Lüders, Kızr Die Ablenkung (Deriation) der Kompaßnadel in Strömungsmessern usw, 169
ausgewertet und auf rechtweisend Nord umgerechnet. _ Das erhaltene neus Bild der Linien gleicher
Deraation, weicht aus diesem Grunde gegenüber dem in der genannten Veröffentlichung gebrachten
Bilde ia Einzelheiten etwas ab.
Die obere Begrenzung der Darstellung der Linien gleicher Deviation wird
durch die mit + 1 m bezeichnete Linie gebildet, die den Verlauf der Ablenkungs-
werte für das 1m über dem Wasserspiegel aufgehängte Strommeßgerät wieder-
gibt. Die Deviation in dieser Ebene wurde vom Jahre 1931 ab beobachtet, und
zwar mit dem Zweck, den Verlauf der Deviationswerte für die 0 m-Tauchtiefe
genauer Festlegen zu können. Nebenher ergeben diese Werte einen interessanten
Einblick in den weiteren Verlauf der Deviationskurven oberhalb des Wasser-
spiegels, worauf hier aber nicht eingegangen werden soll.
3. Übersicht über die vorliegenden Deviationsbeobachtungen.
Es wurde bereits erwähnt, daß Deviationsbeobachtungen für die Strömungs-
messungen im Jadegebiet seit dem Jahre 1929 vorlegen. Regelmäßig vor jeder
Untersuchungsfahrt ist die Deviation bestimmt worden, so daß fast aus jedem
Jahre Beobachtungsreihen vorliegen, In der Tabelle 1 ist die Anzahl der in
den. einzelnen Jahren für die verschiedenen Tauchtiefen gewonnenen Deviations-
werte zusammengestellt. Insgesamt wurden 8119 Ablenkungswerte beobachtet,
In dieser Zahl sind die Werte der Gerätedeviation mit enthalten, An Bord des
Meßschiffes sind im ganzen 6552 Derviationswerte gemessen worden.
Von praktischer Bedeutung sind die Zeiten, die im Mittel für die Dureh-
führung der Deviationsbeobachtungen benötigt wurden, denn diese Arbeit stellt
eine zusätzliche Zeitinanspruchnahme dar, die nur ungern bei den Strömungs-
messungen in Kauf genommen wird. In der Tabelle 2 sind die für die Deviations-
beobachtungen an Bord des Meßschiffes in den einzelnen Jahren benötigten Tage
angegeben, Die für die Bestimmung der Gerätedeviation erforderliche Zeit ist
hier unberücksichtigt geblieben, da diese Beobachtungen an Land und ohne
großen Kostenaufwand ausgeführt werden können; bei ihrer Berücksichtigung
würde das Ergebnis zu günstig erscheinen. Für die Beobachtung der 6552 Devia-
tionswerte wurden im ganzen 53 Tage benötigt; durchschnittlich sind also für
jede Beobachtungsreihe rund 6 Tage erforderlich gewesen, an denen im Mittel
728 Werte beobachtet worden sind, Die Zahl der an einem Tage (achtstündige
Arbeitszeit) gemessenen Ablenkungswerte beträgt im Durchschnitt 124. Im Mittel
kommen auf jede einzelne Tauchtiefe jeder Beobachtungsreihe 82 Beobachtungen;
das bedeutet, daß im Gesamtdurchschnitt etwa alle 4,5° des Schiffskurses eine
Beobachtung ausgeführt worden ist,
Diese hier als Mittelwerte errechneten Zahlen gehen nach den heutigen
Erfahrungen erheblich über das notwendige Maß hinaus. Da jedoch die Not-
wendigkeit bestand, durch ein umfangreiches Material die Unterlagen für die
Klärung der bisher noch undurchsichtigen Deviationsfrage zu schaffen, sind die
Deviationsbeobachtungen in dem angegebenen Umfange erforderlich gewesen.
Bei einer Einschränkung der Beobachtungen auf das notwendige Maß würde man
schätzungsweise mit einem Drittel der oben ermittelten Durchschnittswerte aus-
kommen, d.h. man würde für die Durchführung einer Untersuchungsreihe {für
ein MeBßschiff ähnlich der „Ahne“ etwa zwei Tage bei achtstündiger Arbeitszeit
benötigen, Um die Deviationskurven mit ausreichender Genauigkeit ermitteln
zu können, würden für jede Tauchtiefe etwa 80 Werte genügen, also alle 12°
Schiffskurs eine Beobachtung,
4, Die Auswertung der Deviationsbeobachtungen.
Zur Ermittlung der Solldeviationskurven sind die in den einzelnen Jahren
beobachteten Devistionswerte nach dem im Abschnitt II, 2 beschriebenen Ver-
fahren bearbeitet worden, Die hieraus erhaltenen Bilder von dem Verlauf der
Deviationskurven geben die Abb, 4 bis 12 wieder, Zu den einzelnen Unter-
suchungsreihen ist nun folgendes zu sagen:
Derviationsuntersuchung 1929. Die Beobachtung der Deviation. wurde
im September 1929 an verschiedenen Stellen des Jadebusens und der Innenjade,
also im strömenden Wasser, vorgenommen, Der Strömungsmesser wurde hierbei