Kleine hydrographische Notizen.
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Den Sicherheitsdienst der Kolonie versieht ein Kommando von drei
Polizoisoldaten.
Ungefähr 2'/z Sm südwestlich von Villa nova da Pr ¿aceza liegt auf dem
Festlande die Stadt Sao Sebastiaö und etwas nördlicher die bedeutend kleinere
Stadt Bairo de Saö Sebastiaö mit einer Gcsammt-Einwohnerzahl von etwa
6000 Köpfen.
Von Saö Sebastiaö geht eine Telegraphenleitung nach Rio de Janeiro und
Santos. Von Villa novo da Princeza nach Rio de Janeiro und Santos ist jedoch
keine telegraphische Verbindung vorhanden 1 * ), es müssen vielmehr etwaige
Depeschen mit dem Boot nach Saö Sebastiaö, was etwas über */- Stunde iu
Anspruch nimmt, gebracht werden. Die Post von Saö Sebastiaö und ebenfalls
von Villa nova da Princeza nach Rio de Janeiro und Santos geht monatlich
6 Mal von erstgenannter Stadt und zwar auf dem Landwege, dieselbe gebraucht
bis Rio de Janeiro ca 3 Tage. Ferner laufen monatlich 5 brasilianische Dampfer
Villa nova da Princeza au, welche die Post etc. nach Rio de Janeiro und Santos
mitnehmen, doch wird von den Einwohnern der Landweg als sicherer vorgezogen,
trotzdem die Beförderung per Dampfer die schnellere ist. Saö Sebastiaö wird
von den Dampfern nicht berührt.“
2. (D. S.) Der bisher nur wenig besuchte Ladeplatz Tres
Marias auf der gleichnamigen Inselgruppe an der Westküste von Mexiko liegt
nach einer Angabe des lsapt. Ad. Spieskc von der Deutschen Bark „Teutonia“
auf der Insel Maria Madre in 21° 36,5' N-Br und 106° 34,3' W-Lg. Weiter
berichtet Kapt. Spieske: „Auf unserer Reise von San Blas nach Tres Marias
erblickten wir um 10 Uhr Morgens den 2. Februar 1883 die Hütten unseres
Ladeplatzes. Tres Marías, ein kleines Dorf, wird von 50 Mexikanern bewohnt,
welche fast alle mit dem Fällen des hier verschifften Cedernholzes beschäftigt
sind. Aufser letzterem wird auch Salz verladen. Man ankert hier iu einer
kleinen Bucht recht vor dem Dorfe, auf 8—15 Fad. (14—27 m) Tiefe.“
3. (D. S.) Dem Bericht des Kapt. J. Blefs von der deutschen Bark
„Hercules“ zufolge liegt der Salpcterladcplatz Caleta Oliva an der Küste von
Chile auf 25° 17,5'S-Br und 70° 30' W-Lg. Die Bai ist zwar klein und gegen
die Sec offen, doch ist der Landungsplatz ein guter. Auf dem Ankerplatz des
y,Hercu!es u betrug die Wassertiefe 28 Fad. (50,4m).
4. Landmarke der Insel Thornton im Messier-Kanal. West
küste von Patagonien. Nach einem Bericht des Kommandanteu S. M. S.
„Mollke“, Kapt. z. See Piruer, wurde auf der Fahrt vom Island Uarbour nach
dem Gray Uarbour am 19. Juli d. J. in der Mitte der Insel Thornton, % ) auf
ihrer westlichen Seite, ein vom Wasserspiegel bis zu Vs der Höhe des Berges
reichender, auffallender, ca 10m breiter, weifscr Querstrich bemerkt, der als
gute Laudmarko erwähnt zu werden verdient.
5. Lage der Insel Wake im nördlichen Stillcu Occau. Nach
einem Bericht des Kommandanten S. M. S. „Leipzig“, Korv.-Kapt. Hcrbig,
passirte derselbe auf der Reise von den Sone/tenA-lnseln nach Japan dio Insel
Hota, 3 ) für welcho in der „List of reported Daugers in the North Pacific“
Xo. 517 vier verschiedene Positionen angegeben sind. Es wurde die Insel un-
gesteuert und am 11. Mai d. J. um 9” a. m. gesichtet. Unter den denkbar
günstigsten Umständen — die Insel war um I2 h Mittags querab — wurde die
Breite derselben zu 19° 18' 0" Nord und die Länge zu 166° 41' Ost, also fast
genau mit der von Kapt. Sproulc angegebenen Position übereinstimmend
gefunden.
6. SegelanWeisung für den Flufs Tharnes. Ostküste der mitt
leren Insel von Ncu-8eeland. („Notice to Mariners“ No. 20. Wellington
1883.) Nach der „New South Wales Goverumeut Gazette“ No. 299 hat das
Marine-Departement zu Wellington am 7. Juui d. J. bekannt gemacht, dafs das
bisherige grüne feste HafenlVuor auf CWfw-Anlegebrücke, zu Grahamstown am
Flusse Tharnes, iu ein weifscs festes Feuer umgeändert worden ist 4 ) Ferner
*) Vergl. No. 146 der .Nachr. f. Seef.“ 1883.
*) Vgl. „South America Pilot*, Part II, pag. 157.
3 ) Vgl. .North Pacific Directory“ von Findlay, pag. 792 »nd 877.
4 ) .New Zealand Pilot“ 1875, pag. 75, und .Ñachi, f. Seef.“ 1883, ad No. 1389.