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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Witterung  in  Levuka.  Insel  Ovaian  (Fiji-Insein).

Beobachtungsterininen  fand  einmal  ein  Sturm  aus  S,  Stärke  8,  statt,  nämlich  um
6  Uhr  Abends  am  12.  Januar  und  aufsordem  ein  Orkan  am  Nachmittage  des
24.  Februar.  Ueber  beide  Stürme  wird  am  Schlufs  näher  berichtet.
Der  aus  165  Beobachtungen,  welche  an  denselben  Terminen  augestellt
wurden,  abgeleitete,  auf  0°  Temperatur  reducirte  mittlere  Luftdruck  beträgt
757,5  mm.  Eine  regelmäfsige  tägliche  Periode  ist  aus  den  Beobachtungen  nicht
zu  ersehen.  Der  Gang  des  Luftdruckes  von  6  Uhr  Morgens  bis  Mittag  und  von
Mittag  bis  6  Uhr  Abends  war  an  den  55  Beobachtungstagen  nahezu  gleich
häufig  zunehmend  und  abnehmend.  Der  mittlere  Luftdruck  ergiebt  sich  für
6  Uhr  Morgens  zu  757,7  mm,  für  12  Uhr  Mittags  zu  757,8  mm  und  für  6  Uhr
Abends  zu  757,4  mm.  Der  mittlere  Unterschied  zwischen  dem  höchsten  und
niedrigsten  beobachteten  Luftdruck  der  einzelnen  Tage  war  nicht  gröfser  als
0,9  mm.  Die  gröfste  tägliche  Amplitude  betrug  4.8  mm  am  22.  Februar,  die
kleinste  0,0  mm  am  2.  desselben  Monats.  Die  “extremen  Stände  nach  den
Terminbeobachtungen  waren  761,9  mm  am  1.  Februar  bei  SE  3  und  748,0  mm
um  6  Uhr  Abends  den  12.  Januar  bei  S  8  und  schweren  Regenböen.  Den  absolut
niedrigsten  Stand  —  734,3  mm  —  erreichte  das  Barometer  in  dem  Orkan  vom
24.  Februar.
Die  mittlere  Temperatur  der  Luft,  abgeleitet  aus  164  Beobachtungen,
betrug  27,6°  C.  Für  1'2  Uhr  Mittags  ergiebt  sie  sich  zu  28,8°,  für  6  Uhr  Abends
zu  27,3°  und  für  6  Uhr  Morgens  zu  26,4°  C.  Der  mittlere  tägliche  Unterschied
zwischen  6  Uhr  Morgens  und  Mittag  betrug  demnach  2,4°  C.,  wohingegen  der
gröfste  Unterschied  am  6.  Januar  zu  5,3°  C.,  der  kleinste  am  12.  Februar  zu
0,4°  C.  gefunden  wurde.  Am  7.  Januar  um  12  Uhr  Mittags  erlangte  die  Luft
ihren  höchsten  Wärmegrad  von  31,1°  C.,  nachdem  Tags  zuvor,  am  6.  Januar,  um
6  Uhr  Morgens,  mit  24,4®  C.  das  Minimum  der  Temperatur  der  Luft  beobachtet
worden  war.
Die  mittlere  Temperatur  der  Meeresoberfläche  war  27,4°  C.,  also  nahezu
dieselbe  als  die  der  Luft;  für  6  Uhr  Morgens  wurde  sie  im  Mittel  zu  27,0®,
für  12  Uhr  Mittags  zu  27,6®  und  für  6  Uhr  Abends  zu  27,4®  C.  beobachtet.
Das  Verhältnis  der  einzelnen  Wolkenformen  zu  einander  ist  aus  folgender
Zusammenstellung  ersichtlich:  Yon  den  141  beobachteten  Wolkenformen  waren
1%  Cirri,  17%  W-e.,  64%  Cum.  und  18%  Nim.  Andere  Wolkenformen  sind
als  beobachtet  nicht  notirt.
Der  durchschnittliche  Charakter  des  Wetters  war  veränderlich.  Böen
und  Schauer  traten  häufig  auf;  Wetterleuchten  ist  indessen  nur  zweimal  notirt
worden.  Wenn  man  auch  solche  Tage,  an  denen  nur  einzelne  Regenschauer
auftraten,  mitrechnet,  so  erhält  man  unter  den  55  Tagen  vom  5.  Januar  bis
zum  28.  Februar  33  Regentage  gegen  22  Tage  trocknen  Wetters.  In  der  Nacht
vom  25.  zum  26.  Januar  regnete  es  uuuntorbrochen  stark.
Der  Verlauf  der  beiden  Stürme,  welche  während  der  Anwesenheit  des
„Canopus“  in  LemJca  auftraten,  war  nach  dem  Bericht  von  Kapt.  Loose,
wie  folgt.
Am  Mittage  des  12.  Januar  herrschte  bei  einem  Luftdruck,  der  bis
751,0mm  abgenommen  hatte,  ein  steifer  SB-Wind  bei  heftigen  Böen  mit  Regen.
Da  die  Luft  sehr  drohend  aussah,  nahmen  wir  die  Oberbramraaen  an  Deck.  Am
Abend  um  6  Uhr  hatte  der  Wind,  der  bis  Süd  herumgeholt  war,  die  Stärke  8
erreicht;  der  Luftdruck  war  auf  748,0mm  gesunken,  und  es  traten  schwere
Böen  mit  Regen  auf.
Am  folgenden  Morgen  um  6  Uhr  hatte  der  Luftdruck  wieder  bis  749,5  mm
zugenommen.  Das  Wetter  war  noch  böig  und  regnerisch,  aber  der  Wind  wehte
aus  derselben  Richtung  wie  am  vorhergehenden  Abend,  nur  noch  mit  Stärke  6.
Meine  Annahme,  dafs  ostwärts  von  Ovalan  ein  Orkan  passirt  sei,  habe  ich  durch
verschiedene  spätere  Berichte  bestätigt  gefunden.
Am  Mittage  des  24.  Februar  nahm  die  Luft  bei  steifem  NNE-Winde  mit
Regen  und  einem  Druck  von  750,8  mm  ein  sehr  drohendes  Aussehen  an.  Wir
nahmen  deshalb  zunächst  die  Oberbramraaen  an  Deck  und  holten  unsere  beiden
Ankerketten  von  je  244  m  —  135  Faden  —  Länge  auf.  Das  rasch  fallende
Barometer  stand  um  2  Uhr  p.  m.  auf  743,9  mm.  Wir  steckten  von  der  B.  B-Kette
  90  m  —  50  Faden  —•  aus.  Mehr  durften  wir  nicht  geben,  weil  zu  befürchten ­
  stand,  dafs  wir  bei  einem  etwaigen  Umlaufen  des  Windes  auf  NW  dem
            
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