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Meteorologische etc. Beobachtungen der „Yega“ 1878/79.
von dem Hafen M&sö, in der Nähe des Nwdkap, bis Pitlekaj, vom 24. Juli bis
30. September 1878, und той da bis Yokohama, vom 18. Juli bis 2. September
angestellten.
Während der ganzen Dauer der Reise und in den Monaten Oktober 1878
und April bis Juli 1879 bei Pitlekaj sind die Beobachtungen sechsmal täglich
(4 h und 8 11 a. m., Mittag, 4 h und 8 b p. m., Mitternacht), in allen übrigen Monaten
stündlich angestellt worden und zwar abwechselnd (in 4 täglichen Wachen),
ausgeführt von den Herren Hoovgaard, Kjellmann, Bove, Nordquist,
Stuxberg, Nordenskiöld, Palander, Bruscwitz, Alrnquist, Nordström
und Lundgren.
1. Beobachtungen bei Pitlekaj. Die Beobachtungen erstreckten sich
im Winterquartier bei Pitlekaj auf die Temperatur, den Druck und die Feuch
tigkeit der Luft, auf die Richtung und Stärke des Windes, auf die Art und
Menge der Wolken und auf die Niederschläge.
Die Temperatur der Luft wurde an einem von Herrn Adermau ange-
fertigten Quecksilber-Thermometer ahgelesen, welches auch für Temperaturen
unter —40°, dem Gefrierpunkt des Quecksilbers, richtige Augabeu lieferte, wie
sich aus direkten Vergleichen mit dem au Bord gegen Kälte geschützten
Thermometer ergab; a über dem wurde noch ein Alkoholthermometer für Tempe
raturen von —40° und darunter benutzt, dessen Vergleich mit dem Queek-
siiberthemonieter eine Korrektion von —0,4° ergab.
Die Hauptergebnisse der Tempcraturbcobaehtungeu haben wir in fol
gender Tabelle zusammeugestellt, die mit Ausnahme des Monatsmittels des Mai
und der absoluten Minima im Januar und Februar genau mit den nach Bove
in diesen Annalen, 1880, pag. 391, mitgethoilten übereinstimmen. Es wurde
nämlich gefunden:
An Bord der „ Vcga 4 bei Pitlekaj in 07° 4' 49" N-ßr und 173° 30' 21" \V-I,g. *)
Jan. Febr. Mürz April Mat Juni (Juli) Oktbr. Novbr. Dezbr.
(1-17)
Mittl.Tenip.^C. —26.0« —25,08 -21,05 —18,98 — 6,79 — 0,60 (-f 1,83) — 5,2 > —16,58 —22,80
Absol. Min. —46,1 —44,2 —39,8 -38,0 —26,8 —14,3 (— 1.0 ) —20,8 —27.2 —37.1
„ Max. — 4,1 -f 0.2 — 4,2 — 4,6 -f- 1,8 4- 6,8 (-4-11,5 ) -+- 0,8 — 6,3 + 1,2
*) Nach tl. Bestimm, von Nordeaskiöld, Palander u. Hovgaard (s. „WIss. Krgebn. 4 , etc. Kd. 1, pag. 289).
Vergleicht man diese Tempera tu nverthe mit den in dem vorhergehenden
Artikel über die Temperaturen des arktischen Archipels von Nord-Amerika und
des Gebiets des asiatischen Kältepoles (Tab. 1 und 11), so ergiebt sich, dafs
von Pitlekaj aus sowohl nach Westen an der Küste von Nordsibirien als nach
Osten längs der Nordküste von Amerika die Winterkälte zunimmt. Werchojansk
in nahezu derselben Breite mit Pitlekaj hat vom Dezember bis Februar eiue
mittlere Temperatur von —24,3 е und absolute Minima von —00° bis —63 е “,
während Pitlekaj innerhalb derselben Monate eine mittlere Temperatur vou
—24,3° und absolute Minima zwischen —37° und —46° aufweist. Die 17° östlich,
3‘/»° nördlich von Pitlekaj liegende ¿famnc-Spitze hat im Durchschnitt in den
Monaten Dezember bis Februar eiue Temperatur von —26° und das ca l /*°
südlicher als Pitlekaj gelegene Fort Hope bei Repuhebai (in (56V. 0 N Br) in
denselben Monaten eine solche von — 34‘ДЛ
Leider fehlen uus die Beobachtungen für August und September zu
Pitlekaj, doch ist aus dem Verlauf der Monatskurve für Juni und die erste
Hälfte des Juli zu schliefscn, dafs die höchste Monatstemperatur zu Pitlekaj
auf den Monat August fällt, wie jenseits der /?m«</-8trafse bei der Bmwew-Spitze.
Die Herbsttemperatur ist zu Pitlekaj verhältuifsmäfsig höher, als weiter
nach Westen an der sibirischen Küste. Zu Usljamk an der Lmr-Münduug und
zu Nishney Kolymsk nahe bei der Koh/ma-Mündung sinkt die Temperatur schon
vor Mitte September auf —5°; bei Pitlekaj war diese Temperatur erst Mitte
Oktober erreicht. Hieraus will Hildebrandsson den Sehluis ziehen, „dafs
die Schiffahrt zwischen der Lena und dem Stillen Ocean viel länger
sattfinden kann und deshalb von Westen nach Osten viel leichter ist
als umgekehrt. Ein Schiff, welchem cs geglückt ist, Mitte August Usljamk
zu passiren, mufs daher in gewöhnlichen Jahren eine ziemlich sichere Aussicht
haben, vor Anfang des Winters, gegen Ende September, noch die Bering-
Strafse zu erreichen (a. a. 0. S. 386).