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Eingang« Ton meteorologischen Journalen etc., Mai 1883.
Am 21. November, etwa 10 Stunden früher als „Zanzibarwar der Mit-
segler „ Wilhelmine“ in 42,4° S-Br zum Meridian von Greenwich gelangt. Der
kleine, von dem eisernen Schiffe erlangte Vorsprung war sehr wahrscheinlich
nur infolge der auf der Ausreise gröfseren Segelfähigkeit errungen worden.
Um die für „Zanzibar“ erforderliche Länge abzulaufen, hielt sich diese
Bark für längere Zeit in der Näho von 40° S-Br. Nördliche und westliche
Winde waren dort vorherrschend, doch wurden auch an mehreren Tagen öst
liche Winde beobachtet. Als man am 4. Dezember nach 37,8° S-Br in 39/7° O-Lg
gekommen war, wurde bei stürmischem Westwinde ein nördlicher Kurs ein-
geschlagen, auf dem man bis zum 7. Dezember uach 30° S-Br in 43,4° O-Lg
gelangte. Unweit dieses Punktes veränderte sich der Wind nach S und SE
und segelte man bei diesen günstigen Winden daun bis nach 21° SBr in
42,5° O-Lg. Als „Zanzibar“ am 11. Dezember diesen Ort erreicht hatte, sank
der Wind zur leichten, unbeständigen, wiederholt von Stillen unterbrochenen
Briese herab und konnte man nun, da auch zugleich die Strömung eine ungünstige
wurde, nur sehr langsam nach Norden hin vorrücken. Nördlich von 12,5° N-Br
versetzte der Strom mit bedeutender Stärke nach Westen und Norden, und von
11,7° N-Br in 42,6° O-Lg an wurde die Fahrt auch wieder durch etwas frischere
südöstliche Winde begünstigt. Bei denselben gelangte die Bark am 27. Dezember
in Sicht der Insel Mafia und am 28. Dezember ankerte sie auf der Rhede von
Zanzibar. Die Reise war in 87 Tagen vollendet worden. Auf dem in östlicher
Länge liegenden Reiseabschuitte hatte man: 35° S-Br in 43,2° W-Lg am 5. De
zember, 30° S-Br in 43,4° O-Lg am 7. Dezember, 25° S-ßr in 42,7° O-Lg am
9. Dezember, 20° S-ßr in 42,8° O-Lg am 14. Dezember, 15° S-Br in 43,7° O-Lg
am 19. Dezember und 10° S-Br in 41,8° O-Lg am 26. Dezember, wie 20° O-Lg
in 40,7° S-Br am 27. November, 30° O-Lg in 39,2° S-Br am 1. Dezember und
40° O-Lg in 37,5° S-Br am 4. Dezember gokreuzt. Der Mitsegler „ Wilhelmine“
war nach 40° O-Lg in 41,3° S-Br am 3. Dezember gelangt.
Am 10. Januar 1883 ging die Bark „Zanzibar“ von Zanzibar aus wieder
in See, um nach Tamatave zu segeln. Sie traf auf See einen frischen, beständigen
NNE-Wind an, bei dem meistens ein zwischen OSO und OzN liegender Kurs
eingehalten werden konnte. Die gleichzeitig beobachtete Strömung war ihrer
Richtung nach eine sehr veränderliche; doch besafs dieselbe in keinem Falle
grofse Stärke. Als „Zanzibar“ nach 8 Ö S-Br in 47° O-Lg gelangt war, ver
änderte sich der noch immer frische Wind durch N und NW und konnte mau
dann bei Wind aus letzterer Richtung fast den ganzen übrigen Theil der Reise
zurücklegen. Als die Bark sich am 18. Januar der Ostküste Madagaskar’s
näherte, veränderte sich der Wind wieder nach NE, und bei diesem Winde
wurde auch am 19. Januar die Rhede von Tamatave erreicht. Die Reise war
in der ungewöhnlich kurzen Zeit von 9 Tagen vollendet worden. Nach kurzem
Aufenthalte in Tamatave ging „Zanzibar“ am 25. Januar wieder in See, um
nach Nossi Itt zu segeln. Diese Reise schien der zu erwartenden Winde
wegen schwieriger auszuführen. Dennoch aber legte das Schiff sie bei den an
getroffenen leichten, unbeständigen, meist nördlichen und westlichen Winden in
12 Tagen zurück. Am 4. Februar befand Ä Zanzibar“ sich in Sieht des Kap
Amber, und zwei Tage später wurde auf der Rhede von Nosei Be geankert.
Von Nossi Be aus ging „Zanzibar“ am 16. Februar wieder in See, um
nach Hamburg zurückzukchreu. Die Bark segelte bei höchst unbeständigem
leichten Westwinde bis zuiu 23. Februar nach 15,4° S-Br in 44,2° O-Lg. Süd
lich von diesem Punkte hielt sich der Wind vorherrschend im östlichen Halb
kreise, und nahm die Reise danu, da auch die angetroffene Strömung meist
stark nach Süden und Westen versetzte, einen günstigeren Verlauf. Zwischen
25,8° S-Br in 36° O-Lg und 33,4° S-Br in 28,6° O-Lg sah sich die Bark in
4 Tagen 203 Sm nach Südwesten versetzt. Auch bei der UmsegeluDg des Kap
der guten Hoffnung wurden keine anhaltenden Westwinde augetroffen, und ebenso
wurden auch nennenswertlie Stürme dort nicht beobachtet. Bei stürmischem
SE-Winde gelangte „Zanzibar“ am 10. März in Sicht von jenem Vorgebirge,
und bei dem im Atlantischen Ocean für eine Zeitlang wieder uach SW, später
nach S gelaufenen Winde kehrte „Zanzibar“ am 14. März zu dem in 11° O-Lg
überschrittenen Parallel von 30° Süd zurück. Südlich von demselben waren
9 Tage zugebracht worden. Auf dem ersten Reiseabschnitte hatte „Zanzibar“: