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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Reiseberichte  S.  M.  S.  „Carola“  und  S.  M.  Kbt.  „Hyäne“.

Das  Nma  Fahrwasser  hat  Dicht  unter  9  m  Wassertiefe,  ist  durch
Inseln  und  Riffe  gegen  Seegang  geschützt  und  bietet  gute  Ankerplätze.  Von
dom  Ankerplatz  bei  Delolawail  (Tafel  10)  läuft  es  zunächst  in  ostnordöstlicher
  Richtung  7  Sin,  bis  die  kleine  Insel  „Lhseno*  passirt  ist,  dann  in
nordnordöstlicher  Richtung  bis  zur  südlichen  Einfahrt  zum  Hafen  von  Nma,
ln  diesem  Theil  ist  tieferes  Wasser  18—29  m,  und  macht  sich  hier  die  nördliche
Dünung  fühlbar.  Als  Marke  zum  Ein  steuern  kann  die  kleine  Insel  Limmo
dienen.  Strom  wurde  nach  dem  Verlassen  des  Ankerplatzes  bei  Deiolawail
nicht  bemerkt.
Der  Hafen  von  Num  ist  sehr  klein  und  hat  nur  Platz  für  ein  grofses
Schiff',  welches  vor  einem  Anker  liegt.  Die  südliche  Einfahrt  wird  durch  zwei
Riffe  mit  lm  Wasser,  welche  jedoch  gut  sichtbar  sind,  zu  einer  Breite  von
17*  Kblg  verengt.  Der  Ankerplatz  befindet  sich  io  folgenden  Peilungen:
„Faktorei  in  Wy'-iN“  und  „NW-Kaute  vou  Neu?Irland  in  X 3 /$<  >“.  Die  nördliche
Ausfahrt  ist  sehr  schmal  und  hat  eine  Barre  mit  G  m  Wasser,  Der  Strom  setzt
dort  meist  westlich.  Da  die  Rille  sich  nicht  gut  markiren,  ist  cs  ralhsam,  einen
Lotsen  zu  nehmen.  Der  Bootsführer  der  Station  von  IlernshHm,  ein  Salomon-Insulanor,
  Namens  Jimmy,  kann  hierzu  empfohlen  worden.  Derselbe  hat  die
Zeichnung  der  deutschen  Lolsenflagge  erhalten  und  i»t  bedeutet  worden,  auf
Schiffe  zu  gehen,  welche  dieselbe  geheiist  haben.  Von  Süden  kommend  ist  ein
Lotse  entbehrlich.
Die  Eingeborenen,  welche  auf  den  Inseln  leben,  sind  Europäern  sehr
zugethan,  doch  stehlen  sie  mit  Vorliebe.  Der  Handel  mit  Kopra  ist  dort  besonders ­
  ergiebig.  Die  auf  Nutte-Irland  lebenden  Eingeborenen  sind  feindseliger.
An  Nahrungsmitteln  könncu  Taro,  Yams  uud  Schweine  beschafft  werden.
Kapk-Lieut.  Geisoler  bemerkt  noch  über  einzelne  von  S.  M,  Kbt.
„Hyäne*  besuchte  Häfen  wie  folgt:
„Greet-Hafen.*)  Der  Ankerplatz  in  diesem  Hafen  befindet  sich  nördlich
von  der  Insel  Matvpi  in  dem  Alignement:  „Berg  Bienenkorb  uud  Nordspitze
der  Insel  Matupi.'*  Weiter  östlich  nehmen  die  Wasscrtiefeu  beträchtlich  zu.  Der
Berg  Südtochter  und  der  thätige  Vulkan  liegen  ebenfalls  in  der  erwähnteu  Linie,
so  dafs  vom  Ankerplatz  aus  beide  Berge  sich  genau  decken.
Um  beim  Emsegeln  in  den  Greet-Hufen  sicher  frei  vou  allen  Untiefen
zu  gehen,  kann  der  Berg  Bienenkorb  mit  der  Südspitze  von  Matupi  iu  Linie
gebracht  werdcu  (WKW).  Steuert  mau  iu  dieser  Richtung,  bis  der  westliche
Abfall  des  Bergrückens  links  von  dem  Borg  „Mutier*,  der  sich  durch  einen
röthlichen  Fleck  markirt,  in  NzW  peilt,  so  steuere  inan  NzW,  bis  der  Berg
Bienenkorb  mit  der  Nordspitze  von  Matupi  in  Linie  gepeilt  wird  und  daun  diese
Richtung  verfolgend,  bis  die  Station  Htrnshdm  in  SSW  peilt  und  somit  der
Aukerplatz  erreicht  ist.
Ankergrund  befindet  sieh  auch  an  der  Südküste  der  Krator-IIalbinsel.
Rhede  von  Ginegunan.  Ginegunan  liegt  au  der  Südseite  der  Blanche-Bai,
  *«/*  Sm  westlich  von  der  Spitze  Leseon.  Es  ist  dort  guter  Ankergrund
auf  18  m  Wasser.  Die  Ankerpeiluug  S.  M.  Kbt.  „Hyäne*  war:  „Kap  Gaselk  in
OzN,  Westkante  der  kleinen  Insel  Credner  in  NOzN  und  Berg  Mutter  in  NNW*/*W.“
Bei  starken  nördlichen  Winden  ist  dieser  Ankerplatz,  seiner  Lago  gornäfs,
unsicher.
Rhede  von  Kabakadar.  Kabakadar  liegt  an  der  Nordküste  von  Neu-Britannien.
  Es  ist  dort  eiu  ziemlich  guter  Ankerplatz  auf  10  m  Wassertiefe
vorhanden,  aufserdem  gewährt  eine  Lücke  in  dem  schmalen  Küstcuriff  bequeme
Landung  für  Boote.  Bei  frisehen  nördlichen  Winden  ist  der  Ankerplatz  nicht
zu  empfehlen.  Auf  der  östlich  vom  Aukerplatz  liegenden  Huk  befindet  sieh
ein  weißes  Missionshaus,  das,  von  Osten  kommend,  als  Marke  benutzt  werden
kann.  Ist  die  Huk  passirt,  so  wird  auch  bald  mit  dem  Haudloth  der  Grund
erreicht  werden.
Die  Riffe  markiien  sich  gut,  doch  darf  mau  nicht  zu  nahe  horangeheu,
da  der  Grund  in  der  Nähe  derselben  uneben  ist.  Auf  dem  Ankerplatz  ist
sandiger,  ebener  Boden.  Die  Ankerpeilung  war:  „Berg  Matter  in  O'/S,  Ostkante ­
  der  Iusel  Man  in  Nord.“

1)  Vgl.  »Ami.  (1.  Hydr.  etc.“,  1870,  png.  10  «.  401;  1882,  pag.  228.
            
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