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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Eingänge von meteorologischen Journalen etc,, Juni 1863. 
Am 14. Juni umsegelte „Josefa* bei stürmischem NE-Winde die Ostspitze 
der StaaAm-Iusel. Südlich von derselben hielt der flauer gewordene Wind sich 
mehrere Tage in nördlicher und östlicher Richtung und gewährte der Bark da 
durch eine günstige Gelegenheit, nach Westen hiu fortzuschreiten. Am 18, Juni, 
als „Josefa“ sich in der Nähe von 57,6° S-Br und 72,8° W-Lg befand, wurde 
der damals wehende Nordwind stürmisch, und als am Nachmittage dieses Tages 
der seit zwei Tagen langsam abnehmende Luftdruck mit 725,2 mm seinen 
niedrigsten Stand erreicht hatte, erfolgte ein Umspringen des Windes nach SW. 
Derselbe Vorgang wiederholte sieh zur nämlichen Zeit bei dem in 57,9° S-Br 
und 79° W-Lg stehenden Mitsegler „Adelaide“. Derselbe hatte nach seiner am 
11. Juni erfolgten Umsegulung des Kap St. John vom 14. bis 17. Juni stürmische 
Westwinde angetroffen, war aber trotz derselben im Stande gewesen, bis zum 
18. Juni zu dem schon erwähnten Punkte vorzuriiekeu. Nachdem um 12 b p. ui. 
dieses Tages bei beiden Schiffen der niedrigste Barometerstand beobachtet 
worden war. bei „Josefa* mit 725,2 mm, bei „Adelaide* mit 724,4 mm, erfolgte 
um etwa 2 1 “ a. m. am 19. Juui gleichzeitig bei beiden Mitseglern das Aus- 
schieisen des nicht sehr stürmischen Windes nach WSW. „Adelaide“ konnte 
dann bei dem nach 2wci Tagen wieder nordwestliche Richtung annehmenden 
Winde in nahezu einem Schlage nach 50° S-Br segeln, während dieses die so 
viel weiter östlich stehende „Josefa* nicht durchführen konnte. Dieses Schiff 
traf später noch wieder mehrere Tage anhaltenden kräftigen NE-Wind an und 
kehrte schliefslieh am 1. Juli zu dem iu 86,2° W-Lg überschrittenen Parallel 
von 50° Süd zurück. Während der 19, südlich von demselben zngebrachten 
Tage war die Länge des Kap Horn in 56,8° S-Br am 16. Juni gekreuzt worden. 
„Adelaide* war schon am 24. Juni in 84,5° W-Lg nördlich von 50° S-Br gelangt. 
Auf dem Wege zum Passat traf „Josefa“ anfänglich ungünstige nördliche 
Wiude au. Erst nachdem am 6. Juli der Wind eine südlich von W liegende 
Richtung angenommen hatte, konnte iu rascherer Weiso nach Norden hin fort 
geschritten werden. Aus südwestlichem Winde, der seit mehreren Tagen 
stürmisch geweht hatte, entwickelte sich, nachdem er flauer geworden war, 
unmittelbar der SE-Passat. „Josefa* überschritt dessen unweit 28° S-Br in 
88,3° W-Lg gelegene polare Grenze am 13. Juli bei einem auf 772,5 mm 
gestiegenen Barometerstände. Bei „Adelaide* stellte sich auffallender Weise 
der Passat am selben Tage, nur etwa 20 Stunden früher, als wie es bei „Josefa“ 
geschah, ein, obgleich jenes Schiff damals etwa 4,5° nördlicher, als die Bark 
stand. Auch bei „Adelaide* entstand der Passat, indem sich der frische Wind 
von SSW durch S nach SSE veränderte. Von dem mit Ausnahme weniger 
Tage überall kräftig angetroffenen Passat wurde „Josefa* bis zum 31. Juli zu 
der in 131,3° W-Lg überschrittenen Linie geführt. Die Bax’k hatte die zwischen 
50° S-Br und diesem Punkte liegende Strecke in 30 Tagen zurückgelegt, und 
auf derselben: 40° S-Br in 85,2° W-Lg am 7. Juli, 30° S-Br in 87,2° W-Lg 
am 12. Juli, 20° S-Br in 101° W-Lg am 18. Juli und 10° S-Br in 118,2° W-Lg 
am 25. Juli gekreuzt. Der Mitsegler „Adelaide* war in 121,5° W-Lg am 
26. Juli von der südlichen zur nördlichen Halbkugel übergegangen. Für dieses 
Schiff' waren, um von 50° S-Br aus die Linie zu erreichen, 32 Tage erforderlich 
gewesen. 
Io nördlicher Breito wurde „Josefa* bis nach 5,5° Nord hin vom 
frischen SE-Passat begleitet. In der Nähe dieser Breite veränderte sich der 
Wind nach SSW und verlor danu seine Stärke. Indem er noch an demselben 
Tage wieder südöstliche Richtung annahm, wurde er wieder kräftiger, und ent 
wickelte sich dann schliefslieh durch fortgesetzte Drehung nach links aus dem 
SE-Winde der NE-Passat. Unweit 11,4° N-Br in 139,6“ W-Lg schien am 
C*. August die äquatoriale Passatgrenze zu liegen. Bei dem als schwache Briese 
einsetzendeü, nach kurzer Zeit aber zum kräftigen Winde zunehmenden Passat 
konnte „ Josefa* den letzten Theil ihrer Reise in rascher Weise vollenden. Am 
12. August gelangte die Bark in Sicht von der Insel Hawai und am 13. August 
ankerte sie im Hafen von Honolulu. Zur Vollendung der Reise von 50° N-Br 
her waren 128 Tage erforderlich gewesen. Im nördlichen Theile des Grofsen 
Oceans hatte die Bark: 10° N-Br in 138,8° W-Lg am 5. August und 20° N-Br 
in 154,2° W-Lg am 11. August gekreuzt. Die Wassertomperatur, welche 
unweit 6,5° S-Br 25,5° 0. betragen hatte, war am Aequator bis auf 23°
	        
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