Reisoiierk’lite S. M. S. „Carola 1- mul S. M. Kbt. „Hyäne“,
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S. Joseph erhebt sich etwa 200m ans dem Meere und hat steile Küsten.
Au der Ostküste zeigte sich jedoch auch ein schmaler weifser Sandstraod, der
mit Kokospalmen bewachsen war. Die Insel ist schwer zugänglich.
S. Francisco, etwa 200m hoch, wie S. Joseph, hat gleichfalls steile
Küsten. Am Südufer standen einige Palmen. Am Lande wurde eine Art Treppe
bemerkt, auf welcher die Eingeborenen von dem 13ergo nach dem steilen
Klippenraud hinabgingen und sich dann au Stricken nach dem Strand hinab-
gleiten liefsen.
Die Eingeborenen sahen sehr wild aus, hatten meist rotli tätowirte Ge
sichter und suchten in wohlgebauten Kanoes das Schiff zu erreichen. An Tausch
artikeln hatten sie nur Bananen und junge Hunde. Die Bevölkerung scheint
sehr zahlreich zu sein.
Sir C. Hardt/- und Green ln. haben mäfsig hohe, dicht mit Mangrove
und Palmeu bewachsene Ufer, welche zum Wasser steil abfallen und ein
Laudon mit Booten nur an einzelueu Stellen gestatten. Die Ostseiteu sind
besonders steil, an der Westseite hat jede Insel eine kleine Bucht, deren Zu
gänge jedoch durch Riffe geschlossen sind. Die KW-Spitze der Green /. ist
ganz niedrig, aber felsig, und die Nordküste besonders zerklüftet. Die West
seite hat ein weit auslaufendes Riff, welches sieh auch von der niedrigen NW-
Spitze aus noch eine Seemeile weit nach NW hin erstreckt. An allen Seiten
der Insel wurden starke Stromkabbelungen bemerkt.
2. Die Durchfahrten zwischen Neu-Irland und Neu-Hannover.
Alle Inseln, welche zwischen Neu Irland und Neu Hannover liegen, sind
bevölkert, niedrig und dicht bewachsen und von mehr oder minder breiten Riffen
umgeben. Die einzige Erhöhung ist der aus früheren Beschreibungen bereits
bekannte Mausoleum - B erg. Zwischen den Inseln giebt es drei Durchfahrten:
die Byron-Strafse, die Stö/fem-Strafse und das Nusa-Fahrwasser.
Die Byron-Stra/se (Taf. 10) liegt westlich von der Mausoleum-Insel. Sie
wird im Westen durch mehrere kleine Inseln begrenzt. Die Strafse verfolgt eine
nordnordöstliche Richtung und hat eine Länge von 7 Sm. Der südliche Theil ist
nur 3 Klbg breit: in demselben liegt eine Untiefe mit nur 3 m Wasser. Der
nördliche Theil, in welchem mit dem Ilandloth kein Grund gefunden wurde,
ist breit. Ein Ankerplatz, welcher jedoch gegen südliche Winde offen ist,
befindet sieb vor dem westlich von Mausoleum-Insel auslaufenden Riff' in fol
genden Peilungen: „Südkante des Mausoleum-Borg in 0 3 /<S“ uud „Westkante
der südlichen der Durchfahrtsinseln in NzO'/iO.“ Die Strafse ist wegen stark
seitlich setzenden Stroms, vieler Stromkabbelungen uud der Untiefe mit 3 m
Wasser und in Anbetracht der nahe liegenden Sia^an-Strafsc nicht zu empfehlen.
Als Marken können die beiden kleinen Durchfahrts-Inseln benutzt werden, bei
denen man dicht entlang halten mufs, um frei von der Untiefe zu fahren. Von
Norden her sind die Inseln besonders gut sichtbar. Auf dem Ankerplatz, am
Südende der /tyrow-Strafsc wurde ein regelmüfsig umsetzender Ebbe- und Fluth-
strom beobachtet, welcher in der Richtung SW—N0 bis zu einer Stärke von
2 Sm p. h setzte.
Westlich von der nördlichen Ausfahrt der Zb/ron-Strafse zieht sich eine
Inselkette in nordwestlicher Richtung nach der Nordseite von Neu Hannover
hin, welche das Kap Klatt von Norden her gänzlich verdeckt und bis zu den
Ost-Inseln zu reichen scheint.
Die Stoßen-Straße (Taf. 10) hat eine Länge von 8 Sm und ist im Durchschnitt
IV* Sm breit. Sie wird jedoch bei Kap Jeschke durch eine südwestlich davon
liegende, nur auf kurze Entfernung sichtbare Untiefe bis auf 7 Kblg vereugt.
Das Riff bei Kap Jeschke fällt steil ab uud ist gut sichtbar. Auf demselben
liegen mehrere Steine, welche aus dem Wasser hervorragen. Passirt man dies
Riff in 1 Kblg Abstand, so kann man mit dem Kurse „rechtweisend Nord“
durch die Strafse laufen. Die Strafse ist frei von Untiefen. Regelmäßig um-
setzender Ebbe- und Flathstrom in der Richtung WSW—ONO bis zur Stärke
von 2 Kn wurde auf dem Ankerplatz südlich von Delolawail beobachtet. Die
Nordseiteu der Inseln fallen zum Theil etwas steiler zum Wasser ab uud sind
felsig. Die Annäherung von dieser Seito wird durch vorlagerndo Riffe erschwert.
Ann. <\. liyclr. etc., 1SS3, Heft IX. 2