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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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genannten  Landspitze  zu  Anker  kamen,  ln  der  Nackt  hatten  wir  ein  schweres
Gewitter  mit  Rogen  und  steifer  nördlicher  Briese.
Obgleich  mir  diese  Fahrt  sehr  gut  geglückt  ist,  möchte  es  doch  im  Allgemeinen ­
  besser  sein,  des  Abends  bei  Pt.  Padrón  zu  ankern,  weil  mau  erstens
zum  Einsegeln  eine  gute  Briese  haben  mufs  und  weil  zweitens  die  Lothungen
sehr  unregelmäßig  sind.  Wo  wir  vor  Anker  lagen,  setzte  der  Strom  nach  WzX
mit  etwa  2,5  bis  3,0  Kn  Fahrt.  Gewöhnlich  dauern  die  Reisen  von  Landano
nach  hier  viel  länger,  als  die  uuscrige,  da  der  Wind  meistens  am  Abend  abflaut
und  man  aufserdom  fast  immer  kreuzen  mufs.  Nur  in  dieser  Jahreszeit,  in
welcher  die  Tornados  wieder  einsetzeu,  bietet  sieh  öfter  eine  günstige  Gelegenheit, ­
  Wir  hatten  auf  dieser  Reise  auch  nur  wenig  Gegenstrom.
Am  Sonnabend  den  27.  Januar  gingen  wir  wieder  Anker  auf,  aber  quer
ab  von  Sharlc  Point  gehorchte  das  Schiff  nicht  mehr  dem  Ruder  und  fiel  ab,
weshalb  wir  mit  dem  herrschenden  SW-Wiude  nördlich  weg  hielten  und  daun
auf  der  Mona  d/a  rea-Bank  in  12,6  m  (7  Fad.)  Tiefe  ankerten.  Am  Sonntag
den  28.  erreichten  wir  den  in  der  Karte  angegebenen  Ankerplatz  westlich  der
Landzunge  von  Banana,  auf  welchem  die  Wassertiefe  9  m  (5  Fad.)  beträgt  und
der  2  Sin  von  den  Faktoreien  entfernt  ist.  Am  Montag  den  29.  lichteten  wir
um  12  Uhr  Mittags  den  Anker.  Mit  einer  frischen  westlichen  Briese  fortsegelnd,
hielten  wir  Boolambemba  Point  in  SOzO.  Anfangs  war  der  Strom  nur  schwach,
als  jedoch  die  südliche  Spitze  der  Bank  passirt  war  und  die  Wassertiefe  zunahm,
steuerte  das  Schiff  trotz  der  frischen  Briese  ziemlich  schlecht.  Hier  kam  der
Lotse  an  Bord,  welcher  auch  Agent  der  holländischen  Faktorei  ist.  Die  Boje,
welche  in  der  Karte  verzeichnet  ist,  war  nicht  da  und  sagte  mir  der  Lotse,
dafs  dieselbe  schon  seit  längerer  Zeit  nicht  mehr  vorhanden  gewesen  sei.  Nachdem ­
  wir  den  Banana  Creek  offen  hatten,  hielten  wir  gerade  darauf  zu  und
ankerten  10  Minuten  später  auf  unserem  Ankerplatz  in  6,3  m  (3,5  Fad.)  Tiefe
bei  Niedrigwasser.  Es  läuft  liier  regolmäfsig  Ebbe-  und  Flutkstrom  und  das
Wasser  ist  brack.
Die  Ansegeluug  von  Banana  wird  in  folgender  Weise  am  besten  ausführbar ­
  soin:  Ist  man  erst  kurz  vor  Dunkelwerden  bei  Point  Padrón  angokommen,
  hat  aber  die  Briese  noch  frisch  genug,  so  segele  man  bis  Turtle  Covc
und  ankei’e  dort  auf  10,8  in  (6  Fad.)  Tiefe.  Ist  jedoch  die  Tageszeit  noch
nicht  weit  vorgerückt  und  ist  zu  erwarten,  dafs  die  gute  Briese  noch  längere
Zeit  anhalten  wird,  so  steuere  man  gerade  auf  Boolambemba  Point,  wobei  Shark
Point  so  nahe  als  möglich  passirt  werden  mufs.  Zwischen  Shark-  und  Boolambemba ­
  Point  hat  man  dabei  auf  den  nördlich  setzenden  Strom  Rücksicht  zu
uehmen.  So  lange  Boolambemba  Point  nicht  südlicher  als  SOzO  peilt,  ist
keine  Gefahr  für  das  Schiff  vorhanden.  Wenn  das  Schiff  nahe  genug  herangekommen
  ist,  kommt  auch  stets  der  Lotse  heraus.  Steuert  das  Schiff  nicht
und  fällt  es  vom  Kurse  ab,  so  halte  man  dreist  nach  der  Nordseite  des  Congo
hinüber  und  ankere  daselbst,  wenn  die  Wassertiefe  bis  auf  10,8  bis  12,6  m
(6—7  Fad.)  abgenomincu  hat.  Dio  Ausführung  der  in  dem  „A  frican  Pilote“,  II,
pag.  99,  gegebenen  Segelanweisung,  nach  welcher  ein  Schiff  an  der  Südseite
ganz  bis  nach  Trade  Creek  hinauf  segeln  soll,  ist  sehr  schwierig  und  umständlich. ­
  Mit  einer  sehr  frischen  Briese  geht  es  freilich  auch.
Ist  man  auf  der  Mona  Mazea-B&vk  zu  Anker  gegangen  und  erhält  den
Wind  von  SW  oder  WSW,  so  kann  man  den  Kopf  des  Schiffes  gerade  gegen
den  Strom  halten,  der  in  7,2  bis  9,0m  (4  bis  5  Fad.)  Tiefe  auch  nicht  so  stark
ist.  Auf  diese  Weise  hat  man  bei  einigermafsen  frischer  Briese  immer  Steuer
im  Schiff  und  kann,  da  die  Lothungcn  ganz  regclmäfsig  sind,  zu  jeder  Zeit
ankern,  um  den  Strom  zu  stoppen,  wenn  es  flau  werden  sollte.  Der  Anker
mufs  natürlich  fortwährend  klar  sein;  auch  habe  ich  hier,  wie  überall  an  der
Küste,  für  nothweudig  gefunden,  stets  einen  Mann  am  Handloth  zu  haben.  Die
Bank,  welche  sich  von  French  Point  ab  erstreckt,  besteht  aus  sehr  weichem
Mudd,  so  dafs  ein  etwaiges  Angrundgeratheu  daselbst  keine  grofse  Gefahr  für
das  Schiff  in  sich  schliefst.
In  Banana  holten  wir  später  das  Schiff  an  eine  Art  Brücke,  die  indessen
nur  2m  breit  ist.  Dabei  hatten  wir  vorne  den  St-B.-Bug-Anker  mit  180  m
(100  Fad.)  Kette  und  hiuten  von  St-B.  den  schwersten  Wurfanker  mit  54  tn
            
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