Reiseberichte S. M. S. „Carola* und S. M. Kht. »Hyäne*.
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Hafen von Meoho.') Die Lcvinson - Einfahrt wird durch das vou Meoko
auslaufcnde Riß’, an dessen Spitze 5 m Wasser sind, zu einer Breite von 170 m
verengt. Der Strom setzt meist von Muarlin ab; man tmifs daher das Riff
dieser Insel sehr nahe passiven, um im rechten Fahrwasser zu bleiben. S. M.
Kbt. „Hyäne“ fand den stärksten Strom hier ca 3 Kn südöstlich setzend, so
dafs mit Volldampf die Einfahrt nur langsam passirt wurde. Auf dem Anker
platz des Kanonenbootes lief kein Strom.
Hafen von Makata.*) Dieser Hafen ist von den Europäern ganz verlassen
worden. Es wurde in demselben eine mäfsige nördliche Dünung verspürt; der
Hafen ist überhaupt bei Nordwinden nicht als völlig sicher zu betrachten. Die
Hermheim-Einfahrt ist nur 90 m breit und mufs, wenn man davor ist, mit Fahrt
passirt werden, da der Strom stark westlich setzt. Beim Auslaufen wurde mit
NNO-Kurs genau die Mitte der Passage gehalten. Das Kanonenboot ankerte
auf dein von S. M. S. „Ariadne“ empfohlenen Platz.“
3. Nordkiiste von Neu-Britannien von Kabakadar bis Port Weber.
Die. während der Fahrt des Kanonenbootes „Hyäne“ nach Port Weber und
von dort zurück gemachten Beobachtungen genügten nicht, um eine Skizze
dieses Küstenstrichs zu entvrerfen. Es kann indessen Folgendes konstatirt
werden.
Wenn der Borg Naumann SO und das Kap Stephens ONO7s0 peilen,
so peilt die Nordspitze von Uvar WSW; mithin mufs diese In3el bedeutend
südlicher liegen, und da man iu diesem Punkte ziemlich weit nördlich frei von
Kap Luen Riff ist, so mufs anch dieses Kap südlicher liegen, als die in den „Adü.
d. Ilydr. etc. 1879“, Heft IV, veröffentlichte Skizze zeigt. Von der Landungsstelle
in Kabakadar aus wurde das Kap N 86,2° W gepeilt. Es mufs daher ca 1 Sin
südlicher liegen, als die erwähnte Skizze angiebt, was auch mit der oben
erwähnten Position, wo man sich einige Kabellängen nördlich vom Riff befindet,
dem Augenschein nach übereinstimmt.
Mit der Skizze übereinstimmend, peilt die Westspitze der Insel Man mit
der Huk südwestlich von Kap Luen in Liuie (NOzN).
Das Fahrwasser südlich von der Insel Man ist, abgesehen von den
Riffen Conflict und Kabakadar, vollständig klar; beide Riffe fallen steil ab und
sind gut sichtbar. Die Insel Man hat an der Südseite nur sehr schmale Riffe.
4. Moreton-Bucht und Brisbane-Flufs. Ostküste von Anstralien.
Der Freeman Channel versandet nach Angabe des Lotsen immer mehr; der
im Süden der Insel Moreton befindliche Rous Channel ist schon jetzt unpassirbar.
Das Kanonenboot benutzte zum Ein- und Auslaufen den Middle Channel, der
aber auch nicht mehr mit den Karten überoinstimmt, sondern nördlicher liegt.
Der Yellow Patch Leuchtthurm ist demgemäfs versetzt worden i) * 3 ). Bei hohem
Seegang ist auch dieses Fahrwasser unpassirbar.
Die au der Einfahrt des Howe Channel liegende Glockentonne ist ver
trieben und noch nicht orsetzt worden. Durch die vor dem Flusse liegende
Barre wird jetzt eiu neues, gerade geführtes Fahrwasser gebaggert; der Francis
Channel hat viele Krümmungen und wird später gar nicht mehr benutzt werden.
Der Bm6a«e-Fluf$ ist gut befeuert und kann mit Hülfe eines Lotsen auch
bei Nacht passirt werden.
5. Beschreibung einiger Häfen der Samoa- und Tonga-Inseln.
Rhede von Satupaitea. Bucht von Paluale. Insel Sawaii. (Tafel lt.)
S. M. S. „Carola“ ankerte am 7. Mai 1883 600 m NNO von der Ostspitze vou
Satupaitea, auf 38 m Wasser, groben gelben Sand und Muscheln. Beim An-
steuern der Rhede von Satupaitea darf man, im Falle man an der Westseite
der grofsen Pa^/fe-Bucht 4 ) zu ankern beabsichtigt, nicht nördlicher als NO
auf die Spitze zu dampfen. Da keine genauere Karte darüber existirt und die
i) Vgl. „Amt. d. Hvtlr. etc.*, 1879, pag. 177, 2S3; 1882, pag. 229.
Ä ) Vgl. „Amt. d. Hydr. etc.“, 1879, pag. 284; 1882, pag. 229.
3) Vergb „Nadir. f. Seef.* 1882 No. 1110 und 1268.
*) South Pacific Directory pag. 622.