Khigäiige von meteorolvgischon Journalen etc., Juni 1883.
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als östliche Länge erreicht worden war, gelangte „Madeleine Rickmers“ zu dem
in 33,5° S-Br überschrittenen Meridian von SO 0 Ost. Indem der dort wehende
kräftige NW-Wind sich am nächsten Tage durch W mul S nach SE veränderte,
entstand aus ihm unmittelbar der Passat. Man erreichte dessen in etwa 31,5°
S-Br und 83° O-Lg liegende polare Grenze am 5. November. Als dort der
Wind südöstliche Richtung nunahm, betrug der Luftdruck 771,1mm. Derselbe
stieg später bis zu einem unweit 28° S-Br beobachteten Maximum von 773,7 mm.
Der mit grofscr Stärke auftretoude SE-Passat begleitete die Bark bis nach
0,3° S-Br in 90° O-Lg. Nachdem der Wind in der Nähe dieses Puuktes am
13. November zum leisen Zugo herabgesunkeu war, veränderte sich derselbe
bald nach W und nahm dann wioder rasch bis zum kräftigen, eine starke Ost
strömung verursachenden Winde zu. Bei frischem Westwinde ging „Madeleine
Rickmers“ am 15. November in 92,5° O-Lg von der südlichen zur nördlichen
Halbkugel über. Es waren dann 73 Tage seit der Abfahrt von 50° N-Br ver
flossen. Auf dem letzten Reiseabsehnitt hatte man: 30° S-Br in 84,3° O-Lg am
6. November, 20° S-Br in 87° O-Lg am 9. November und 10° S-Br in 88,6° O-Lg
am 12. November geschnitten. Am 12. November war in 91,9° O-Lg der eben
falls nach Singapore bestimmte Mitseglcr „Richard Rickmers“ in nördliche Breite
gelangt. Derselbe hatte sich am 19. August io der Nähe von Scilly befunden,
den Aequator in 21,7° W-Lg am 18. September und den Meridian von 80° Ost
in 35,2° S-Br am 23. Oktober geschnitten. Noch ein anderer Mitsegler war
die auf gleicher Reise begriffene Bark „Alice RickmersDieses Schiff hatte
50° N-Br an demselben Tago wie das vorerwähnte Schiff verlassen, war
zur Linie in 25,3° W-Lg am 17. September, nach 80° O-Lg in 35,2° S-Br
am 25. Oktober und zum Aequator im Indischen Oceau in 89,8° O-Lg am
12. November gelaugt. In nördlicher Breite wurde „Madeleine Rickmers“ bis
nach 3,5° N-Br hin von frischem Westwinde begünstigt, während gleichzeitig die
beiden, nur in geringer Entfernung von ihr befindlichen Mitsegler mit Stille und
leichter Mallung kämpften. Die Folge davon war, dafs am 17. November
Mittags in 4,4® N-Br und 93,6° O-Lg „Madeleine Rickmers“ und „Alice Rickmers“
in Sieht von einander gelaugten und Signale austausclien konnten. „Richard
Rickmers“ befand sieh damals in 5,2° N-Br und 95,1° O-Lg. Der noch übrige
Theil der Reise verlief dann bei den drei Schiffen in solcher Weise, dafs
„Madeleine Rickmers“ und „Alice Rickmers“ Singapore am 1. Dezember und
„Richard Rickmers“ diosen Hafen am 30. November erreichten. Die Reise der
ersten Bark hatte eine Dauer von 89, die der zweiten eine von 104 und die
der dritten eine solche von 103 Tagen.
Nachdem „Madeleine Rickmers“ in Singapore ihre Kohlenladung entlöscht
hatte, versegelte sie in Ballast nach Rangoon, und von diesem Platze aus trat
sie mit Reis beladen am 1. März die Heimreise nach Bremen an. Man traf zu
Anfang derselben leichte, aus nordwestlicher Richtung vorherrschende Winde
an, dio anhielten, bis bei denselben am 8. März der Zehn Grad-Kanal durch
segelt worden war. Westlich von den MloWew-Iuseln wehten au mehreren
Tagen leichte veränderliche Ostwinde, dagegen trat südlich von 2° N-Br flaue,
meist aus südlicher oder westlicher Richtung kommende Mallung auf. Am
16. März ging „Madeleine Rickmers* in 90,5° O-Lg von der nördlichen zur süd
lichen Halbkugel über. In südlicher Breite wui’de zunächst noch an einem
Tage leichte westliche Mallung und Stille angetroffen. Aus letzterer entwickelte
sich am 18. März unweit 0,8° S-Br in 91° O-Lg ein rasch kräftig werdender
Westwind. Während die Bark bei demselben in schneller Fahrt nach Süden
segelte, nahm der Luftdruck langsam und stetig ab, bis zu einem am 21. März
in der Nähe von 10,2° S-Br und 89,3° O-Lg beobachteten niedrigsten Stand
von 752,5 mm. Die durch diesen im Verhältnis zur geographischen Breite so
geringen Druck augezeigte atmosphärische Störung verursachte bei „Madeleine
Rickmers“ stürmischen Wind, der zuerst aus NW, dann, nachdem es für kurze
Zeit windstill gewesen war, aus SE und scliliefslich anhaltend aus SW wehte.
Sobald der Wind südliche Richtung angenommen hatte, begann das Barometer
zu steigen, doch endete das seit mehreren Tagen stark regnerische Wetter erst
am 22. März. Mehrere Mitsegler, welche am 21. März in geringer Entfernung
von „Madeleine Rickmers“ standen, beobachteten dies auffallende Wetter eben
falls. Unter denselben befand sich das am 1. März von Rangoon abgegaugene
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