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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

Kiugängu von uieteün'iugisdieil .Journalen etc., Sepujwtnsr JL-5-S2. 
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13. Januar und 15° N-Br in 130° O-Lg am 15. Januar geschnitten worden. 
Der Mitsegler „Adolph“ war nach Hongkong am 14. Januar gelangt. 
Nachdem später die „Dorothea“ von Hongkong nach Rangoon veraegelt, 
uud dort mit Reis beladen worden war, verliefe sie am 30. März auch diesen 
Platz, um nach dem Kanal zurückzukehren. Das Schiff traf in See zunächst 
leichte, meist aus nordwestlicher Richtung kommende, Briese, bei welcher man 
eine vorhältnifemäfeig befriedigende Fahrt erzielen konnte. Nachdem am 5. April 
der Zehngrad-Kanal durchsegelt worden war, stellte sich in der Bai von 
Bengalen der mäfsige NE-Monsun ein, welcher das Schiff bis zum 9. April nach 
4° N-Br in 89,7° O-Lg führte. Südlich von diesem Punkte herrschte Stille 
und meist aus westlicher Richtung kommende Mallung, und bei letzterer über 
schritt „Dorothea“ auch am 14. April den Aequator in 89,9° O-Lg. In südlicher 
Breite gewann der westliche Wind bald gröfsere Stärke, so dafs man nach 
8° S-Br in 91,3° O-Lg nach ziemlich rascher Fahrt gelaugte. Unweit dieses 
Punktes begann, während dort herrschender Windstille, das Barometer bedeutend 
zu fallen — in 24 Stunden um 7 mm —, und als dann gegen das Ende des 
20. April sich Wind aus SE erhob, nahm derselbe rasch zum Sturme zu. Am 
21. April steigerte sich der Sturm zum Orkan, und verlor „Dorothea“ in dem 
selben fast alle Hauptsegel. Das Barometer sank während der Dauer dieses, 
von heftigem Regen und Gewitter begleitetem Orkans bis auf einen niedrigsten 
Stand von 749,5 mm. Der Wind veränderte seine Richtung von SE durch Süd 
nach WSW. Am 22. April wurde die Stärke des Windes eine etwas geringere, 
doch wehte es den ganzen Tag noch stürmisch aus SW, und erst am Ende 
des 23. April wurde der SW-Wind mäfsiger. Indem der Wind am 25. April 
in der Nähe von 9° S-Br uud 90,5° O-Lg durch Süd nach SSE drehte, bildete 
sieh aus ihm endlich der Passat. Man durchsegelte dessen Gebiet in mäfsig 
rascher Fahrt, und erreichte am 7. Mai die in der Nähe von 25,5° S-Br und 
62° O-Lg liegende polare Passatgrenze. Der unweit dieses Punktes nordöstlich 
laufende Wind vollendete später zwei umegel mäfsig, aber sehr rasch verlaufende 
Drehungen nach links, die von Regen und Gewitter begleitet waren. In den 
selben hielt sich der Wind jedoch nur Für kurze Zeit in südöstlicher Richtung. 
Später folgten für längere Zeit ganz leichte, unbeständige Winde, bei denen 
sich nur geringer Fortschritt erzielen liefe. Am 17. Mai tauschte „Dorothea“ 
in etwa 28,4° S-Br und 46,4° O-Lg Signale aus mit der eisernen, Bremer Bark 
„Fürst Bismarck“, und beobachtete das Vollschiff später für längere Zeit die 
selben Verhältnisse, wie sie im Berichte der Bark schon angeführt worden 
sind. Am 30. Mai befand sich „Dorothea“, unweit des Kap der guten Hoffnung, 
in Sicht des eisernen Hamburger Schiffes „Mdpomene“, welches von Rangoon 
ab eine um 14 Tage längere Reise als „Dorothea“ hatte. Am 7. Juni gelangte 
dieses Schiff in 15,5° O-Lg wieder nördlich von 30° S-Br. Auf der Fahrt über 
den Indischen Ocean war 10° S-Br in 88,3° O-Lg am 25. April, 20° S-ßr in 
74,8° O-Lg am I. Mai und 30° S-Br in 37,5° O-Lg am 21. Mai; wie 60° O-Lg 
in 26,2° S-Br am 7. Mai und 30° O-Lg in 32° S-Br am 24. Mai gekreuzt 
worden. Südlich von 30° S-Br hatte „Dorothea“ 17 Tage verbracht. 
Im Siidatlantischen Ocean erreichte „Dorothea“ am 10. Juni, unweit 
26,7° S-Br und 12° O-Lg, das Passatgobiet. Der mäfeme Wind drehte dort, 
bei einem höchsten Luftdrucke von 771,0 mm, von SSW durch Süd nach SSE, 
ohue dafs dabei eine Verzögerung der Reise erfolgte. Auf der Fahrt durch 
das Passatgebiet überschritt das Schiff: 20° S-Br in 1,3° O-Lg am 15. Juni 
und 10° S-Br in 15,5° W-Lg am 24. Juni. Am 30. Juni, 23 Tage später als 
man 30° S-Br verlassen hatte, ging „Doi-othea“ in 24,5° W-Lg von der süd 
lichen zur nördlichen Halbkugel über. „Fürst Bismarck“ gelangte zur Linie 
in 21,8° W-Lg erst am 15. Juli und „Melpomene“ in 23,5° W-Lg am näm 
lichen Tage. 
In nördlicher Breite veränderte sich bei „Dorothea“ der mäfsige Wind 
allmählich nach Süd und SSW. Mallung wurde am 4. Juli in der Nähe von 
7,9° N-Br iu 25,5° W-Lg angetroffen, und hielt dieselbe an, bis am 6. Juli 
uuweit 10° N-Br in 25,5° W-Lg der NE-Passat einsetzte. Nachdem auch das 
Gebiet dieses frischen Windes durchsegelt worden war, überschritt das Schiff 
am 16. Juli die in etwa 28,5° N-Br und 39,8° W-Lg liegende polare Passat- 
greuzc. Der dort 768,9 mm betragende Luftdruck nahm hei den später wehenden
	        
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