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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Kinsänge von meteorologischen Journalen etc., September 1882. 
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webte am heftigsten aus WNW uud eudele aus SW. Der niedrigste, während 
seiner Dauer beobachtete, Luftdruck war gleich 747,8 mm. 
Nördlich von 50° S-Br traf „George“ auf dem Wege zum Passatgebiet 
zunächst vorherrschend aus nordwestlicher Richtung wehende Winde. Als 
43° S-Br überschritten worden war, hielt sich der Wind mehr in südlicher 
Richtung, man konnte dann rascheren Fortschritt erzielen und erreichte endlich 
am 22. Oktober, in der Nähe von 30,8° S-Br und 81° O-Lg, die polare Passat- 
greDze. Der ganz leichte Wind sprang dort plötzlich von West nach SE und 
frischte dann aus letzterer Richtung rasch auf. Der in der Nähe dieses Punktes 
770,0 mm betragende Luftdruck stieg bis auf ein unweit 27,5° S-Br erreichtes 
Maximum von 773,4 mm. Im Passatgebiete selbst fand „George“ keinen sehr 
beständigen und frischen Wind, so dafs als P'olge davon der Fortgang des 
Schiffes dort kein sehr rascher war. Nördlich von 6° S-Br trat der Passat 
besonders flau auf, und als am 6. November die Linie in 101,1° W-Lg über 
schritten wurde, geschah dies bei ganz leichter, südöstlicher Briese. Die 
Bark liatto die zwischen 50° S-Br und Acquator liegende Strecke in 32 Tagen 
zurückgelegt, und auf derselben: 40° S-Br in 81° W-Lg am 15. Oktober, 
30° S-Br in 81,5° W-Lg am 22. Oktober, 20° S-Br in 88° W-Lg am 26. Oktober 
und 10° S-Br in 94,2° W-Lg am 31. Oktober gekreuzt. 
In nördlicher Breite fafste, als „George“ nach 1,5° N-Br gekommen war, 
der SE-Wiud noch wieder kräftig durch, und nachdem der Wind unweit 
6,5° N-Br südwestliche Richtung angenommen hatte, wehte er auch aus diesem 
Quadranten frisch und beständig. Diesen westlichen Wind begleitete ein etwa 
1 Sm starker Oststrom; dagegen war auf der zwischen 2° S-Br und 4,5° N-Br 
liegenden Strecke in 4 Etmalen eine 155 Sm grofse Versetzung nach Westen 
beobachtet worden. Die Temperatur des Meerwassers, welche auf der Linie 
19° C. betrug, stieg bis auf 27,5° C. in der Nähe von 10,5° N-Br. In ganz 
leichte Mallung und Windstille gerieth „George“ am 11. November unweit 
10,2° N-Br und 105° W-Lg. In geringer Eutfernung von 11,2° N-Br und 
106° W-Lg stellte sich am 12. November der NE-Passat ein, bei welchem die 
Bark bis zum 19. November nach 19,5° N-Br in 115,2° W-Lg segelte. Der 
letzte Theil der Reise wurde hei leichten, meist aus nordnordwestlichcr Richtung 
kommenden, Winden zurückgclegt. Am 29. November gelangte „George“ in 
die Nähe des Kap San Lucas, und da dort die Order an Bord gebracht wurde, 
die Reise nach Jdazatlan fortzusetzen, wurde Kurs für diesen Hafen gesteuert 
und derselbe am 1. Dezember erreicht. Die Reisedauer betrug von Rio de 
Janeiro ab 95 Tage, ln nördlicher Breite hatte man von dieser Zeit 25 Tage 
verbracht; und dort: 10° N-Br in 105,4° W-Lg am 10. November und 20° N-Br 
in 113° W-Lg am 21. November geschnitten. 
Am 22. Februar 1882 trat „George“ von einem im Busen von Californien 
gelegenen, Platze Namens Playa Colorado die Rückreise nach Liverpool au. Das 
Schiff segelte bei dem auf See zunächst angetroffenen frischen NW-Winde süd 
wärts, fand, wie man nach dieser Richtuug hin vorrückte, bald schwächeren 
Wind und schlicfslich den sich unw T eit 18,2° N-Br und 110,2° W-Lg cinstellen- 
den NE-Passat. Derselbe entstand, indem der mäfsige Wind sich von NNW 
durch Nord nach NNE veränderte, und begleitete, später zeitweise kräftig 
wehend, das Schiff bis nach 3,3° N-Br in 112,2° W-Lg. Unweit dieses Punktes 
erreichte „George“ am 5. März den Stillengürtel, welcher bei leichter südöst 
licher Briese in 3‘/a Tagen überschritten wurde. In 0,5° N-Br uud 114,1° W-Lg 
wurde am 9. März der SE-Passat angetroffen, welcher die Bark noch an dem 
selben Tage zu dem in 114° W-Lg gekreuzten Aequator führte. Es waren bis 
dahin 15 Tage nach dem Antritt der Reise vergangen; 20° N-Br war in 
109,5° W-Lg am 25. Februar und 10° N-Br in 111,4° W-Lg am 2. März über 
schritten worden. 
Der bis dahin nur sehr schwache Passat trat südlich von 3° S-Br in 
größerer Stärke auf, begleitete das Schiff jedoch nicht weiter als bis nach 
21° S-Br in 122° W-Lg. In der Nähe dieses Punktes sank der Wind am 
18. März, bei einem Barometerstände von 763,S mm, zum ganz leisen Zuge 
herab. Nachdem dann in unregelmäßiger Weise eine langsame Drehung nach 
links ausgeführt worden war, wehte später wieder für längere Zeit ein frischer 
SE-Wind, bei dem nur ein langsamer Fortgang erzielt werden konnte. Erst
	        
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