Meteorologische etc. Beobachtungen der ,Vega“ 1878/79.
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2. Der Druck der Luft wurde an zwei Quecksilber-Barometern von
Adie abgelescn, welche vor der Abreise und nach der Rückkehr der .Expedition
mit dem Norrual-Barometer des meteorologischen Centralbureaus zu Stockholm
verglichen worden sind.
Als Monatsmittei der verschiedenen Monate und für die absoluten Maxima
und Minima des Luftdrucks bei Pitlekaj geben die Beobachtungen folgende
Zahlen werthe:
Jan. Fi-br. März April Mai Juni Juli Oktbr. Nuvbr. Bezbr.
(1—17)
Mütl. Luftdruck 700 imu+ 52,79 67,99 59,28 56,72 59,75 56,37 (50,86) 57,83 53,81 6087
Aliaolnws Maximum 75,3 88.0 77,0 67,5 73,3 63,7 £67,1 ) 70,1 67,1 82,2
» Minimum 32.7 38,4 48,1 88,6 41,9 44,1 (38,6 ) 44,8 44,0 28,9
Der jährliche Gang des Luftdrucks ist aus diesen Angaben, welche so
überaus veränderliche Monatsmiete! aufweisen, kaum möglich abzuleiten. — Für
den täglichen Gang des Luftdrucks ergab eine graphische Interpolation der be-
treffenden Beobachtungen:
Maximum des Morgens = 760,50 mm um 10 h 30“' a. in.
Minimum des Kncimditags ™ 760,06 mm « 5*> 12 10 p. i».
Maximum des Abends « 760,34 um» , 11b 10 m p. m.
S. Die Feuchtigkeit der Luft konnte bei Pitlekaj während des
Winters nicht gemessen werden, da das mitgenommene Haarbygroroeter in Un
ordnung geratben war und die Angaben des Psychrometers bei strenger Kälte
unzuverlässig waren.
4, Wind. Die Richtung des Windes wurde in dem Beobachtungsjournal,
nach seiner wahren Richtung berichtigt, für die einzelnen 32 Windstriche ver
zeichnet. Aus der Gesammtheit der einzelnen Beobachtungen ergiebt sich, dafs
während des ganzen kalten Theiles des Jahres — Oktober bis Mai — die
Nord-Winde (zwischen NW und NE) überwiegend vorherrschend gewesen sind,
dafs sie also sowohl vom Innern des asiatischen Kontinents, wie auch vom
Eismeer jenseits der Tschuhtschen-Halbinsel nach dem wärmeren Bering-Meer
und dem Stillen Ocean hin wehen. Erst im Juni traten die Süd-Winde über
wiegend auf und blieben bis Mitte Juli, der Zeit der Abfahrt der „ Vega“,
vorherrschend. Diese Thaisache stimmt mit dem gewöhnlichen Verhältnisse der
Winde längs der Ostküste des nördlichen Asiens und der Umgebung der Bering -
Strafse überein.
Nach Proceuten vertheilt, erhält man für die 8 Hauptwindrichtnngcn und
die Windstillen folgende Werthe:
N
AB
E
SK
Oktober
S SW
• Iris Mai
W
NW
Stille
2»
7
7
3
Mai Iris
7 6
; Juli 17
5
26
10
20
12
9
4
14 19
5
12
5
Hildebrandssou bemerkt hierzu a. a. O. pag. 394: „Da die Haupt-
richtuug des Windes bei Pitlekaj im Winter fast in direkter Linie von Nord ist,
so scheint es, als ob ein verbältnifsmäftig hoher barometrischer Druck im
Norden vorherrsche und die beiden bekannten und stark accentuirten Maxima
verbinde, von denen sieh das eine gegen den mittleren Lauf der Lena hin, das
andere im arktischen Ocean befindet. Dieser Umstand spricht auch zu Gunsten
des Vorhandenseins eines Landes von bedeutender Ausdehnung iin Norden.“ Hier
für spricht ferner noch der Umstand, dafs nach den an Bord der „ Vega? während
der UeberWinterung vorgeuommenen Ebbe- und Fluthnuessungen der gröfttc
Unterschied zwischen Ebbe und Fluth nicht mehr als 18 cm betrug, woraus
erhellt, dafs das Meer nördlich von Pitlekaj weder eine grofse Ausdehnung hat,
noch auch mit dem Ocean anders als durch enge Straften in Verbindung
stellen kann.
In Bezug auf die Bewegungen der oberen Luftströmungen haben zeit
weilige Beobachtungen (rcgelmäfsige sind leider nicht angestellt worden) ergeben,
dafs die Wolken sieh in einer dem Winde auf der Oberfläche der Erde ent
gegengesetzten Richtung bewogen und dafs in den obereu Regionen der Atmo
sphäre der Wind fast immer von SE kam,