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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juni 1888.
später in der Nähe von 31° N-Br verlaufende Route über den Oceau ein.
„Maryland“ gelangte auf derselben bis zum 23. März nach 31,1° N-Br in
60° W-Lg, traf westlich von diesem Punkte dann aber ziemlich ungünstige
Verhältnisse an und erreichte am 6. April die 67«esapeake-Bai. „iJaryland’e“
Reise hatte eine Dauer von 46 Tagen.
Am 26. April ging „Diamant“ von New- York aus wieder in Sec, um
nach Hamburg zu segeln. Die Reise verlief bei den zunächst angetroffenen,
meist günstigen Winden in befriedigend rascher Weiso. Nachdem die Bark
jedoch bis zum 15. Mai nach 48,4° N-Br in 13° W-Lg gesegelt war, veränderte
sich der Wind nach Ost, um sich in dieser Richtung für längere Zeit zu halten.
Die Reise wurde dadurch in solcher Weise verzögert, dafs man nicht eher als
am 23. Mai in Sicht von Lizard gelangen konnte. Während der 27tägigen
Reise war ein heftiger Sturm beobachtet worden. Derselbe wehte am 12. Mai
in der Nähe von 47° N-Br und 23° W-Lg aus \V und war von einem auf
743,5 mm sinkenden Luftdrucke begleitet. Auf der Fahrt über den Ocean war:
70° W-Lg in 40° N-Br am 27. April, 60° W-Lg in 39,8° N-Br am 30. April,
50° W-Lg in 38,2° N-Br am 4. Mai und 30° W-Lg in 44,8° N-Br am 10. Mai
gekreuzt worden.
7. Reise des Vegesacker Vollseliiffes „Salisbury“, Kapt. P. Reitzenstein.
Am 26. März 1882 verlicfs das nach Anger bestimmte Vollschiff „Salis
bury“ den Hafen von New-York. Dasselbe traf auf See anfänglich Ostwiude
an, bei denen sich jedoch, da sie meistens aus einer hoch südlichen oder nörd
lichen Richtung wehten, ein einigermafsen befriedigender Fortschritt erzielen
liefs. Als man am 3. April nach 34,5° N-Br in 51,5° W-Lg gekommen war,
veränderte sich der Wind nach SW, um sich für längere Zeit im westlichen
Halbkreise zu halten. Es wurde bei demselben dann ein südöstlicher Kurs ver
folgt, auf welchem das Schiff bis zum 8. April nach 24° N-Br iu 38° W-Lg
gelangte. Unweit dieses Punktes endete, bei auf 765,5 mm gestiegenem Baro
meterstände, der zuletzt aus südwestlicher Richtung wehende Wind in leichter,
wiederholt von Stille unterbrochener Mallung. Am 11. April wurde unweit
23,2° N-Br in 39° W-Lg der kräftige NE-Passat au getroffen, bei dem sich
später für längere Zeit ein sehr rascher Fortgang erzielen liefs. Südlich von
2,5° N-Br nahm der Passat ab an Stärke und wurde unbeständig. Ein eigent
licher Stillengürtel wurde jedoch nicht angetroffen, und am 20. April konnte
bei leichtem SE-Winde in 26° W-Lg der Aequator überschritten werden. Um
zu demselben von New- York zu gelangen, waren 25 Tage erforderlich gewesen.
Während dieser Zeit hatte maD: 30° N-Br in 44,2° W-Lg am 5. April, 20° N-Br
in 38,2° W-Lg am 11. April und 10° N-Br in 32,5° W-Lg am 15. April, wio
50° W-Lg in 33,8° N-Br am 4. April und 40° W-Lg in 25,7° N-Br am
7. April gekreuzt.
Im Südatlantischen Occan wurde „Salisbury“ bis nach 28,5° S-Br in
31° W-Lg vom Passate begleitet. In der Nähe dieses Punktes veränderte sich
der Wind am 1. März nach NE, um sich dann für längere Zeit in hoch nörd
licher Richtung zu halten. Der Luftdruck, welcher am 1. März 766,0 mm betrug,
hatte unweit 23° S-Br auf einen höchsten Stand von 768,5 mm gezeigt. Jener
gleich südlich vom Passatgebiete angetroffene nördliche Wind hielt fast ununter
brochen an, bis er das Schiff bis zum 9. Mai nach 41,8° S-Br in 6° W-Lg
geführt hatte. In der Nähe dieses Punktes veränderte sich der Wind ganz
plötzlich nach S, bald darauf nach SE, und da er gleichzeitig auch stürmisch
wurde, konnte man an mehreren der folgenden Tage keinen Fortschritt erzielen.
Um bei dem anhaltenden, auffallender Weise bei steigendem, mehr als 766,0 mm
hohem Luftdrücke wehenden ESE-Sturme von 39,6° S-Br in 1° W-Lg nach
38,5° S-Br in 0° Lg zu kommen, waren nicht weniger als 5 Tage erforderlich.
Als „Salisbury“ am 16. Mai östlielic Länge erreichte, geschah dasselbe bei
leichtem Südwinde. Das Barometer zeigte damals auf einen Stand von 772,0 mm.
Der 16. Mai war der 26. in südlicher Breite zugebrachte Tag. Während dieser
Zeit hatte man: 10° S-Br iu 28,8° W-Lg am 24. April, 20° S-ßr iu 31,5° W-Lg
am 28. April und 30° S-Br in 30° W-Lg am 2. Mai gekreuzt. Dieses vorher
erwähnte stürmische Wetter aus östlicher Richtung überstandeu damals mehrere
andere für die Seewarte Beobachtungen anstellende Schiffe. Das eine derselben,