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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Reisebericht der deutschen Bark n Ida“. 
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Für ein von Süden kommendes Schiff empfiehlt es sich, auf 18 m (10 Fad.) 
Tiefe Ambriz Head in einem Abstaude von 2‘/> Sm zu passircu und so lange 
läugs der Küste zu segeln, bis der Logé River (kenntlich an vielen grünen 
Bäumen und einem bewaldeten Hügel im Hintergründe) Ost peilt. Alsdann 
steuere es gerade auf die Mündung des Flusses zu und ankere, wenn die Wasser 
tiefe bis etwa 13 m (7 Fad.) abgenommen hat. Für gröfscre Schiffe ist, wie 
schon bemerkt, der Ankerplatz der „Ida“ vorzuziehen; besonders in der Zeit 
der sogenannten Calerna (Dünung oder Roller), den Monaten Juni, Juli und 
August. 
Will man bei ruhigem Wasser vom Schiffe ans Land fahren, so kann 
man gerade auf Ambriz Head zuhalten und eben hinter demselben an einer 
eisoruen Brücke anlegen. Steht aber Düuuug im Wasser, so hat mau erst auf 
den Logé River zu steuern und dann in einem Abstaudo von l’/r Kblg vom 
Lande, wo das Wasser zwischen der Küstenbrandung und der Bank vergleichs 
weise ruhig ist, nach Süd auf Ambriz Head zu halten. Der Anlegeplatz ist der 
selbe wie im ersten Falle. Auf dem westlichen Vorsprunge von Ambriz Head 
steht eine Art Pfeiler, auf dem meistens, jedoch nicht immer, eine Laterne brennt. 
Wenn ein einkommendes Schiff geankert hat, kommt der Hafenkapitän, 
welcher zugleich lnspector de Alfandega ist, au Bord und verlangt Manifest, 
Konnossemente und Gesundheitspafs, die vom portugiesischen Konsul des 
Abgangshafens beglaubigt sein müssen. Die Ladung wird in Leichter gelöscht, 
welche offene Segelboote sind und von denen die kleinsten 8 bis 14 Pipen 
cinnehmen können. 
Der Strom setzte auf dem Ankorplatz gewöhnlich nach NW, zuweilen 
mit der Geschwindigkeit von 1 bis V/2 Sm dio Stunde. Am Lande stellten 
sich Abends und Nachts viele Muskitos ein, doch wurden wir auf der Rhede 
von denselben nicht belästigt. 
Kinsembo. Von Ambriz versegelte „Ida* nach Kinsembo, dessen Fak 
toreien auf der Rhede von Ambriz zu sehen sind. Wir lichteten um 1 Uhr 
Nachmittags den Anker uud segelten in 18 m (10 Fad.) Tiefe längs der Kiistc 
nach Nord, bis Kap Two Tree Point OzS peilte; dann steuerten wir näher 
hinan, und als das genannte Kap sich in der Peilung SO befand, wurde um 
3 Uhr Nachmittags auf 14 m (7,5 Fad.) Tiefe über Muddgrund geankert. Hier 
lag das Schiff bedeutend ruhiger als auf der Rhede von Ambriz. Vor dem 
Dock River, der gleich nördlich vom Kap Two Tree Point mündet, liegt eine 
Barre, doch kann dieselbe vermittelst der Surfboats, mit denen auch die Ladung 
verschifft wird, bei einigermafseu ruhiger See ganz gut passirt worden. 
Das Klima ist in Kinsembo wie in Ambriz; bei Tage weht gewöhnlich 
eine frische Seebriese aus SW, welche des Nachts südlich läuft und abflaut, 
bis es gegen die Zeit des Sonnenaufgangs meistens windstill wird. In der 
Nacht tliaut es gewöhnlich ziemlich stark. 
Massera. Am 4. Januar 1883 verscgclten wir von Kinsembo nach 
Massera, woselbst wir nach einer dreistündigen Fahrt ankamen. Wir steuerten 
in einer Tiefe von 23 bis 30 m (13 bis 15 Fad.) längs der Küste, bis Double 
keaded Cliff Ost peilte, näherten uns dann und ankerten, als wir die Faktoreien 
in OSO'/sO hatten, auf 12 m (6,5 Fad.) Tiefe. In der Jahreszeit unserer An 
wesenheit ist dieser Ankerplatz sehr gut, aber zur Zeit der Calema thut man 
gut, etwas nördlicher zu gehen, bis man Sandgrund erhält. 
Ambrizette. Am 7. Januar wurde die Rhede von Massera wieder ver 
lassen und nach einer Fahrt von fünf Stunden auf der Rhode von Ambrizette 
in 7,7 m (4,3 Fad.) Tiefe über zähem Muddgrunde geankert. Vom Ankerplatz 
aus peilte Foreland Bluff S'/sO und der Couza River ON’O'/iO. An den letzten 
beiden Tagen fanden wir, dafs der Strom südlich setzte, etwa '/» Kn die Stunde. 
Macula. Am 13. Januar gingen wir weiter nach Muculla, oder, wie es 
in meiner Karte genanut ist, Macula, welchen Platz wir nach Verlauf von 
5 Stunden erreichten. Die Tiefen sind an diesem Theile der Küste nur gering, 
denn obgleich wir in einem Abstande von mindestens 3 bis 4 Sm derselben 
entlang segelten, betrug die Wassertiefe nie über 9 m (5 Fad.). Die Faktoreien 
von Muculla sind sehr weit sichtbar. Von unserm Ankerplatz, 2’/* Sm vom 
Lande, wo wir über zähem Mudd 7,7 m (4,3 Fad.) Wasser hatten, peilte dio 
holländische Faktorei, die nördlichste von allen, OzN. 
An», (1, Hy<lr. eto., 1883, Heft X. 
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