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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Pic drei norwegischen Nordmeer Expeditionen 187(i—78. 
lcoustr unten Anemometer, welches so eingerichtet war, Juls es bei einer 
Expositionszeit von 30 Sek. die Windgeschwindigkeit in Metern direkt abzulesen 
gestattete. Mohn giebt in seinem Werke mehrere werthvolle Details über die 
Konstruktion dieses Iustrnments, welches auch bei Nacht gebraucht werden kann, 
und über die an den Einzelbeobachtungen angebrachten Korrektionen ihr die 
Reibung. Der Schiffskurs wurde an demselben Kompafs wie die Richtung 
des Windes bestimmt und nach ganzen Graden notirt. Die Deviation des Kom 
passes war stets aus den Beobachtungen und Rechnungen von Kapt. Wille 
bekannt. Die zur Reduktion der Windbeobachtungen erforderlichen Werthe der 
Variation oder magnetischen Deklination wurden hauptsächlich aus den Be 
stimmungen von Kapt. Wille auf See und an den Küsten hergeleitet (s. „Ann. d. 
Hydr. etc.“, 1883, VIII, pag. 450). 
Die Geschwindigkeit des Schiffes wurde im Sommer 1876 mit dem 
gewöhnlichen oder dem Patentlog bestimmt, in den Sommern 1877 und 1878 
mit dem Peterscn’sehen Wasserlog, welches sich während dieser beiden Expe 
ditionen vortrefflich bewährt hat (ibid.). 
Zur Berechnung der wahren Richtung des Windes wurde zunächst die in 
Seemeilen pro Stunde ausgedrückte Schiffsgeschwindigkeit in Meter pro Sekunde 
umgerechnet; selten wurde bei der norwegischen Expedition eine Geschwindigkeit 
von 8 Sin die Stunde oder 4 m die Sekunde überschritten. Sodann wurde an 
den Anemometerangaben für 1877 und 1878 der FriktiouskoCfficient 1 ) angebracht; 
für 1876 wurden sie zuvor in Meter pro Sekunde umgercchnet. Die Geschwin 
digkeit des Windes überschritt selten 20 in die Sekunde. Aus dem für ganze 
Grade am Kompafs abgelesenen Kurs wurde nach Wille’s Deviationstabellen 
der wahre magnetische Kurs hergeleitct und ebenso die beobachtete Wind 
richtung korrigirt. Die Ermittelung der wahren Geschwindigkeit und der 
wahren magnetischen Richtung des Windes geschah auf geometrischem Wege 
durch Zeichnung von Diagrammen. 2 ) 
Die Stärke des Windes wurde, soweit es anging, nach Beaufort’s 
Skala notirt. Es zeigte sich jedoch, dafs diese Schätzung, von keiner Segel 
führung unterstützt, höchst ungenau war. Diese Beobachtungen sind daher in 
der Folge ganz verworfen. 
Für die Messung des Luftdrucks waren zwei Marinebarometer von Adie 
in London angeschafft, welche vor Abreise der Expedition von 1876 iu Kew 
verificirt worden waren; nur eines derselben (No. 1493) wurde bei den drei 
Sommerfahrten in Gebrauch genommen, das andere (No. 1494) diente als 
Reserveinstrumont. Vor Antritt und nach Rückkehr von den Reisen in den 
Sommern 1876, 1877 und 1878 wurden die Barometer mit dem Normalbarometer 
des Meteorologischen Instituts in Christiania bezw. dem Stationsbarometer 
Adie No. 1506 daselbst, deren Korrektionen bekannt waren, verglichen. Boi 
den Kreuzfahrten von 1877 und 1878 wurde aufserdem noch ein gutes, mit 
einem Thermometer versehenes Aneroidbarometer in Anwendung genommen, 
dessen Korrektion Mohn selbst an Bord des Schiffes genau bestimmte (aus 
49 Vergleichungen mit dem Marinebarometcr Adie No. 1493). 
Mohn spricht sich über den Werth dieser Aneroidbeobachtungen auf 
See folgendermafsen aus (a. a. 0. pag. 40): 
„Nach den bei dem Gebrauch der Aneroidbarometer auf See gemachten 
Erfahrungen kann ich diese Instrumente sehr empfehlen, vorausgesetzt, dafs sie 
einer beständigen Kontrolle unterworfen werden. Rasche und leichte Ablesung, 
mit einer für alle Fälle genügenden Genauigkeit (0,1 mm), selbst bei stürmischem 
Wetter, die Leichtigkeit der Anbringung des Instruments an einem für den 
Beobachter bequemen Platz, die Empfindlichkeit für die Veränderungen des 
Luftdrucks, — das sind die Vorzüge der Aueroid- gegenüber den Quecksilber- 
barometern beim Gebrauche auf See. Die gröfste Genauigkeit wird erreicht 
l ) Die Feststellung dev Friktionskoeftizieuten wurde bei jeder sich darbietenden Gelegenheit 
einfach in der Weise ausgeführt, dafs unter Dampf bei absoluter Windstille die Angaben des Anemo 
meters mit denen des Petcrsen’schcn Logs verglichen wurden. Die Differenz zwischen beiden 
Geschwindigkeiten ergab unmittelbar den Werth, welcher allen Anemometerangaben zugelegt werden 
innfste. 
*) Die Einzelheiten über diese Apparate und Beobachtnngsmethoden und die anzubringenden 
Korrektionen zur Bestimmung der Richtung und Geschwindigkeit des Windes s. a. a. O. pag. 1—30,
	        
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