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(30 Fad.) Landfestc aus. Aufserdem war das Schiff am Laude mit Trossen
befestigt.
Trotzdem ich alle Tage etwas Chinin verabfolgte, erkrank ton etwa drei
Wochen nach unserer Ankunft drei Mann von der Besatzung am Fieber, während
alle anderen sieh ebenfalls nicht besonders wohl fühlten.
Am 21. Februar versuchten wir wieder auszugehen; die Seebriese war
aber nicht kräftig genug, um uns gegen die Fluth aus dem Creek hinausbringen
zu können, trotzdem wir schon am Morgen mit der Ebbe bis French Point
hinunter getrieben waren. Wir mufsten deshalb bis zum nächsten Morgen
warten und gingen dann mit der Landbriese und der Ebbe unter Anleitung des
holländischen Lotsen aus. Letzterer erhielt für das Ein- und Auslotsen 7 Lstrh,
welche Summe ihm indessen laut Chartepartie der Befrachter bezahlen mufste.
Er brachte dafür das Schiff aber nicht weiter, als eben über die Barre. Weiter -
segelnd hielten wir zunächst auf Shark Point zu. In der Nähe dieses Punktes
angekommen, wurde es ganz still; doch trieb der Strom, der gewöhnlich nach
N setzt, das Schiff so viel nach W, dafs es frei von den Untiefen auf der
Mona J/«se«-Bank passirte. Am Nachmittage kam darauf Briese aus WNW
bis NW durch, so dafs wir genöthigt waren, einmal zu wenden. Am Abend
um 7 Uhi' ankerten wir dann zwischen Kabenda und Red Point auf 10,8 m
(6 Fad.) Tiefe.
ln der Nacht war das Wetter regnerisch, der Wind südlich und westlich.
Der Strom setzte Dach SSW 1 Sm die Stunde. Am Morgen des 23. Februar
setzte er mit l'/s Kn Fahrt nach NNE. Wir lichteten den Anker, worauf
gegen 11 Uhr frische Briese aus SSW durchkam. Um 12 Uhr peilte Kabenda
Point OzS, und die Wassertiefe betrug 12,6m (7 Fad.). liier konnte man genau
die Scheidegrenze zwischen dem schmutzigen Wasser des Congo und dem klaren
Wasser des Oceans erkenneu. Auch trieb hier eine grofse Grasinsel von etwa
20m Länge und 10m Breite. Um 4*/i Uhr ankerten wir in Landano, eben
aufserkalb der Boje auf 8,1m (4 l A Fad.) Wassertiefe bei Hochwasser. Eine
Stunde später erhob sich ein heftiger Tornado, der von Gewitter und strömen
dem Regen begleitet war. Der Wind war NE8.
Landano. In Landano werden die Oelfässer alle in Flöfsen längs Seite
gebracht. Da dieselben oft schlecht gestroppt sind und sich infolge dessen
manchmal losarbeiten und wegtreiben, so ist es gerathen, den Empfangschein
nicht eher auszustellen, als bis sämmtliche Fässer an Bord sind.
In Landano wurde fast die ganzo Schiffsmannschaft vom Fieber befallen,
und ich selbst mufste auch einige Tage das Bett hüten. Desto schlimmer war
es für uns, dafs der Ablader, das französische Haus Daumas, Boraud & Co.,
die Expedition des Schiffes bis zum völligen Ablauf der stipulirten Liegezeit
verzögerten. Endlich, am Montag den 5. März, konnten wir di© Küste ver
lassen. Wir lichteten mit Hülfe von Arbeitsleuten (Kabenda-Negeim, für welche
man 2 sh. pro Tag und Kopf nebst Beköstigung zu zahlen hat), den Anker und
gingen mit einer leichten Briese aus SSW unter Segel.
Meine allgemeine Ansicht über die von mir besuchten Plätze ist die,
dafs es wegen des dort auftretenden Fiebers gerathen ist, wenn irgend möglich,
diese in den Monaten November bis März, namentlich im Januar, Februar und
März, zu vermeiden. Vor Allem innfs man sich gehörig mit Chinin und mit
Konserven ausrüsten, da frisches Fleisch an dieser Küste eine Seltenheit ist. Mit
unter kann man freilich Schweine, Hühner oder ein Schaf kaufen. Die Ein
geborenen nehmen als Zahlung alle Arten Geld an, am liebsten jedoch englisches;
auch treiben sie Tauschhandel. Namentlich sind sie sehr auf leere Flaschen
erpicht, besonders in Banam.
Während unseres letzten Aufenthaltes in Landano, in der Zeit vom
23. Februar bis zum 5, März, batten wir fast täglich Regen, Gewitter und mit
unter sehr heftige Tornados.
Die Versegelungen von einem Platz zum andern sind am besten in der
Regenzeit ausführbar, weil alsdann die Seebriese am stärksten und am west
lichsten auftritt. Kommt aber ein für das Haus Daumas Beraud & Co. be
stimmtes Sehi ff in der trockenen Jahreszeit an und wird, wie es häufig geschieht,
von Landano nach Ambris oder St. Paul de Luanda geschieht, so kann es
sicher auf eine Reisedauer von 40 Tagen für diese Versegelung rechnen. Es