Reiseberichte S. M. S. »Carola*.
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Vom Ende des Südriffes aus kann man fast direkt auf die Hyäne Passage
zusteuern und hat nur einen Korallenfleek (von der letzteren Passage ca 1 Sm
NzO) an B-B. zu lassen.*)
Die Karte hat genügenden Anhalt gewährt, um den Ankerplatz zu er
reichen bezw, von demselben aus durch die Westpassage die Lagune zu ver
lassen. Für den Unbekannten ist beim Ansteuern der Carola-Bucht durchaus
günstige Beleuchtung und guter Ausguck nothwendig.
6. Anaclioreten-Inseln.
Von Neis-Irland bis zu den AnacÄonef««-Inseln wurde im Allgemeinen
günstiger (westlicher) Strom beobachtet. Die auf den alten Karten angegebenen
A/o«£a-Insolu existiren nicht, sondern scheinen lediglich in falschen Orts
bestimmungen der Anachoreten-lrxs§\n ihren Ursprung zu haben.
7. Sdiouten-Iuseln bis Dampier- und Pitt-Strafse.
In der Passage zwischen den Inseln Coredo und Providence wurden viele
Stromkabbelungen bemerkt. Der Strom wurde zu ca 2 Sm die Stunde laufend
konstatirt. Zwischen deu Inseln Providence und Amsterdam wurde eine sehr
starke Stromkabbelung passirt, welche durch die zahlreichen in ihrer Mitte in
einer mehrere Seemeilen langen Linie zusammengestriebenen Baumstämme einer
Riffkante ähnlich aussah. Von da ab wurde zunächst eine Abnahme des WNW«
Stromes bis auf 1 Sm bemerkt und hinter Amsterdam sogar ein leichter Gegen
strom wahrgenommon.
Die Stromkabbelungen wurden desto häufiger, je näher das Schiff der
Passage der Damptes'-Strafse kam. Beim Kap Treskold zeigte sich eine starke
Stromkabbelung mit einer grofsen Fläche gelbgrün gefärbten Wassers, die bis
zum Ufer reichte und ganz das Aussehen eines Riffes hatte. Da das Riff nach
der Karte nur etwa Vs Sm weit von der Küste reichen soll, so wurde gestoppt.
Der zur Untersuchung entsandte Kutter, sowie Lothungen vom Schiff ergaben
auf 70m keinen Grund. Es scheint, dafs durch Flufswasser, welches sich auf
dem Seewasser ausgebreitet, die Entfärbung herbeigeführt war, und spricht auch
der an den Rändern der Kabbelung vorhandene gelbliche Schaum dafür.
Die kleinen Inseln beim Kap Spencer am Nordeingang in die Galeico-
Strafse scheinen nicht genau plaoirt zu sein, und liegt besonders die Insel Dom
verhältnifsmäfsig südlicher, als es die Br. Adm.-Karte No. 942B (Tit. X, No. 152)
angiebt.
In der Pitt-Strafse wurde kein bemerkbarer Strom gefunden. Am West
ausgange derselben, jedoch ca Vs Sm nördlich von der kleinen Insel Rogewin,
waren so starke Stromwirbel, dafs mehrfach bis 10° Ruder gegeben werden
mufste, um das 9,5 Sm laufende Schiff im Kurse zu halten. Wegen der Höhe
der beiden Ufer und der damit verbundenen Unbeständigkeit des Windes eignet
sich die Pttt-Strafse wenig zum Passiren für Segelschiffe. Für Dampfer ist sie
jedoch scheinbar ohne Schwierigkeit.
8. Bolton- nnd Salayer-Strafse.
Der Strom war zwischen den vielen Inseln sehr veränderlich, wie Land
peilungen und mehrfache Beobachtungen ergaben. Er war in der Nähe und
südlich der Insel Loyang am 24. Juni zuerst etwas Östlich, dann aber wieder
westlich, so dafs er im Etmal sich immer vorherrschend westlich erwies.
Wider Erwarten trotz des östlichen Windes wurde nur unbedeutender
Weststrom in der Botton-Strafse gefunden.
Am 28. Juni wurde um 12 h Mittags die Insel Doang am Eingänge der
Sniajwr-Strafse passirt nnd dann zwischen der Ronkap- und Momßdd-Bmk
hindurch nach der Rhede von Bontkeim gesteuert. An der in der Br. Adm.-
Karte No. 941B (Tit. X, No. 140) mit Ronkap bezeiehncten Stelle wurde bei
dem ungünstigen Licht nur hoher und unregelmäfsig laufender Seegang bemerkt;
hingegen wurde noch 8 Sm westlich von dem kleinen Kreuz der oben erwähnten
Bank eine ca 500m lange Ost—West verlaufende hellgrnugefärbte Stelle gesehen,
*) Die bei dieser Gelegenheit gewonnenen Wahrnehmungen sind fftr die Skizze (Tafel 9
Heft IX) mit benutzt worden.