Reisebericht« 8. M. S. ,C«r»l** «ml 8. M. ICtit. „Hyäne".
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Hafen von Falealili. Insel Upolu (Taf. 11). Zur Austcuerung dieses Hafens
dieut die kleine vorliegende Insel Satalo. Man steuert bei gröfscrer Annäherung,
von West kommend, mehr längs des Riffes au der B. B.-Seitc. Von S. M. S.
„Carola“ wurde nur die westliche Einfahrt untersucht und benutzt, auch konnte
über die östliche nichts erfahren werden. Eingeengt wird die westliche Einfahrt
durch zwei unter Wasser liegende Felsen, von denen der gröfsere südliche
ca 2—3 m unter Wasser WKW von der Insel Salalo liegt und sich schon früh
zeitig durch hochlaufende Sec und zeitweilige sehr schwere Brandung bemerkbar
macht. Der nördliche kleinere Felsen liegt nicht so tief unter Wasser (ca 0,5
bis 1 m), ist boi Kiedrigwasser und Seegang öfters selbst sichtbar und eignet
sich seines steilen Abfalles wegen besser als Marke zum Einlaufen, als der
früher in Sicht kommende grofsc südliche Felsen, weil manchmal längere Zeit
keine hohe Dünung darüber läuft und derselbe dann nicht gut erkennbar ist.
Die beiden Felsen engen die Einfahrt auf ca 300 m ein. Mau steuert am besten
in einem Abstande von 80 bis 100 m vom kleinen Nordfelsen in den Hafen,
dirigirt das Schiff vom Vortopp aus und ankert nach Augenmaafs in der Mitte
weit genug von den umgebenden Riffen ab. Der Hafen selbst ist für die
Sicherheit bei starkem Winde zu tief und zu klein, um genügend Kette stecken
zu können, sonst aber nicht so sehr der Dünung ausgesetzt, wie die anderen
Häfen der Insel Upolu. Im Hafen ist von S. M. S. „Carola“ gclothet. Ein
dritter ca 1,5m unter Wasser liegender Felsen liegt in der östlichen, abor
nicht ausgclotheten Ausfahrt. Auf dem Felsen selbst konnte der Brandung
halber nicht gelothct werden.
Auf der Insel Satalo kann man an der Südseite landen, nachdem man
eine Durchfahrt im Riff für Boote au der NW-Ecke der Insel passirt hat. Die
Insel ist niedrig, hat au der Süd- und SW-Seite sandige Ufer und ist dicht
mit Bäumen und Palmen bedeckt.
Hafen von Neiofu (Niafoo). 1 ) Vavau-1., Tonga • Gruppe. Die über
diesen Hafen gemachten Angaben sind richtig. Ein guter Ankerplatz existirt
im ganzen Hafen nicht, mit Ausnahme des in den Peilungen „Königshaus NO
und Katholische Kirche WzS“ in der KO-Ecke des Hafens angegebenen, und
auch dieser liegt für die Wassertiefe zu nahe dom Ufer. Die katholische Kirche
ist schwer zu linden, da sie nur wie ein etwas gröfseres Haus der Eingeborenen
aussicht.
An der SW-Spitze von Vavau (die von einer Verbindungslinie der Inseln
Oefu und Homala (Komata) geschnitten wird) liegt ca 60 m von der Spitze
ein sehr steil nach alleu Seiten abfallender Felsen 3 bis 3,5 m unter Wasser.
Da sonst die anderen Theilc der Einfahrt von meist ganz steil abfallenden
Ufern cingefafst sind, die ein ganz dichtes Vorbeisteueru gestatten, so kann
dieser Felsen gefährlich sciD, besonders da segelnde Schiffe an den scharfen
Ecken der Einfahrt oft umspringende Winde iiudeu. Eino während des Auf
enthaltes S. M. S. „Carola“ einkommeude Bark war auch, als sie, um Luv zu
gewinnen, zu dicht an der Ecke vorbeihielt, auf diesen Felsen aufgelaufen und
bei der Schwierigkeit dos Ankerausbringens in dem sonst sehr tiefen Wasser
erst nach einigen Stunden wieder freigekommen. Die genaue Lago dieses
kleinen Felsens ist für ein von Norden kommendes Schiff „Nordspitze der Insel
llomala in Deckpeilung mit der äufscrstcu Spitzo der Ecke“, ca 60 m vom
Ufer ab recht vor der Mitte des sehr kurzen NW laufenden Theiles der SW-
Eoke der Insel Vavau. 2 )
Die auf der Karte Tit. XII No. 158 (Br. Adm.-Karto No. 2357) augegebeuo
Länge für Sandy Point von 174° 1' West scheint nicht die richtige zu sein.
Findlay*) erwähnt diese Länge auch, giebt aber die Länge von Neiafu, welches
nur 0,6 Sm östlich davon liegt, zu 173° 55' West au. Letztere Lauge ist nach
dou Observationen S. M. S. „Carola“ die richtige und die Länge von Sandy
Point mithiu annähernd 173° 56' West.
■) Vgl. „South Pacific Directory*, 1877, pag. 508: „Ami. d. Hyiir. etc.“, 1882, pag. 605.
*) Hiernach liegt die Klippe 60m von der SYV-Spitze von Vavau, etwa der Insel Onctale
gegenüber (Karte XII No. 15®.
*) Yergl. „South Pacific“, pag. 510.