat
gebiet betreten, und legten nun später alle 3 Schiffe den Weg zur Linie unter
den schon im Reiscauszuge der letzteren Bark erwähnten Verhältnissen zurück.
„Alice Rickmers“ kreuzte: 20° S-Br in 0,5° O-Lg am 30. April, 10“ S-Br in
13° W-Lg am 7. Mai und den Aequator in 21° W-Lg am 12. Mai. Fast zur
selben Stunde, in welcher diese Bark es that, erreichte in 22,8° W-Lg der Mit
segler „Richard Ricbners“ den Aequator, und dasselbe geschah zur selben Zeit
in 22° W-Lg von der „Madeleine Rickmers“. Am Mittage des 12. Mai war
„Alice Rickmers’“ Schiffsort 0,6° S-Br in 20,7° W-Lg, der von „Richard Rickmers“
0,8° S-Br in 22,3° W-Lg und derjenige der „Madeleine Rickmers“ 0,7° S-Br in
22,7° W-Lg gewesen.