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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Kleine hydrographische Notizen. 
räumte gegen Abend bis auf NNE, so dafs die Reise unter Segel fortgesetzt 
wurde. Bis zum 21. März hielt sich der Wind zwischen NNE und NE und 
ging allmählich abflaoend am 21. März Nachmittags in Stille über. Nachdem 
darauf ca 9 Stunden gedampft war, stellte sich ein schnell auffrischender SSE- 
Wind ein, der die weitere Fortsetzung der Reise unter Segel ermöglichte; bis 
zum 28. März ging der Wind jedoch stetig weiter östlich und am 29. März 
sogar auf NE, au welchem Tage er gänzlich abflaute. 
Am nächsten Morgen etwa 100 Meilen näher der Küste kam ein schnell 
sich bis Stärke 6—7 steigernder und von Süd bis SW räumender Wind auf, 
der bis zur Ankunft in Auckland und auch die nächsten Tage daselbst 
stehen blieb. 
Das Barometer war seit dem 19. bis zum 21. März langsam von 764 bis 
770,5 mm gestiegen, dann aber trotz des Einsetzens südlicher Winde wieder bis 
zum 24. März auf 767 mm gefallen. Mit dem Oest lieber werden des Windes stieg 
das Barometer und erreichte am 27. März seinen liöehsteu Stand von 773,8mm. 
Von da ab fiel es wieder schnell trotz des kräftigen Südwindes am 
30. März bis auf 760 mm, hielt sich aber auf diesem Stande auch als der Wind 
bis auf SW räumte. 
Das Thermometer war langsam seit Sydney von 25° C. auf 21° als 
Maximal- und von 23° C. auf 19° als Minimal-Temperatur gesunken. 
Der Strom war am ersten Tage unter der australischen Küste stark und 
südlich setzend. Von da ab folgte er der Windrichtung, meist etwas westlich 
setzend. 
9. Ueber die Navigirung des Flusses Saigon berichtet der 
Kommandant S. M. S. „ElisabethKapt. z. See Möllmann, Folgendes: 
„Die Navigirung im Flusse Saigon macht selbst den gröfserea Dampfern 
keine Schwierigkeiten, da das Wasser überall, die künstlichen Barren aus 
genommen, auch bis dicht an die Ufer gleichmäfsig tief ist; es ist nur darauf 
zu achten, bei Biegungen des Fiufslaufes das Schiff immer in die Buchten 
hineinznsteuern und es im Steuer zu behalten, aus demselben Grunde darf die 
sogenannte „Korallenbank“ von Schiffen nicht gegen den Strom passirt werden. 
Diese Korallenbank bildet die Grenze des Brackwassers bei Fluth. Unterhalb 
derselben ist das niedrige, sumpfige Alluvialland unkultivjrt und mit niedrigem, 
krüpplichcm Gesträuch bewachseu; oberhalb der Bank fängt die Bebauung des 
Bodens, hauptsächlich mit Reis und Fruchtbäumen, an. Die Bank selbst ist 
eine künstlich aus versenkten Grabsteinen geschaffene Sperre. In derselben 
befindet sich eine schmale Rinne mit 9,5 m Wasser nahezu zur Zeit des Hoch 
wassers. Aber aufserhalb dieser Rinne soll nach Angaben der Lotsen bei 
Hochwasser 7 m Wasser sein. Vier ziemlich primitive Baken markiren die 
Fahrrinne der Bank. Trotz der einfachen Navigirung im Flusse empfiehlt es 
sieh für jedes Schiff einen Lotsen zu nehmen, schon deshalb, weil das Lotsen 
geld unter allen Umständen bezahlt werden mul8. 
Berichtigung. 
„Aun. d. Hydr. etc.“, Heft VII, 1883, pag, 416, Zeile 5 von unteu, mufs 
es hinter Pensacola statt Mexico — 6olf von Mexico heifsen. 
Gedruckt und in Kommission bei E.S. Mittler & Sohn. 
Königliche Hofbuchhandlung. 
Kochstrafse 69/70.
	        
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