Eiugänge von meteorologischen Journalen etc., Mai 18S3.
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Reise. In südlicher Breite ging dieser gewonnene Vorsprung indessen voll
kommen wieder verloren. „Melusine“ fand dort in dem sieh bis nach 3,3° S-Br
erstreckenden Stillengürtel solch ungünstige Verhältnisse, dafs, um diese Breite
vom Aequator aus zu erreichen, mehr als fünf Tage erforderlich waren. Am
Mittage des 20, April war „Felix Mendelssohn’$“ Standpunkt in 10,8° S-Br und
27,6° W-Lg, „Helene’s“ in 12,4° S-Br und 28,8° W-Lg, während sich „Melusine“
gleichzeitig in 9,2° S-Br und 30,1° W-Lg befand. Das am westlichsten stehende
Schiff hatte also jetzt in südlicher Breite bedeutend an Zeit verloren. Dafs
dieses geschah, war wahrscheinlich eine Folge der Thatsacho, dafs die Ueber-
schreituug des südlich vom Aequator auftretenden StilleDgürtels westlich von
28° W-Lg bedeutend schwieriger zu sein scheint, als wie es weiter nach Osteu
hin der Fall ist. Die richtigen Verhältnisse des Stilleugürtols, wenn er, wie
es in den Frühlingsmonaten ja nicht selten geschieht, in südliche Breite hinüber-
greift, sind freilich noch keineswegs genau bekannt. Anscheinend aber erstreckt
sich in solchem Falle östlich von 20° W-Lg der SB-Passat nicht selten ununter
brochen bis zur Linie, während unweit 25° N-Br der Stillengürtel den Aequator
überschreitet und in der Nähe von 30° W-Lg dessen südliche Grenze sich viel
leicht bis nach 3° S-Br oder noch südlicher ansdehnt. Diese Verhältnisse
bieten, wenn es gilt, sich für einen passenden Schnittpunkt der Linie zu ent
scheiden, besondere Schwierigkeiten. Auf der westlicheren Route wird das von
Norden her kommende Schiff meist immer rascher nach 0° Breite gelangen, trifft
dasselbe dann aber, wie in diesem Falle „Melusine“, den Stillengürtel in süd
licher Breite an, so ist es nicht unwahrscheinlich, dafs alles Gewonnene wieder
verloren geht und dafs das die Linie östlicher kreuzende Schiff am frühesten
nach 10° S-Br gelangt. Für nach Süden bestimmte Schiffe möchte nach allem
jetzt Bekannten für die erwähnte Jahreszeit von 10° N-Br in 26° W-Lg ab ein
Südkurs am empfelilenswerthesten erscheinen. Für die dann vom Kap der
guten Hoffnung herkommenden Schiffe wird 26° W-Lg ebenfalls ein guter Schnitt
punkt sein, und die auf der Heimreise begriffenen Guineafahrer werden wahr
scheinlich gut thuu, wenn sie in etwa 2,5 oder 3° S-Br ihre Länge zurücklegen
und erst dann scharf nach Norden auf biegen, wenn sie die grofse Route der
heimkehrenden Indienfahrer erreicht haben. Die in diesem Falle von den vor
erwähnten drei Schiffen südlich der Linie beobachteten Verhältnisse entsprachen
ganz jener vorher angegebenen Lage. Das östlichste derselben fand in süd
licher Breite keinen Stillengürtel, sondern ungestörten SE-Passat, „Felix Mendels
sohn* beobachtete dort eine, 5 Wachen lang anhaltende Störung des Passats,
und „Melusine“, die erst dort den eigentlichen Stillengürtel antraf, gebrauchte,
um von 0° nach 3,4° S-Br zu kommen, nicht weniger als 5*/3 Tage. Zum Parallel
von 10® S gelangte „Helene“ in 27,7° W-Lg am 18. April, „Felix Mendelssohn“
in 27,7° W-Lg am 20. April und „Melusine“ in 30,4° W-Lg am 21. April. Als
Folge jener nach Süden hin verschobenen Lage des Stillengürtels fanden so
wohl „Felix Mendelssohn“ wie „Melusine“ in der Nähe der Linie vom Aequatorial-
strorn keine Spur. Die erstere Bark beobachtete auf der zwischen 2° N-Br und
2° S-Br liegenden, in 7 Tagen durchsegelten Strecke eine Gesammtversetzung
nach Osteu von 21 Sm. Und „Melusine“ wurde zwischen 2° N-Br und 3° S-Br
im Ganzen 5 Sm nach Osten versetzt.
Nachdem „Felix Mendelssohn* in südlicher Breite vom mäfsigen Passat
bis nach 3,7° S-Br in 26,1° W-Lg geführt worden war , wurde der Passat für
nahezu einen Tag lang durch Stille und leisen südlichen Zug unterbrochen.
Am 17. April stellte sich unweit 4,1° S-Br in 26,4° W-Lg der Passat wieder ein,
um bis nach 14,5° S-Br in 28° W-Lg ungestört anzuhalten. In der Nähe dieses
Punktes veränderte der mäfsig starke Wind sich am 22. April nach NE, um
bald nachher bis zur Stille abzunehmen. Nachdem diese und leichte östliche
Mallung für mehrere Tage beobachtet worden war, kam am 25. April in der
Nähe von 17,1° S-Br und 28,4° W-Lg wieder eiu rasch auffrischender SE-Wind
durch, bei dem die Bark bis zum 1. Mai nach 29° S-ßr in 28,8° W-Lg segeln
konnte. Der bei diesem Winde beständig steigende Luftdruck erreichte unweit
22,5° S-Br in 31° W-Lg einen höchsten Stand von 768,0 mm. Und als der
südlich vom letzterwähnten Punkte angetroft'ene kräftige, sich allmählich von
NE nach NNW verändernde Wind längere Zeit augehalten hatte, wurde in etwa
38° S-Br ein höchster Barometerstand von 772,2 mm beobachtet. Der NNW-