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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Kiiigfinge von meteorologischen Journalen etc., Mai 1883. 
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i. Reise der Hamburger Bark „baroiitie Belm“, Kapt. 0. Hufenhäuser. 
Die am 2S. April 1882 von (lcr Elbe aus eine Reise nach Hongkong 
antretende Bark „Caroline Hehn“ befand sich am Mittage des 13. Mai in 
48,6° Nord und 9,6° West. In geringer Entfernung von diesem Punkte stand 
damals auch die, von Cardiff nach Rangoon bestimmte, Elsflether Bark 
„Deutschland“ und legteu dann später beide Schiffe den Weg zur Linio in 
nahezu derselben Zeit zurück. Eine Wache später als „Deutschland“ in 20,3° 
N-Br und 19° W-Lg den Passat erreicht hatte, überschritt auch „Caroline Hehn“ 
in 27,2* N-Br und 19,6° W-Eg dessen polare Grenze, und als am Mittage des 
3. Juni nahezu gleichzeitig bei beiden Schiffen der Passat endete, war 
„Deutschlands“ Scliillsort 8,2° N-Br in 26,5* W-Lg, gegen den von „Caroline 
Hehn“ in 8° N-Br und 25,9° W-Eg. Nachdem beide Mitsegler dann nur für 
wenige Wachen durch Mallung aufgehalteu worden waren, trafen sic den SE- 
Passat wieder an, welcher sie bis zum 7. Juni zum Acquulor führte. „Caroline 
Helm“ ging, etwa 6 Stunden früher als „Deutschland“ es in 30,6° W-Eg that, 
in 31,1° W-Lg von dor nördlichen zur südlichen Halbkugel über. Von jener 
Bark waren auf dem Wege zur Linie: 40° N-Br in 17° W-Lg am 17. Mai, 
30° N Br in 17,6° W-Lg am 21. Mai, 20* N-Br in 25,5° W-Lg am 30. Mai 
und 10° N-Br in 26,1* W-Lg gekreuzt worden. 
In südlicher Breite nahm der, wie im Juni in der Nähe der Linie ge 
wöhnlich, anfänglich sehr raume Passat, nach kurzer Zeit eine schralc Richtung 
an. „Deutschland“ verlor dann, indem bei demselben für längere Zeit ostwärts 
gesegelt wurde, bedeutend, während die doch weiter westlich stellende „Caroline 
Hehn“ nur für wenige Wachen über B. B.-Bug lag. Die Folge dieses ver 
schiedenen Verfahrens war, dafs diese Bark 10° S-Br zwei Tage früher als 
„Deutschland“ überschreiten konnte. Im Gebiete des SE-Passats, und auch 
südlich von demselben, traf „Caroline Helm“ jedoch später recht ungünstige 
Verhältnisse, durch welche das Gewonnene, und mehr noch als dieses, wieder 
vollkommen verloren ging. Auf kurze Windstille, welche am 16. Juni die in 
19,5* S-Br und 36,5° W-Lg liegende polare Passatgrenzc bezeichnete, folgte 
nämlich ein anhaltender Südwind, bei dem über B. B.-Bug gesegelt werden 
mufstc, und später stellten sieh sogar noch wieder südöstliche Winde ein. Am 
2. Juli Mittags trieb „Caroline liehn“ in 38° S-ßr uud 8,4° W-Lg in Windstille, 
während zur selben Zeit die in 34,8° S-Br und 9,3* W-Lg stehende „Deutschland“ 
an diesem Tage bei kräftigem Nordwinde 210 Sm zutücklegen konnte. Diese 
so verschiedenen, durchaus nicht vorherzusehenden, Verhältnisse verursachton, 
dafs „Caroline Hehn“ erst am 6. Juli in 42° S-Br, zwei Tage später als 
„Deutschland“ cs in 37* S-Br gethau hatte, die westliche Länge mit östlicher 
vertauschen kouutc. Von jener Bark war die, zwischen Aeuuator uud erstem 
Meridian liegende Strecke in 29 Tagen vollendet worden. 10° S-Br hatte man 
in 34,6° S-Br am 12. Juni, 20° S-Br in 31° W-Lg am 18. Juni, 30° S-Br in 
23,3° W-Lg am 25. Juni und 40° S-Br in 8,7° W-Lg am 3. Juli gekreuzt. 
Beim Zurücklegen der erforderlichen Länge wurde die sich zwischen 
44° uud 45° S-Br haltende „Caroline Hehn“ fast stets von westlichen Winden 
begünstigt. Dieselben nahmen wiederholt bis zum heftigen Sturme zu uud 
waren häufig von Gewittern und Hagelschauern begleitet. Einen ungewöhnlich 
schweren Sturm, welchen in geringerer Stärke und von kürzerer Dauer gleich 
zeitig auch die in 40,4° S-Br und 59,3° O-Lg stehende „Deutschland“ beob 
achtete, erlebte „Caroline Hehn“ am 18. und 19. Juli iu 44,5° S-Br und 
60° O-Lg. Demselben ging mäfsiger NNE-Wind, bei dem der Luftdruck mit 
738,5 mm schon seinen niedrigsten Stand erreichte, vorher, und wehte er später 
aus West in orkanartiger Stärke. Schwere Hagel- und Schneeböcu begleiteten 
denselben. Einen zweiten ähnlich schweren Sturm überstand „Caroline Hehn“, 
als sie sich nm 21. Juli in der Nähe von 42,8° S-Br und 73° O-Lg befand. 
Auch dieser begann aus einor hoch nördlichen Richtung und wehte nachher am 
härtesten aus West. St. Elmsfeuer auf allen Mastspitzen, Gewitter und ein bis 
auf 746,4 mm abnehmender Luftdruck, begleiteten denselben. Die an diesem 
Tage in derselben Länge, aber etwa 4'/» Breitengrade nördlicher, stehende 
„Deutschlandblieb von diesem Sturme vollkommen verschont. Am 23. Juli, 
etwa 6 Stunden später als diese letztere Bark es in 37,3° S-Br tliat, gelangte 
An». <L IliOr. eie, IS«, Kilt IX g
	        
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